Umbau der „Muse“ zum Café Extrablatt: Viel Platz für 60 Mitarbeiter und 280 Gäste

dzMit Video

Im Mai nächsten Jahres will Mesut Sucu ein Café Extrablatt an der Bahnhofstraße eröffnen. Bis dahin muss noch jede Menge umgebaut werden. Und es gibt eine weitere, große Herausforderung.

Ahaus

, 10.12.2019, 19:16 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Handwerker leisten ganze Arbeit: Bis auf die Eingangstür und den Wintergarten erinnert aktuell so gut wie nichts an mehr das frühere Café Muse an der Bahnhofstraße 4.

Mesut Sucu aus Gronau wird in der über 200 Jahre alten Immobilie im kommenden Jahr ein Café Extrablatt eröffnen. Uns hat er am Dienstag über die Baustelle geführt und schon ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert, worauf sich die Ahauser freuen dürfen.

Seine Entscheidung für den Standort Ahaus sei auf Langfristigkeit ausgelegt, sagt Mesut Sucu. In seiner Heimatstadt Gronau betreibt er seit 1996 ein Café Extrablatt als Franchisenehmer. Der Pachtvertrag für das Ahauser Café läuft über zehn Jahre, plus Option auf zweimalige Verlängerung für jeweils weitere zehn Jahre. „30 Jahre, eine lange Zeit.“

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Zumal es in der heutigen Zeit „eine anspruchsvolle Aufgabe und wirtschaftliche Herausforderung“ sei, einen gastronomischen Betrieb zu führen. Gleichwohl ist der Gronauer davon überzeugt, dass er in Ahaus mit dem Café Extrablatt Erfolg haben wird. „Es kommt vor allem darauf an, eine Immobilie in passender Größe zu finden“, sagt der Kaufmann.

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Aus dem Café Muse wird das Café Extrablatt

Mesut Sucu ist überzeugt, das entsprechende Objekt gefunden zu haben. Nicht nur das. „Ich vertraue auf die Lage und die gastronomische Geschichte des Hauses.“ Die Lage sei top, direkt am Eingang zur Fußgängerzone, der Schlossgarten sei nur einen Steinwurf entfernt. „Hier pulsiert Ahaus.“ Nicht zuletzt habe die Gastronomie an diesem Ort eine lange Geschichte. „Das Haus hat Charakter, das gibt ein Neubau nicht her.“

Erdgeschoss entkernt

Aktuell schreibt Mesut Sucu an einem neuen Kapitel dieser Geschichte – mit tatkräftiger Unterstützung der Baufirma Bogenstahl aus Legden. Vom Café Muse ist nicht mehr viel geblieben. Das Erdgeschoss ist nahezu komplett entkernt. Wo früher Stühle und Tische standen, stehen aktuell Baugerüste. Der Blick fällt auf nackte, unverputzte Wände. Der Wintergarten wurde umfunktioniert zum Pausenraum der Bauarbeiter.

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Im Erdgeschoss fallen vor allem die großen Durchbrüche in Richtung Garten ins Auge. Statt nur einer Tür soll künftig über bodentiefe und schiebbare Glaselemente ein großzügiger Durchgang geschaffen werden. „Wir versuchen, so viel Tageslicht wie möglich einzufangen“, erläutert Mesut Sucu.

Lagerflächen, eine teiloffene Küche und behindertengerechte Toilettenanlagen werden ebenfalls komplett neu gestaltet. Im Gastraum, der künftig rund 130 Sitzplätze bietet, hätte Sucu gerne auch ein großes Wandelement herausbrechen lassen. „Das kostet uns einige Sitzplätze“.

Im Obergeschoss des 200 Jahre alten Gebäudes an der Bahnhofstraße 4 muss noch jede Menge umgebaut werden.

Im Obergeschoss des 200 Jahre alten Gebäudes an der Bahnhofstraße 4 muss noch jede Menge umgebaut werden. © Christian Bödding

Doch der Denkmalschutz war dagegen, denn er hat bei der 200 Jahre alten Bausubstanz ein Wörtchen mitzureden. „Bestimmte Sachen müssen bleiben.“ Beispielsweise eine weit über 100 Jahre alte hölzerne Treppe mit gedrechseltem Handlauf, die ins Obergeschoss führt. Dort sind unter anderem Personal- und Büroräume geplant.

Schriftzug bleibt

Auch wenn sich im Inneren des Gebäudes viel verändern wird – an der Fassade zur Bahnhofstraße bleibt alles beim Alten: der Wintergarten ebenso wie der Schriftzug „Zur alten Post“. Er signalisiere die Geschichte des Hauses, sagt Mesut Sucu. Das „Extrablatt“-Schild wird über der Eingangstür angebracht, „in angepasster Größe“, sagt der Betreiber.

Der Biergarten wird komplett umgestaltet.

Der Biergarten wird komplett umgestaltet. © Christian Bödding

Komplett umgestaltet wird hingegen der Außenbereich Richtung Parkdeck am Domhof, sogar der Gartenteich verschwindet. Der Biergarten soll künftig Platz für 150 Gäste bieten. „Wir werden mit verschiedenen Bereichen und Podesten arbeiten“, erklärt Mesut Sucu. Für Kinder wird es draußen einen Sandspielplatz geben und drinnen eine Spielecke.

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Wenn die Arbeiten reibungslos verlaufen, rechnet der Extrablatt-Betreiber mit dem Café-Start Anfang Mai. Bis dahin muss der Gronauer noch einen größeren Personalstamm für Ahaus aufbauen. Einen Küchenleiter sowie einen Betriebsleiter hat er schon an der Hand, doch es fehlen noch 60 weitere Mitarbeiter.

Personalsuche

„20 feste Kräfte und 40 Aushilfen“, erklärt Sucu. Schließlich brauche es Personal, da das Café sieben Tage die Woche geöffnet ist. „Ganztags-Gastronomie“, verdeutlicht der Betreiber. „Wir öffnen um 8 Uhr morgens, bieten ganztägig warme Küche, haben unter der Woche bis 1 Uhr nachts geöffnet, und am Wochenende bis 2 Uhr. Das erfordert einen hohen Personalbedarf.“ Ab Neujahr will der Gronauer gezielt nach Personal suchen.

Mesut Sucu stand übrigens vor vielen Monaten auch mit dem Betreiber des Kaufhauses Berken in Ahaus in Kontakt. „Es gab Überlegungen, dort ein Café Extrablatt einzurichten“, sagt der Kaufmann. Aber letztlich habe man sich nicht einigen können.

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