Einblicke in den Corona-Alltag: Zuhause, was ist das eigentlich?

Coronavirus

Wegen des Coronavirus sollen wir so gut es geht zu Hause bleiben. Redakteurin Victoria Garwer fragt sich aber: Ein Zuhause, was ist das eigentlich in Zeiten der Corona-Krise?

Ahaus

, 01.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Arbeitsplatz und Wohnraum verschwimmen gerade. Was also ist Zuhause?

Arbeitsplatz und Wohnraum verschwimmen gerade. Was also ist Zuhause? © Victoria Garwer

Wir bleiben zu Hause. Klar. Aber heißt es nicht: Zu Hause ist, wo dein Herz ist? Wenn ich jetzt da wäre, wo mein Herz ist, dann wäre ich bei meiner Oma im Altenheim, mit der ganzen Familie beim Spargelessen im Garten oder mit meiner Schwester im Schwimmbad.

Aber genau das sollen wir alle ja jetzt gerade nicht tun. Was also ist ein Zuhause in Corona-Zeiten?

Gemeint sind natürlich die eigenen vier Wände. Ich habe noch nie so viel Zeit am Stück in meiner Wohnung verbracht wie jetzt. Plötzlich fallen mir ganz andere Dinge auf. Dieser Fleck an der Wand, wo kommt der her? Hing das Bild schon immer so schief? Und diese Luftblase in der Tapete macht mich schirr wahnsinnig.

Zuhause ist in Corona-Zeiten auch Arbeitsplatz

Gleichzeitig sind diese eigentlich privaten Räume aber jetzt auch Arbeitsplatz. Muss man das trennen? Kann man dort zu Hause sein, wo man arbeitet?

Tatsächlich setzte ich mich im Home-Office jeden Tag an einen anderen Platz in der Wohnung. Zum einen, weil die Esszimmerstühle - auch eine neue Erkenntnis - einfach nicht rückenfreundlich genug sind für acht Stunden Arbeit am Computer. Zum anderen, weil ich nicht jeden Tag auf die gleiche Wand oder aus dem gleichen Fenster starren möchte.

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Ich habe auch angefangen, meine Wohnung anders zu behandeln, jetzt wo sie mein Lebensmittelpunkt geworden ist. Ich putze mehr und räume häufiger auf. Denn im Homeoffice ist der Blick auf dreckiges Geschirr und das ungemachte Bett doch sehr ablenkend. Ich habe auch die Frühlingsdeko schon herausgeholt. Für ein positives Gefühl und ein bisschen mehr Wärme in der Wohnung.

Zuhause ist eben auch ein Gefühl

Trotz allem ist meine Wohnung aber nicht mein Zuhause. Dazu gehören eben auch die Menschen, die Gefühle, die Umarmungen, das gemeinsame Lachen und die Unbeschwertheit. Auch die Stadt ist mein Zuhause, der Marktplatz, der Supermarkt, das Lieblingsrestaurant, das Gefühl, jeden zu kennen, den man auf der Straße trifft.

Doch auch darauf müssen wir ja nicht ganz verzichten. Die gesamte Stadt rückt enger zusammen. Die Menschen zeigen Solidarität und Hilfsbereitschaft. Meine Liebsten hole ich per Videochat, Telefonat, Brief oder einfach in Gedanken in meine Wohnung, in mein vorübergehendes Zuhause.

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