Das Heinrich-Albertz-Haus in Ahaus ist bisher das fünfte Seniorenheim des Caritasverbands Ahaus-Vreden, in dem das Coronavirus ausgebrochen ist. Schärfere Besuchregelungen sind aktuell nicht geplant. © Johannes Schmittmann
Konzepte funktionieren

Caritasverband plant keine schärferen Regeln nach Corona-Ausbrüchen

Mit dem Heinrich-Albertz-Haus ist das fünfte Seniorenheim des Caritasverbands Ahaus-Vreden vom Coronavirus betroffen. Laut Kreis Borken ein Zufall. Schärfere Regeln sind vorerst nicht geplant.

In der vergangenen Woche kam es im Heinrich-Albertz-Haus zu einem Ausbruch des Coronavirus‘. Kurz vor der dort angesetzten Impfung hatte der Kreis Borken nach einer Reihentestung positiven Testergebnisse mitgeteilt. Damit war schon die fünfte Einrichtung des Caritasverbands Ahaus-Vreden von Infektionen mit dem Coronavirus betroffen.

Die weiteren waren über die vergangenen Monate der City-Wohnpark Gronau, das Caritas-Seniorenheim St. Friedrich in Wessum, das Ludgerushaus in Heek und das Henricus-Stift in Südlohn. Insgesamt betreibt der Verband sieben Senioren- und Pflegeheime in der Region.

Für Karlheinz Gördes, Pressesprecher des Kreises Borken, ist das aber kein Anlass, um über die Sicherheitsvorkehrungen des Caritasverbands zu spekulieren. „Die Einrichtungen können sich ganz einfach nicht zu 100 Prozent schützen“, sagt er. In den verschiedenen Einrichtungen habe es ja auch ganz unterschiedliche Infektionsgeschehen und -umstände gegeben, erklärt er auf Nachfrage.

Kreis behält Einrichtungen unabhängig vom Träger im Blick

Dass es daher fünf Einrichtungen eines Trägers unabhängig voneinander getroffen habe, sei am ehesten noch als Zufall zu erklären. Der Kreis Borken berate unabhängig vom Träger darüber, wie eine Ausbreitung der Infektionen gerade auch in Alten- und Pflegeheimen verhindert werden könne. Das geschehe natürlich in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt.

Kreisweit gelte für die Seniorenheime aktuell eine Besucherregelung – wenn auch nicht so streng, wie sie während der zurückliegenden Monate der Pandemie schon war: Jeder Bewohner dürfe pro Tag zwei Mal Besuch empfangen – jeweils zwei Personen. Wie Karlheinz Gördes erklärt, sei nicht ausdrücklich geregelt, dass diese aus einem Haushalt stammen müssen. „Nach der geltenden Coronaschutzverordnung ist das aber so auszulegen“, erklärt er. Zusätzlich werden Besucher per Schnelltest darauf getestet, ob sie mit dem Coronavirus infiziert sind.

Hygieneregeln weiter beachten

Davon abgesehen bittet der Caritasverband Angehörige und Besucher ausdrücklich, die Besuche abzustimmen und die Hygieneregeln einzuhalten (Abstand, Tragen einer FFP2-Maske während des gesamten Besuchs, Händedesinfektion). Wer Erkältungssymptome zeigt, muss seinen Besuch verschieben.

Christian Bödding, Pressereferent des Caritasverbands Ahaus-Vreden, erklärt, dass weitergehende Einschränkungen oder eine pauschale Verschärfung der Schutzmaßnahmen in den Einrichtungen des Caritasverbands im Moment nicht geplant seien. Das Konzept aus Hygieneregeln, enger Kontrolle und Schnelltests funktioniere. „Die Zahlen sind auch schon wieder rückläufig“, erklärt er. Im Bereich der Behindertenhilfe etwa gebe es aktuell keine Infektionen mehr.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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