Einblicke in den Corona-Alltag: Digital ist besser – oder nicht?

Coronavirus

Es geht wahrscheinlich vielen so: Seit Beginn der Coronakrise ist die Digitalisierung des eigenen Alltags rasant voran geschritten. In einigen Fällen ist das klasse, in anderen weniger.

Ahaus

, 28.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
In der Coronazeit verbringt auch unser Redakteur mehr Zeit vor dem Bildschirm als sonst.

In der Coronazeit verbringt auch unser Redakteur mehr Zeit vor dem Bildschirm als sonst. © picture alliance/dpa

Da ist zum Beispiel der Arbeitsalltag. Nach über zwei Monaten ist es schon völlige Routine geworden, seinen Kollegen im Rahmen der Redaktionskonferenz nicht mehr physisch gegenüberzustehen, sondern sie nur noch am Bildschirm des Laptops zu sehen. Fast alle bei sich im Arbeitszimmer, Wohnzimmer, in der Küche oder auf dem Balkon.

Ein Vorteil am Homeoffice ist ganz klar die Zeitersparnis auf dem Weg zur Arbeit und die damit gewonnen Minuten Schlaf. Etwas anstrengend kann dagegen die Kommunikation sein, die permanent auf etlichen Kanälen stattfindet. Zwei Augen müssen mehrere Whatsapp-Gruppen aus zwei Smartphones, Maileingänge bei Outlook, diverse Chats bei Teams und dazu noch Facebook und Co. im Blick halten.

Natürlich gehört das zum Job dazu und ist grundsätzlich auch kein Problem. Aber gerade wenn jede dieser Apps sich mit verschiedenen Tönen bemerkbar machen muss und die Hälfte der Nachrichten gar nicht für einen selbst bestimmt ist, wünscht man sich schon mal ins gute, alte Büro zurück.

Andere Geräusche versetzen einen dagegen in fast schon vergessene Zeiten zurück. Zum Beispiel das Klingeln des verstaubten Festnetztelefons, als an Töchterchens Geburtstag plötzlich ein Anruf von Oma kam. Telefone ohne Kabel – das war in meiner Kindheit noch der letzte Schrei. Heute kennen vielleicht noch zehn Menschen unsere Festnetznummer.

Aber auch abseits der Arbeit ist der PC noch viel mehr als vorher der Kommunikator schlechthin geworden. Papiere für die Versicherung, die Behörde oder die Bank, die sonst den Umweg über Drucker, Umschlag und Briefkasten genommen haben, werden jetzt flugs mit dem Smartphone abfotografiert und per Mail rübergejagt.

Papier-Kommunikation muss nicht sein

Nicht dass ich diese Möglichkeit nicht schon vorher genutzt hätte, aber manche Stelle hat vor Corona schlichtweg auf Papier-Kommunikation bestanden. Das kann meinetwegen gerne der Vergangenheit angehören.

Ein anderes Thema ist die Kartenrunde mit den Kumpels, die etwa seit Ostern regelmäßig online mit parallelem Sprach-Chat stattfindet. Eine notgedrungene Alternative, die zwar schon ein Stück Corona-Normalität geworden ist, auf die ich aber in Zukunft sehr gut verzichten kann. Gerne digital, aber nicht auf allen Ebenen.