Ein Blick in die Kantine der Berufsbildungsstätte in Zeiten vor Corona: Viele Teilnehmer der Lehrgänge nutzen die Möglichkeit, dort zu Mittag zu essen. In Zeiten der Corona-Pandemie wird dort zwar Essen ausgegeben, aber es wird nicht in der Kantine gemeinsam gegessen. © Christin Lesker (A)
Coronaschutzverordnung

Betriebskantinenverbot: Wo in Ahaus Ausnahmen von der Regel gelten

Gastronomische Einrichtungen dürfen aktuell zum Verzehr vor Ort nicht betrieben werden. Es gibt aber Ausnahmen, die unter anderem auf Betriebskantinen zutreffen. Zwei Beispiele in Ahaus.

Mit Verlängerung der verschärften Coronaschutzverordnung bleibt der Betrieb von gastronomischen Einrichtungen untersagt, nimmt man die Ausnahmen für den Lieferservice und das Außer-Haus-Geschäft einmal heraus. Das gilt grundsätzlich auch für Kantinen und Mensen. Es gibt aber Ausnahmeregelungen, wie die Beispiele der Betriebskantinen des Klinikums Westmünsterland und der Berufsbildungsstätte (BBS) Ahaus belegen.

In der Coronaschutzverordnung heißt es, dass Betriebskantinen und Mensen „ausnahmsweise dann zur Versorgung der Beschäftigten bzw. der Nutzer der Bildungseinrichtungen betrieben werden dürfen, wenn sonst die Arbeitsabläufe bzw. ein nach dieser Verordnung noch zulässiger Bildungsbetrieb nicht aufrechterhalten werden“ kann.

Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt

„Aus diesem Grund fallen wir nicht unter das Generalverbot“, erklärt Tobias Rodig, Leiter Unternehmenskommunikation am Klinikum. Für das Personal werde dieses Angebot an allen drei Standorten im Verbreitungsgebiet der Münsterland Zeitung in Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt aufrechterhalten – auch, weil gerade in einem Krankenhaus besondere Arbeitsabläufe an der Tagesordnung und mitunter schnelle Reaktionszeiten angesagt seien.

„Gerade bei den oft langen Diensten der Mitarbeiter müssen wir eine Möglichkeit der Verpflegung schaffen“, ergänzt Rodig.

Dieses über die eigene Kantine im Haus abzuwickeln, sei schließlich auch die „sicherste Methode“. Zum einen ist so eine Kontaktverfolgung sichergestellt, zum anderen ließen sich dort sämtliche erforderlichen Schutzmaßnahmen einrichten. „Die Alternative wäre zum Beispiel, Pausenräume einzurichten, um Speisen einzunehmen“, so Rodig. Das sei „genau das, was man nicht erreichen wolle“.

Für externe Besucher und Patienten ist die Möglichkeit der Verpflegung im Café „im Grunde seit Beginn der Pandemie“ nicht mehr gegeben, aktuell herrsche bekanntlich auch ein Besuchsverbot. Wie bei der „internen Verpflegung“ gelte dieses Verbot auch für alle drei Standorte in Ahaus, Stadtlohn und Vreden.

Beschränkung auf Minimal-Kantinenbetrieb

Ergänzend zum genannten Passus dürfen gemäß aktueller Coronaschutzverordnung auch „Räume und erforderliche Verpflegung für nach dieser Verordnung zulässige Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden“. Das trifft zum Beispiel auf die BBS in Ahaus zu. Teilnehmer an genehmigten oder verpflichtenden Lehrveranstaltungen, zum Beispiel im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung, dürfen über die Kantine verpflegt werden. „Wir stellen das aber über einen Minimal-Kantinenbetrieb sicher. Die Speisen werden allein ausgegeben, sie dürfen vor Ort in der Kantine aber nicht eingenommen werden“, berichtet Jörg Olthues, Bereichsleiter Überbetriebliche Ausbildung.

Das wäre zwar durchaus erlaubt, aber „gerade in den Zeiten des aktuellen Lockdowns wollen wir auch ein Zeichens setzen und Kontakte auf das Minimale reduzieren“, so Olthues. Neben den bekannten Hygienemaßnahmen werde zudem „kontinuierlich gelüftet“.

Ebenso schafft man in der aktuellen Prüfungsphase die Möglichkeit einer Versorgung der Prüflinge und Prüfer. Dabei wirkt auch der Passus zur Sicherstellung der Arbeitsabläufe mit hinein. „Auch hier achten wir sehr genau darauf, die Zahl der Teilnehmer gering zu halten“, erklärt Olthues. Letzteres stellt auch der Umstand sicher, dass Präsenzunterricht derzeit im Haus nicht gestattet ist.

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