Den Gottesdienst für die Schützenvereine haben bereits mehr als 3800 Menschen auf den Plattformen kirche+leben und youtube gesehen. © Screenshot
Gottesdienst-Streaming

Ein echter „Blockbuster“ aus der Alstätter Dorfkirche

Im Kino würde man wohl von „Blockbustern“ sprechen: Mehr als 7000 Menschen sahen die Videoübertragungen der beiden Gottesdienste an Heiligabend aus der Alstätter St.-Mariä-Himmelfahrts-Kirche.

Mehr als 7000 Menschen haben die Videoübertragungen der beiden Heiligabend-Gottesdienste aus der Alstätter St.-Mariä-Himmelfahrts-Kirche verfolgt. Für dieses „Genre“ sind das überragende Werte – normalerweise dümpeln derartige Videos im dreistelligen Zuschauerzahlenbereich herum, selbst wenn sie aus größeren und bekannteren Kirchen übertragen werden.

„Das zeigt die Solidarität in der Gemeinde“, sieht Pfarrer Stefan Jürgens einen Grund für das große Interesse an den Übertragungen. Das gelte vor allem für den am 24. Dezember um 15 Uhr übertragenen Wortgottesdienst mit den örtlichen Schützenvereinen.

Eigentlich waren an den Weihnachtstagen insgesamt zehn Gottesdienste an verschiedenen Orten geplant. „Die Sache ist uns dann aber zu heiß geworden“, erklärt Pfarrer Jürgens, warum die Verantwortlichen in der Gemeinde aufgrund der noch einmal verschärften Corona-Regeln die Reißleine zogen und alle Feiern absagten, zu denen keine Anmeldungen erforderlich waren. „Wir haben uns verantwortungsvoll an die Kontaktbeschränkungen gehalten.“

Fahnenabordnungen der Vereine waren dabei

Ganz leer ausgehen sollten die Schützen aber nicht, deshalb ersetzte ein Gottesdienst um 15 Uhr die Feiern auf den Schützenplätzen, der von Küster Matthias Dornbusch und Pastor Heinrich Hagedorn geleitet wurde. Zwar ganz ohne Besucher, aber immerhin mit Fahnenabordnungen der Vereine. Und allein der wurde bislang über 3800 Mal aufgerufen.

Zum Vergleich: Die parallel dazu übertragene Vesper mit Bischof Felix Genn aus dem münsterschen Paulusdom haben auf der Plattform Youtube nur 3380 Zuschauer gesehen…

Ähnlich oft angesehen wurde auch die Eucharistiefeier am gleichen Tag um 17 Uhr, die schon über 3600 Mal geklickt wurde. „Die religiöse Sehnsucht ist sehr groß“, lasse sich laut Pfarrer Jürgens gerade in der Weihnachtszeit feststellen.

Dass ausgerechnet die Kirche im beschaulichen Alstätte ein Publikumsliebling bei katholischen Streaming-Zuschauern ist, hat aber auch einen ganz pragmatischen Grund: Sie ist gemeinsam mit der gleichnamigen Pfarrkirche in Ahaus und dem Paulusdom eines von nur drei Gotteshäusern im Bistum Münster, aus denen Weihnachtsgottesdienste auf der Online-Plattform Kirche + Leben übertragen wurden.

Das wiederum kam eher zufällig zustande, als die St.-Mariä-Himmelfahrtsgemeinden auf der Suche nach einer Streaming-Plattform für ihre Gottesdienste waren und dabei Hilfe bei Martin Schmitz fanden, der als Redakteur für die Agentur Kampanile und Kirche + Leben arbeitet – und ebenfalls aus Ahaus stammt.

Und schließlich ist da ja auch noch der Pfarrer selbst, der durch seine oft kritischen Ansichten eine Art Kirchen-Promi mit eigener „Fangemeinde“ ist, die ihm in den unterschiedlichsten Medien folgt. Den Faktor spielt Stefan Jürgens selbst jedoch herunter: „Ein Pfarrer freut sich nicht, wenn ihm selbst etwas gelingt, sondern den Mitgliedern seiner Gemeinde“, verweist er lieber auf das Engagement seiner Mitstreiter. „Was sich zum Beispiel unsere Musiker einfallen lassen haben, das war wirklich richtig gut.“


Musiker nach Corona-Schnelltests im Einsatz

Vom Chor „Once Again“ etwa hätten sich extra einige Sängerinnen einem Corona-Schnelltest unterzogen, um wenigstens in kleiner Formation singen zu können. Und immerhin hätten ja einige wenige Gläubige an den Gottesdiensten teilnehmen können. „Es war nicht wie Ostern, als gar keine Gemeinde anwesend war.“

Die hohe virtuelle Beteiligung an den Gottesdiensten habe gezeigt, dass es „richtig und wichtig“ war, sie als Stream zugänglich zu machen. Und weil es viele Menschen gebe, die auch in normalen Zeiten keine Möglichkeit haben, eine Kirche zu besuchen, soll daran festgehalten werden. „Wir bauen in beiden Kirchen Übertragungstechnik fest ein“, sagt Pfarrer Jürgens.

Damit bleibt der Online-Gottesdienstbesuch auch dann noch möglich, wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei ist.

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