Coronavirus und Hamsterkäufe: Tafel in Ahaus ist gerüstet

dzLebensmittel

Aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus decken sich manche Menschen mit Lebensmitteln für einige Wochen ein. Wir haben nachgefragt, ob die Tafel in Ahaus Auswirkungen spürt.

Ahaus

, 05.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Angst vor dem Coronavirus steigt. im Kreis Borken gibt es seit Donnerstag den ersten Coronavirus-Infektionsfall. Menschen haben Angst vor einer Infektion. Mitunter kaufen sie in Supermärkten ganze Regale leer und horten Lebensmittel für mehrere Wochen. Und da kommen nun die Tafeln ins Spiel.

Bundesweit wirken sich Hamsterkäufe auf die ehrenamtlichen Einrichtungen aus. In Schwerte beispielsweise schlägt der dortige Tafel-Leiter Alarm: „Wir kriegen nur noch ein Drittel der Waren.“ In Berlin werden die Tafel-Kunden um Verständnis gebeten, dass die Mengen gerade kleiner sind.

„Weniger Obst und Gemüse“

In Ahaus hingegen geht alles seinen gewohnten Gang. Allenfalls jahreszeitliche Auswirkungen gibt es. „Wir haben gerade weniger Obst und Gemüse, das wir verteilen können“, berichtet Tafel-Leiter Johannes Luegering am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion. „Aber das liegt nicht am Coronavirus. Es ist nun mal noch Winter.“

Jetzt lesen

Was das Warenangebot für die Tafelkunden angehe, sei die Einrichtung an der Schlossstraße unter dem Dach des Sozialdienstes katholischer Frauen „gut gerüstet“, erklärt Luegering.

Eine Verknappung an Lebensmitteln könne er derzeit nicht verzeichnen, sagt der Tafel-Leiter. „Wir haben noch genug Nudeln im Lager“, nennt er ein Beispiel. Die Waren kommen von mehreren Lebensmittelhändlern aus Ahaus und Umgebung und werden von Tafel-Mitarbeitern per Transporter eingesammelt. Die Ausgabe der Waren für die über 400 Kunden erfolgt montags und donnerstags.

Jetzt lesen

Auf die leichte Schulter nimmt die Ahauser Tafel das Coronavirus aber ganz und gar nicht. „Wir haben natürlich Schutzmaßnahmen eingeführt“, berichtet Johannes Luegering. Kunden und Mitarbeiter, die die Tafel betreten, sollen sich die Hände desinfizieren. Am Eingang steht dafür ein Desinfektionsmittelspender bereit.

Alle Tafel-Mitarbeiter seien zudem auf einzuhaltende Hygienevorschriften hingewiesen worden. „Es gibt mit Blick auf die Verbreitung des Coronavirus schon eine größere Sensibilisierung für das Thema“, sagt Luegering.

Jetzt lesen

Sensibilisieren will auch der Verein Tafel Deutschland die Bevölkerung in Sachen Coronavirus. Der Verein appelliert: „Liebe Verbraucher, kauft Lebensmittel in realistischen Mengen, die Ihr auch verzehren könnt.“ Zu viel gekaufte Lebensmittel sollten der lokalen Tafel gespendet werden.

Lesen Sie jetzt