Ein Ende in Würde erlebt

Stadtlohn Am Ende einer Odyssee hatte der Borkener Adolf Rave noch einmal einen sicheren Hafen gefunden - und durfte schließlich friedlich sterben.

25.07.2008, 18:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

<p>Gemeinsam blättern (v. l.) Gabriele Rave-Sörensen, Else Rave, Altenpfleger Ingo Meinker und Krankenschwester Andrea Terliesner in einem Fotoalbum, das die Zeit Adolf Raves im Elisabeth-Hospiz in Erinnerung ruft. Ohm</p>

<p>Gemeinsam blättern (v. l.) Gabriele Rave-Sörensen, Else Rave, Altenpfleger Ingo Meinker und Krankenschwester Andrea Terliesner in einem Fotoalbum, das die Zeit Adolf Raves im Elisabeth-Hospiz in Erinnerung ruft. Ohm</p>

"Wir hatten alle 150-prozentig das Gefühl, dass er hier gut aufgenommen worden ist", erinnert sich seine Tochter Gabriele Sören-Rave. Hier, das ist das Elisabeth-Hospiz in Stadtlohn. Und für die selbst als Krankenschwester arbeitende Angehörige ist es ein Bedürfnis, auszudrücken, wie gut ihr Vater in seinen letzten Lebenswochen aufgehoben war - und nicht nur er: "Unsere ganze Familie konnte hier zusammenrücken - so intensiv wie seit vielen Jahren nicht mehr."

Mit einem Kehlkopfkarzinom war Adolf Rave im Februar dieses Jahres ins Essener Uniklinikum gekommen. Vor der Operation habe man ihm dort noch Hoffnung auf Heilung gemacht, erinnert sich Gabriele Rave-Sörensen. Der chirurgische Eingriff als solcher gelang, doch der Allgemeinzustand verschlechterte sich. Hinzu kam, dass sich Rave in dem großen Klinikum nicht wahrgenommen fühlte. Nach zwei Wochen wurde er nach Borken verlegt. "Ein Transport unter sehr schwierigen Umständen, bei dem mein Vater fürchterliche Ängste ausstand", erinnert sich Gabriele Sören-Rave.

Keine Besserung

Zwar fühlte der 77-Jährige sich dort wesentlich besser aufgenommen. Rasch war aber klar, dass er nicht mehr nach Hause kommen würde. So wechselte er nach zwei Wochen auf die Palliativstation des Krankenhauses in Dülmen. "Es besserte sich nicht, und eine weitere Bestrahlung wäre unmöglich gewesen."

Eine schwierige Situation für die Familie - und die Aufnahme ins Hospiz hatte als Gedanke zwar schon im Raum gestanden, doch wegen der unklaren medizinischen Perspektiven erfüllte Rave zu diesem Zeitpunkt die rechtlichen Voraussetzungen nicht, um auch von der finanziellen Seite her Zustimmung für diesen Schritt zu finden. "Es war ein Glück, dass Frau Greving in diesem Moment einfach gesagt: Kommen Sie zu uns, das andere klärt sich", bedankt sich Gabriele Sören-Rave bei der Leiterin des Elisabeth-Hospizes für die unkomplizierte Weise, wie ihr Vater letztlich doch als Gast ins Elisabeth-Hospiz in Stadtlohn ziehen konnte.

Menschliche Nähe

So markierte der 25. März einen neuen Lebensabschnitt für Adolf Rave - den letzten, aber intensiven und voller Würde und Nähe gestaltet, wie die Tochter berichtet: "Wir wurden hier als Familie wahrgenommen, und das Team hat unseren Vater selbst in schwierigen Phasen und sogar über den Tod hinaus mit einem solch liebevollen menschlichen Respekt behandelt."

In den letzten Lebenstagen waren Raves Frau Else und seine über Deutschland verteilt lebenden Kinder praktisch wie zu ihm ins Hospiz gezogen: "Wir sind auch für uns selbst dankbar, dass wir unseren Vater in dieser Form bis zu seinem Tod am 8. Juni begleiten konnten." to

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