Corona-Check: Wie stark ist mein Wohnort von der Pandemie betroffen?

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Corona-Warnwerte werden offiziell nur auf Kreisebene errechnet. Wir haben uns die Daten auf kommunaler Ebene genauer angeschaut und daraus interaktive Grafiken gebaut.

Kreis Borken

, 13.10.2020, 18:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als sieben Monate dauert die Corona-Pandemie nun schon. Gerade steigen die Zahlen in vielen Orten wieder an, auch im Kreis Borken. Die kritische Marke von 50 Neuinfizierungen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern ist hier aber noch nicht erreicht. Der Wert liegt derzeit bei 24,8.

Aber wie sieht die Lage in den einzelnen Städten und Gemeinden aus? Antwort geben die Zahlen des Kreises Borken. Auf den ersten Blick ist erkennbar, dass Legden, Heek und Südlohn recht gut dastehen. Hier sind die Infektionszahlen und auch die Neuinfizierungen derzeit sehr gering. Aber: Es handelt sich dabei auch um verhältnismäßig kleine Kommunen.

Zahlen im Verhältnis zur Einwohnerzahl

Der sogenannte Inzidenzwert setzt die absoluten Zahlen in Relation zur Einwohnerzahl. Und dann ändert sich das Bild etwas. Ein Beispiel: In Stadtlohn haben sich in den vergangenen sieben Tagen vier Personen mit dem Coronavirus infiziert. Ein Wert im Mittelfeld. In Ahaus sind es sieben Neuinfizierungen, also drei mehr. Doch Ahaus hat eben auch mehr Einwohner.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner kommt also Stadtlohn auf einen Wert von 19,3 und Ahaus auf den besseren Wert von 17,6. Dieses Bild kehrt sich jedoch wieder um, wenn man nicht die Neuinfektionen sondern die aktuell Infizierten betrachtet. In Ahaus sind das 65,4 pro 100.000 Einwohner und in Stadtlohn 38,5.

Doch Konsequenzen sind nur bei stark steigenden Neuinfizierungen zu befürchten. Da es in Legden und Vreden in den vergangenen sieben Tage gar keine neuen Infektionen gab, haben diese beide Kommunen einen Inzidenzwert von Null. In Südlohn sind es 10,9 und in Heek 11,5.

Gronau und Bocholt überschreiten die Grenzwerte

Diese Kommunen sind also alle noch weit entfernt von der kritischen Marke. Anders sieht das in Bocholt und Gronau aus. Dort steigen die Zahlen rapide an. Bocholt kommt auf eine Sieben-Tage-Inzidenz von 35,2. Dort ist also theoretisch die erste Warnstufe schon erreicht. In Gronau liegt der Wert sogar bei 58,3 und damit schon über dem zweiten Grenzwert.

Doch Konsequenzen für diese beiden Städte hat das nicht. Denn es zählt der kreisweite Wert und der liegt eben noch deutlich niedriger. Wenn er die Grenzwerte übersteigt, greift eine „Allgemeinverfügung“, die der Landrat zusammen mit den Bürgermeistern am Dienstag beschlossen hat. Für den Ernstfall habe man also schon ein kreiseinheitliches Konzept in der Tasche, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das würde dann so oder so für den ganzen Kreis gelten, auch wenn nicht in allen Städten die Grenzwerte überschritten werden.

Gesamtinfektionen: Eine Frage der Sichtweise

Interessant ist auch ein Blick auf die Daten der Gesamtinfektionen seit Beginn der Pandemie im März. So sieht die Karte aus, wenn man nur die absoluten Zahlen beachtet.

Wenn man diese Daten jedoch ins Verhältnis zur Einwohnerzahl setzt, ergibt sich ein anderes Bild. Dann liegen nämlich die Kommunen des Kreises recht dicht beieinander. Nur Raesfeld sticht im negativen Sinne heraus.

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