Ein Paradebeispiel von "Wir sitzen am längeren Hebel" haben die beiden Vertreter der Bezirksregierung am Donnerstagabend im Rat abgeliefert. © Stephan Rape
Meinung

Bezirksregierung beweist absolute Kälte und setzt auf den langen Hebel

Zum Auftritt der beiden Vertreter der Bezirksregierung Münster am Donnerstagabend im Rat und die Ablehnung der zusätzlichen Klasse an der ISG lesen Sie hier einen Kommentar.

Niemand wird wirklich geglaubt haben, dass die Vertreter der Bezirksregierung in der Ratssitzung am Donnerstagabend spontan ihre Meinung zu einer zusätzlichen Klasse an der Irena-Sendler-Gesamtschule ändern würden.

Die Art und Weise, wie vor allem der zuständige Sachbearbeiter aber der Ahauser Verwaltung, den Politikern und den anwesenden Eltern seine Fakten vor die Brust knallte, spottet jeder Beschreibung. Unaufgeregt und sachlich, keine Frage.

Gleichzeitig aber mit einer unglaublichen Kälte und tief verschanzt hinter Paragrafen und Richtlinien. Da grenzt es an ein Wunder, dass der Abend nicht völlig aus dem Ruder gelaufen ist.

Aus allen Fraktionen kamen Ideen, wie man die Kuh vielleicht noch irgendwie vom Eis holen könnte. Sie wurden abgebügelt. Die Paragrafen, Sie verstehen. Und der Herr Staatssekretär sei ja auch der gleichen Meinung. Die Bezirksregierung ist also gar nicht schuld.

Die Bezirksregierung hatte aber einen – wenn auch sehr kleinen – Ermessensspielraum. Der Punkt ist: Die bisherigen Schüler haben Glück gehabt. Falls die Planung schnell genug angepasst wird, haben auch die Fünftklässler des Schuljahrs 2022/2023 wieder Glück. Nur die 23 Kinder, die im Losverfahren den Kürzeren gezogen haben, schauen tief in die Röhre.

Das hätte die Bezirksregierung besser regeln können, nein, müssen. Persönlich glaube ich nicht, dass eine gerichtliche Entscheidung schnell genug kommt, um noch für dieses Schuljahr eine glimpfliche Lösung zu finden.

Eins ist klar: Die Bezirksregierung ist weit weg, sitzt aber am längeren Hebel. Für die Ahauser heißt das in Zukunft: Auf eine Regelung zu bauen, die auch nur die leiseste Unsicherheit bietet, darf nie wieder vorkommen.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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