Verabschiedung im kleinen Rahmen: Im Beisein von Landrat Dr. Kai Zwicker (l.), Bürgermeisterin Karola Voß und Kreishandwerksmeister Günther Kremer (r.) gibt BBS-Geschäftsführer Bernhard Könning nach mehr als 28 Jahren im Amt seine Schlüssel ab. © BBS
Ruhestand

Bernhard Könning gibt die BBS-Leitung nach 28 Jahren in neue Hände

Fast drei Jahrzehnte hat Bernhard Könning die Berufsbildungsstätte Westmünsterland geleitet. Jetzt geht er in den Ruhestand. Es bleibt noch viel zu tun.

Der scheidende BBS-Geschäftsführer Bernhard Könning nimmt es – augenzwinkernd – noch einmal ganz genau: „28 Jahre und drei Monate!“ Am 22. Dezember kam er das letzte Mal zum Dienst und gab anschließend seinen Schlüssel für die Berufsbildungsstätte Westmünsterland ab. Fast drei Jahrzehnte hat er die BBS geleitet und entscheidend geprägt. Doch genauso verlief es anders herum.

Beruflich gestartet ist der Stadtlohner nach seinem BWL-Studium in Münster zunächst bei der Akademie Klausenhof in Hamminkeln. Zwölf Jahre war er dort pädagogischer Mitarbeiter. Später wurde er mehr und mehr in administrativer Funktion als Abteilungsleiter in die Verantwortung genommen. „Ich habe das Business von der Pike auf gelernt. Ohne diese Erfahrung hätte ich die Position als Geschäftsführer bei der BBS nicht bekleiden können“, sagt Bernhard Könning rückblickend.

Einer von zahlreichen Fototerminen: Im vergangenen Februar besuchte NRW-Gesundheits-, Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann zur Lossprechungsfeier für die Land- und Baumaschinenmechatroniker-Gesellen aus den Kreisen Borken und Coesfeld die BBS. Bernhard Könning (r.) und Obermeister Stefan Esther hatten ihn damals empfangen.
Einer von zahlreichen Fototerminen: Im vergangenen Februar besuchte NRW-Gesundheits-, Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann zur Lossprechungsfeier für die Land- und Baumaschinenmechatroniker-Gesellen aus den Kreisen Borken und Coesfeld die BBS. Bernhard Könning (r.) und Obermeister Stefan Esther hatten ihn damals empfangen. © BBS © BBS

37 Jahre alt war er, als er die Herausforderung in Ahaus angenommen hat: Im zweiten Wahlverfahren bekam er das Vertrauen der Gesellschafter. Der ursprüngliche Kandidat war zwei Wochen vor Dienstantritt wieder abgesprungen.„Wäre es nicht eine Stelle in unmittelbarer Wohnortnähe gewesen, ich hätte mich damals wahrscheinlich noch nicht für einen Chefposten beworben. Später war ich froh, es gemacht zu haben“, gibt Bernhard Könning zu.

Kein leichter Start führt trotzdem zu 28 Jahren im Amt

So war es kein leichter Start auf neuem Parkett. „Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich mich durchgekämpft und das Geschäft einigermaßen verstanden hatte“, gibt Könning zu. Dass daraus aber einmal 28 Jahre werden würden, hätte er zu Beginn nie gedacht. „Maximal hatte ich mir fünf Jahre zum Ziel gesetzt. Aber irgendwie hat mich die BBS dann nicht wieder losgelassen“, lautet das Resümee des Neu-Pensionärs.

Dabei begleitete er auch einige Großprojekte: Der Umbau des Schlosses Ahaus, der Neubau des Lehrbauhofes, der Neubau des Berufsorientierungs-Zentrums (BOZ) oder die Modernisierung am Haupthaus sind da nur die deutlichsten Beispiele.

Auch ohne Anzug und Krawatte trifft Bernhard Könning – hier beim Sommerfest mit der BBS-Belegschaft 2018 – den Nagel oft auf den Kopf.
Auch ohne Anzug und Krawatte trifft Bernhard Könning – hier beim Sommerfest mit der BBS-Belegschaft 2018 – den Nagel oft auf den Kopf. © BBS © BBS

„Die Bildungsangebote und Konzepte waren ständigem Wandel unterworfen. Immer galt es, sich auf ändernde Märkte und Zielgruppen einzustellen“, schildert er. Gerade die jüngste Vergangenheit sei sehr stark geprägt von den Herausforderungen der Digitalisierung. Und dann kam 2020 auch noch die Corona-Pandemie hinzu. „Es war eigentlich immer eine sehr intensive Zeit. Dies alles zu meistern, gelang nur mit einem hervorragendem Team. Insoweit war ich immer stolz auf die BBS-Belegschaft“, lobt Bernhard Könning. Ein Bildungshaus wie die BBS lebe davon, dass es von Mitarbeitenden getragen werde, die sich oft auch über das normale Maß hinaus engagierten. Das habe ihm seine Arbeit sehr erleichtert.

Viele Baustellen bleiben, doch das Potenzial ist riesig

Bernhard Könning ist zuversichtlich, dass die BBS auch weiter ihren Weg gehen wird: „Das Potenzial des Hauses ist enorm. Als ich gekommen bin, gab es viele Baustellen, wenn ich jetzt Abschied nehme, hinterlasse ich Baustellen. Trotzdem ist mir um die Zukunft der BBS nicht bange.“

Ein offizieller Abschied musste wegen der Pandemie-Regelungen natürlich ausfallen. Einige Besuche fanden an seinem letzten Arbeitstag allerdings trotzdem statt – in kleinerem Kreis, mit Abstand und Maske: So nutzte Landrat Dr. Kai Zwicker die Gelegenheit, Bernhard Könning sowohl im Namen des Kreises Borken als auch persönlich für sein erfolgreiches Wirken im Dienste der Nachwuchsqualifizierung und Weiterbildung für unsere heimischen Handwerks- und Industriebetriebe zu danken. „Sie hinterlassen ein gut bestelltes Haus, sodass Sie nun mit Zufriedenheit den Blick nach vorne auf Ihren in Kürze beginnenden neuen Lebensabschnitt richten können“, sagte er.

Nachfolger steht im Moment noch nicht fest

Ein Nachfolger von Bernhard Könning als Geschäftsführer der Berufsbildungsstätte steht noch nicht fest. Die Bewerbungsfrist bei der Stellenausschreibung endete am 6. Dezember. Über die Besetzung entscheiden die Gesellschafter, zu denen neben dem Kreis Borken die Stadt Ahaus, die Kreishandwerkerschaft Borken, die Handwerkskammer Münster sowie die Stiftung Akademie Klausenhof zählen.

Geruhsam, so hofft Bernhard Könning, werde der kommende Lebensabschnitt nicht: „Zunächst werde ich den Zettel abarbeiten, den meine Frau für mich geschrieben hat“, verrät er. „Dann werde ich mal sehen, wo ich mich noch einbringen kann. Sicherlich weniger zeitintensiv als in den vergangenen Jahren – aber nur die Beine hochlegen, das ist nicht meins.“

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