Corona-Krise: Cinetech-Chef Dominik Paffrath plant Autokino in Ahaus

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Cinetech-Betreiber Dominik Paffrath plant ein Autokino in Ahaus. Für ein Angebot in Rheine hat er schon die Genehmigung. Das Cinema Ahaus geht mit einem Autokino-Angebot in Coesfeld an den Start.

Ahaus

, 09.04.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Für Kinogänger und Kinobetreiber sind diese Corona-Zeiten eine Katastrophe. Die Kinos sind geschlossen. Filmstarts – zum Beispiel der neue James-Bond-Streifen - werden um Monate verschoben.

Doch es gibt Kinobetreiber, die versuchen, den Menschen trotzdem Kinoerlebnisse zu bereiten. Einer von ihnen ist Dominik Paffrath. Der Betreiber des Cinetech Ahaus und weiterer Cinetech-Kinos im Münsterland will in Ahaus ein Autokino auf die Beine stellen.

Gespräche mit der Verwaltung

„Ich bin dazu seit vergangener Woche mit der Stadtverwaltung im Gespräch“, bestätigt Dominik Paffrath in einem Telefonat mit unserer Redaktion seine Bemühungen. „Ein Autokino in Ahaus wäre wirklich schön und wünschenswert, aber wir sind noch voll in der Planung. Es gibt noch nichts Spruchreifes.“

Der Kino-Betreiber kann deshalb auch nicht ganz nachvollziehen, warum auf Facebook ein Post veröffentlicht wurde, der suggerierte, das Cinetech-Autokino sei für Ahaus schon in trockenen Tüchern.

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Gleichwohl hat Dominik Paffrath schon eine ziemliche genau Vorstellung davon, wie das Angebot aussehen könnte. Als Blaupause dient ihm das Open-Air-Autokino, das er mit seinem Cinetech auf dem Kirmesplatz an der Windthorstraße in Rheine veranstaltet.

Vom 11. bis 19. April präsentiert er dort täglich aktuelle Filme auf einem knapp 100 Quadratmeter großen sogenannten Airscreen. Die Leinwand verfügt über eine Bildbreite von zwölf Metern. Täglich sind um 20 und 23 Uhr Vorführungen geplant. „Ohne dunkle Lichtverhältnisse geht es nicht“, erklärt Dominik Paffrath die Abendtermine.

Ton gibt es übers Autoradio

Um 20 Uhr gibt es eine Kinder- und Jugendvorstellung, um 23 Uhr stehen Actionfilme und Kömödien im Vordergrund. Platz ist für 150 Autos. Den Ton zum Film gibt es über eine angegebene Frequenz per Autoradio. Gezeigt werden zum Beispiel „Sonic the Hedehog“ und „Die Känguru-Chroniken“. Tickets gibt es ausschließlich im Vorverkauf online.

Dominik Paffrath plant, nach Ende des Auto-Kino-Termins in Rheine – also nach dem 19. April – die Technik eventuell in Ahaus aufzubauen. „Das Equipment ist ziemlich kostspielig. Die Geräte doppelt vorzuhalten und Autokino gleichzeitig an zwei Standorten zu betreiben, das geht nicht.“

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Der Kino-Betreiber hat über das Datum schon mit der Ahauser Verwaltung und mit Ahaus Marketing und Touristik gesprochen. Paffrath hofft in Ahaus auf eine ähnliche Unterstützung, wie er sie für sein Vorhaben in Rheine bekommen habe. „Die Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rheine hat das Ganze massiv unterstützt.“

Die Stadt sei dort ebenfalls mit im Boot, auch Rheine-Tourismus. Rheine sieht das Angebot als schöne Abwechslung in Zeiten des Coronavirus.

Dominik Paffrath holte im vergangenen Jahr ein Open-Air-Kino in den Ahauser Schlossgarten.

Dominik Paffrath holte im vergangenen Jahr ein Open-Air-Kino in den Ahauser Schlossgarten. © Anna-Lena Haget

„Es gibt ja so gut wie keine Freizeitmöglichkeit“, sagt Dominik Paffrath. Das ist allerdings nicht nur in der Emsstadt der Fall, sondern auch in den anderen Orten, in denen er seine Kinos betreibt.

Paffrath ist auch mit den Stadtverwaltungen in Gronau und Emsdetten im Gespräch, dort ein Autokino auf die Beine zu stellen. „Aber ich arbeite mit Hochdruck daran, es nach Ahaus zu bekommen.“

Platzgröße spielt eine Rolle

Dabei spielt unter anderem die Größe des benötigten Platzes eine Rolle. „Der Platzbedarf für die Autos ist nicht unerheblich“, sagt Dominik Paffrath. Zudem werde die Fläche auch für einen gewissen Zeitraum benötigt.

Weiterhin gelte es, die Corona-bedingten Sicherheitsstandards einzuhalten. „Es muss alles getan werden, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern“, sagt der Kinobetreiber.

Würde er die Sicherheitsrichtlinien für das Open-Air-Autokino nicht einhalten, dann sei das Vorhaben auch gar nicht genehmigungsfähig. So sind im Zuge der Kontaktbeschränkungen maximal zwei Personen pro Auto zugelassen, plus eigene Kinder bis 14 Jahren.

Toilettengänge müssen zuhause erfolgen. Nur für Notfälle stehen im Autokino in Rheine Toiletten zur Verfügung, die unter strengen Sicherheitsmaßnahmen in Ausnahmefällen genutzt werden dürfen.

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Dominik Paffrath ist nicht der einzige Kinobetreiber der in diesen Zeiten auf das Autokino umschwenkt. Auch das Cinema Ahaus mit weiteren Standorten in Dülmen und Coesfeld ist aktiv geworden. „Das Autokino für den Kreis“ startet am Karfreitag (10. April) in Coesfeld auf dem Parkplatz der Discothek Fabrik (Dreischkamp).

Man habe sich nicht nur für den Standort in Coesfeld entschieden, weil man dort jede Menge Unterstützung erfahre, schreibt das Cinema Ahaus auf seiner Facebookseite. „Das Cinema Coesfeld bildet genau die Mitte zwischen unseren beiden weiteren Standorten, dem Cinema Ahaus und dem Cinema Dülmen.“

Das „Drive in“ zeigt jeden Tag um 17 und 20.30 Uhr Filme. An den Wochenenden und vor Feiertagen gibt es um 23 Uhr eine Spätvorstellung. Zu sehen sind Filme wie „Bang Boom Bang“, „Bohemian Rhapsody“ und „Das Leben des Brian“. Tickets gibt es online ab dem 9. April auf der Webseite des Cinema Coesfeld.

Planungen für Ahaus

Ursprünglich hatte auch das Cinema Ahaus zusammen mit dem Ahauser Unternehmen Audiokonzept ein Autokino in Ahaus geplant. Zwar habe man von der Stadt Ahaus das Okay bekommen, doch habe sich herausgestellt, dass man nicht der einzige Anbieter sei, heißt es auf der eigens eingerichteten Facebook-Seite „Autokino Ahaus“.

Das Cinema überlasse den Kollegen vom Cinetech den Vortritt, heißt es dort. „Wir glauben, dass ein Angebot reicht.“ Doch so ganz vom Tisch sind die Autokino-Pläne des Cinema Ahaus nicht: „Es kann aber durchaus sein, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt noch mal unseren Stagetruck in Ahaus parken und ein paar Klassiker zeigen werden.“

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