Das Warten hat ein Ende: Tiefgarage des „Kaufhaus Berken“ hat geöffnet

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Die Tiefgarage des Kaufhaus Berken hat nach über einem Jahr Verzögerung eröffnet. 110 Parkplätze stehen hier zur Verfügung. Einige Mängel sind aber auch jetzt noch nicht behoben.

Ahaus

, 16.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Jahr und fünf Monate hat es gedauert: Doch Mitte der Woche ist nach langem Warten die Tiefgarage des Kaufhaus Berken tatsächlich in Betrieb gegangen. Unbestätigten Gerüchten zufolge war Bürgermeisterin Karola Voß die dritte Person, die dort ihr Fahrzeug kostenpflichtig abstellte. Damit endet – zumindest vorerst – ein Kapitel, das sich alle Beteiligten anders vorgestellt hatten.

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Am Freitagmorgen überwiegt bei Hans-Georg Berken-Schirmeisen, Investor des Großprojekts, vor allem ein Gefühlszustand: Erleichterung. „Die Tiefgarage ist ein Problem, das uns seit der Eröffnung des Kaufhauses beschäftigt. Jetzt haben wir uns entschieden, sie einfach zu eröffnen.“ Doch warum hat der Unternehmer damit so lange gewartet?

Schäden sind weiter da

„Wir haben Schäden in der Tiefgarage, die nicht so leicht zu beheben sind“, sagt er. Präsens, kein Präteritum. Denn obwohl die Parkfläche am Mittwoch für den öffentlichen Verkehr freigegeben wurde, sind noch ein paar Mängel zu heben. An der Rampe gibt es undichte Stellen – die Risse sind gut sichtbar – und im Betonboden bildet sich vor allem im Winter bei hohem Grundwasserpegel Feuchtigkeit. Bis heute konnte daher die letzte Beschichtung auf dem Betonboden nicht aufgetragen werden.

110 Autos können hier Platz finden. Am Freitag war die Auslastung noch überschaubar.

Bis zu 110 Autos können hier Platz finden. Am Freitag war die Auslastung noch überschaubar. © Johannes Schmittmann

„Für die Nutzer ergeben sich dadurch aber keine Einschränkungen“, betont Berken-Schirmeisen. Für den Investor war und ist die Situation nicht einfach. „Hätten wir die Mängel grundlegend selbst beseitigt und die Garage eröffnet, wäre die Gewährleistung des Bauunternehmers erloschen. Daher haben wir uns lange schwer damit getan, tätig zu werden“, sagt Hans-Georg Berken-Schirmeisen.

Komplizierter Sachverhalt

Der Sachverhalt ist kompliziert. Der Investor hat zu Beginn der Planungen ein Ingenieurbüro damit beauftragt, für die Wasserdichtigkeit der Tiefgarage zu sorgen. Das Bauunternehmen, das die Arbeiten offenbar teilweise mangelhaft ausgeführt hat, verweist daher auf ebenjenes Ingenieurbüro und zieht sich selbst aus der Verantwortung. So schildert es zumindest Berken-Schirmeisen. Nun droht der Gang vors Gericht. Im Raum steht eine Schadenssumme von rund 200.000 Euro.

„Mit dem Ingenieur konnten wir uns einigen, mit dem Bauunternehmer allerdings nicht. Er rührt keinen Finger, obwohl wir mittlerweile auch Geld eingehalten haben. Wir müssen schauen, wie es ausgeht“, sagt Hans-Georg Berken-Schirmeisen.

Feuchte stellen provisorisch behoben

Nach über einem Jahr Verzögerung hat er dann entschieden, die feuchten Stellen provisorisch zu beheben und die Tiefgarage trotz der Mängel zu eröffnen: „Das Kaufhaus Berken und die Fußgängerzone brauchen die Parkplätze. Nur so bekommt man Frequenz rein. Die Kunden wollen bestimmte Einkäufe nicht durch die Innenstadt schleppen.“ Im Blick hat er schon jetzt das Weihnachtsgeschäft.

Gezahlt wird am Automaten in der Tiefgarage: ausschließlich per Karte.

Gezahlt wird am Automaten in der Tiefgarage: ausschließlich per Karte. © Johannes Schmittmann

Finanziell lukrativ sei die Garage bei Kosten von einem Euro pro Stunde nicht. „Das ist hier nicht vergleichbar mit einem Parkhaus an den Arkaden in Münster. Eine Tiefgarage mit 110 Stellplätzen in Ahaus wirft keinen Ertrag ab“, so Berken-Schirmeisen. Nun hofft er, dass das Angebot gut angenommen wird. „Es muss sich erst einmal herumsprechen.“

Herumsprechen muss sich auch, dass der Parkautomat kein Bargeld annimmt. Der Investor hat bewusst darauf verzichtet: „Zum einen gibt es das Problem des Einbruchrisikos. Der entscheidendere Punkt sind aber die Kosten für Münzgeld-Rollen und der Aufwand, den Automaten jeden Tag neu befüllen zu müssen.“

Das Prinzip ist einfach: Ticket ziehen, Parkplatz finden, am Ende zahlen.

Das Prinzip ist einfach: Ticket ziehen, Parkplatz finden, am Ende zahlen. © Johannes Schmittmann

Die Öffnungszeiten der Tiefgarage sind zunächst an die des Kaufhauses angepasst. Mit einem Aufzug kann man direkt ins Erdgeschoss gefahren und von dort weiter in die Innenstadt gehen. „Wir überlegen aber, die Öffnung noch nach vorne zu verschieben. Aber ein Schritt nach dem anderen“, so Berken-Schirmeisen.

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