Wo jetzt noch der Mohn blüht, sollen bald neue Eigenheime entstehen: Im Norden Wessums, zwischen Garten- und Raiffeisenstraße werden gerade 125 Grundstücke für Einzel- und Doppelhäuser, Reihenhäuser und ein Mehrfamilienhaus geplant. © Stephan Rape
Bebauungsplan

Bis zu 125 Baugrundstücke sollen im Nordwesten von Wessum entstehen

Ein neues Baugebiet steht in den Startlöchern: Zwischen Garten- und Raiffeisenstraße soll Platz für bis zu 125 neue Häuser sein. Bis zum ersten Spatenstich dauert es aber noch eine ganze Zeit.

Wessum soll ein ordentliches Stück in Richtung der Raiffeisenstraße wachsen. Wo aktuell noch Felder liegen, sollen bald bis zu 125 neue Grundstücke entstehen. Platz wäre dort nach den aktuellen Planungen für 84 Einzelhäuser, 28 Einzel- und Doppelhäuser, zwölf Reihenhäuser sowie ein Mehrparteienhaus.

Das neue Baugebiet erstreckt sich rund um ein Naturdenkmal: Die mächtige
Das neue Baugebiet erstreckt sich rund um ein Naturdenkmal: Die mächtige “Kleine Linde” soll später in einem grünen Keil stehen, der zwischen den Grundstücken vorgesehen ist. © Stephan Rape © Stephan Rape

Die Grundstücksgrößen liegen zwischen 224 und 389 Quadratmetern für Reihenhäuser, 415 und 729 Quadratmetern für Einzel- und Doppelhäuser sowie 368 und 898 Quadratmetern für Einzelhäuser. Ein Plan, der insgesamt im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Bauen gut ankam.

Zwei grüne Keile in dem Gebiet sollen für Begrünung sorgen. In einem von ihnen bleibt auch das Naturdenkmal „Kleine Linde“ erhalten. In der Nähe des Dorfgemeinschaftshauses müssten allerdings vier Linden gefällt werden. Dort ist die Erschließung – also eine Straße in das neue Baugebiet – geplant.

Franz Benölken wollte größere Häuser möglich machen

In einem Teilgebiet sind zweigeschossige Häuser zugelassen. Franz Benölken (CDU) hätte auf den Grundstücken sogar noch größere Häuser zugelassen, um mehr Wohnraum zu schaffen. Die Grundflächenzahl passe in seinen Augen nicht. „Das Verhältnis passt nicht“, erklärte er. Die Zahl gibt an, wie viel Fläche eines Grundstücks bebaut werden kann. Die Stadt hatte durchgängig 0,3 eingeplant. Also dürfen 30 Prozent eines Grundstücks bebaut werden. „Wir sollten sie grundsätzlich auf 0,4 setzen“, erklärte Franz Benölken. Außerdem forderte er die Möglichkeit für Bauherren, auf Walmdächer setzen zu können. Auch dadurch entstehe mehr Wohnraum.

Beim Technischen Beigeordneten Thomas Hammwöhner kam er damit nicht weit. „0,4 wäre schon wirklich ganz schön dicht“, sagte er. Und bei den eingeplanten Grundstücksgrößen seien eben auch mit der vorgesehenen Grundflächenzahl schon „sehr ordentliche“ Wohnhäuser möglich.

Keine Walmdächer am Ortsrand

Auch den Walmdächern schob er einen Riegel vor. Im Innenbereich des neuen Wohngebietes sei das vielleicht noch denkbar – und auch teilweise möglich. „Gerade am Ortsrand möchte ich aber keinen Wildwuchs der Dachformen ermöglichen“, erklärte Thomas Hammwöhner weiter. Der Ort solle schließlich sein typisches Ortsbild behalten.

Eines machte er insgesamt ganz deutlich: „Wir kommen zum Ende mit solchen Baugebieten.“ Zwar würden noch einige entwickelt, aber über Jahrzehnte sei das einfach nicht mehr möglich. Die Fläche stehe schlicht nicht mehr zur Verfügung.

Das Naturdenkmal
Das Naturdenkmal “Kleine Linde” bleibt erhalten. Auf den umliegenden Flächen sollen Grundstücke für 125 neue Häuser entstehen. Wann der erste Spatenstich erfolgen kann, ist aber noch nicht klar. © Stephan Rape © Stephan Rape

Hubert Kersting (UWG) hatte noch ein ganz anderes Problem. Die Stadtwerke Ahaus hatten in ihrer Stellungnahme darauf hingewiesen, dass das neue Wohngebiet im Wasserschutzgebiet und dem Einzugsbereich des Wasserwerks Ortwick liegt. Entsprechenden Einwendungen wollte die Verwaltung allerdings nicht folgen. „Das liest sich schon beeindruckend“, sagte Hubert Kersting.

Neues Baugebiet soll kein Problem für Grundwasser sein

Doch Thomas Hammwöhner wiegelte ab: Der Stadt lägen gutachterliche Aussagen vor, dass in dem überplanten Gebiet das Wasser grundsätzlich sehr hoch stehe. „Auch im sehr heißen Sommer wurde dort schnell Wasser gefunden“, sagte er. Das spreche dagegen, dass Wasser dort versickere und zur Grundwasserbildung beitrage.

Das reichte den Politikern offenbar. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Bauen stimmte geschlossen für die bisherige Planung. Als Nächstes folgt dann die Auslegung der Pläne. Auch dafür gibt es noch keinen Zeitrahmen.

Ein Datum für einen möglichen Baubeginn in dem neuen Gebiet mochte Thomas Hammwöhner noch nicht nennen. Falls der am Ende nicht gehalten werde, „werde ich dafür verprügelt“, sagte er lachend im Ausschuss. Noch vor der Sommerpause soll das Umlegungsverfahren eingeleitet werden, um die Grundstücksverhältnisse zu klären.

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Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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