Wie man sieht, sieht man nichts: Die Baustelle an der Kindertagesstätte Villa Kunterbunt ist zum Zwangsstopp verurteilt: Für das geplante Holzständer-Bauwerk ist aktuell kein Bauholz zu bekommen. © Stephan Rape
Kinderbetreuung

Baustoffmangel stoppt Kita-Baustelle – Viele Eltern mit Angebot zufrieden

Weil Bauholz fehlt, liegt die Baustelle an der Kita Villa Kunterbunt im Moment komplett auf Eis. Wann es weitergeht, ist noch nicht klar. Das Kita-Angebot soll insgesamt flexibler werden.

Eigentlich sollte die Erweiterung der Kindertagesstätte Villa Kunterbunt im August fertiggestellt sein. Doch im Moment ruht die Baustelle an der Kindertagesstätte komplett. Das Problem: Baustoffmangel.

„Holz, Metall und Elektrobauteile sind teilweise überhaupt nicht mehr zu bekommen“, erklärte der Beigeordnete Werner Leuker am Montagabend im Jugendhilfeausschuss. Für die Kita Villa Kunterbunt ein großes Problem: Die Erweiterung dort soll vor allem mit Holz gebaut werden.

Baustopp verzögert neue Gruppe bis 2022

Wann sich die Lage wieder bessert, sei im Moment nur schwer abzusehen. Die geplante Fertigstellung noch in diesem Jahr sei aber wohl nicht mehr einzuhalten. Aktuell rechne die Verwaltung damit, dass die neue Gruppe in der Villa Kunterbunt erst im Jahr 2022 in Betrieb genommen werden kann.

Ein Übergangsangebot soll es in der Zwischenzeit im nahe gelegenen Kinderhaus Rasselbande am Ahauser Krankenhaus geben. „Für Eltern, die beruflich auf die Betreuung ihrer Kinder angewiesen sind“, machte Werner Leuker deutlich.

Die Erweiterung an der Villa Kunterbunt soll nun im Jahr 2022 fertig gestellt werden. Für den Übergang werden einige zusätzliche Plätze im Kinderhaus Rasselbande am Ahauser Krankenhaus eingerichtet.
Die Erweiterung an der Villa Kunterbunt soll nun im Jahr 2022 fertig gestellt werden. Für den Übergang werden einige zusätzliche Plätze im Kinderhaus Rasselbande am Ahauser Krankenhaus eingerichtet. © Stephan Rape © Stephan Rape

An der Villa Kunterbunt entstehen ein Gruppenraum für die U3-Betreuung, ein Schlafraum und mehrere Technikräume. Weitere Räume werden umgebaut und die Mensa erweitert.

In Wessum und Graes stehen die Zeitpläne noch weitestgehend

Die Erweiterung der Wessumer Kita Siebenstein, auch dort entstehen gerade weitere Gruppenräume, liege noch im Plan. „Weitestgehend“, wie Werner Leuker es formulierte. Auch das könne sich aber noch ändern.

Und auch in Graes wird aktuell gebaut: Dort entsteht Platz für eine vierte Gruppe. Der Bau dort sei ebenfalls in etwa im Zeitplan. Die Eröffnung könne jedoch nicht, wie geplant, zum Beginn des neuen Kindergartenjahrs am 1. August, sondern wohl erst im Oktober oder November 2021 gefeiert werden.

So viel zu den schlechten Nachrichten rund um die Ahauser Kindergärten. Positiv hingegen stimmt die Verwaltung eine Umfrage unter den Eltern der Kindergartenkinder in der Stadt und den Ortsteilen.

Die meisten Eltern sind mit dem Angebot zufrieden

Die Verwaltung hatte von April bis Mai die Zufriedenheit der Eltern und deren Wunsch nach weiteren Betreuungszeiten abgefragt. Mit enormer Resonanz: Fast 52 Prozent der befragten Eltern hatten sich an der Umfrage der Verwaltung beteiligt. Ein Wert, auf den die Ahauser Verwaltung sehr stolz war: Eine ähnliche Umfrage auf Kreisebene hatte gerade einmal eine Antwortquote von vier Prozent.

Tenor der Umfrage: Überwiegend sind die Eltern mit dem Angebot der Kitas zufrieden. 83 Prozent der Eltern sind mit den Öffnungszeiten am Morgen zufrieden. 75 Prozent halten auch das Ende der Betreuungszeiten am Nachmittag oder frühen Abend für ausreichend. 19 Prozent der Befragten meldeten jedoch weiteren Bedarf für Kinderbetreuung außerhalb der Öffnungszeiten an. Zum Großteil aus beruflichen Gründen.

Flexiblere Buchung soll Arbeit und Familie möglich machen

Auch flexiblere Stundenbuchungen von Tag zu Tag waren ein großes Thema für die Eltern. Seien es insgesamt frei wählbare Zeiten, unterschiedliche Aufteilungen für Vor- oder Nachmittagsbetreuung oder eine Stundenabrechnung nach der tatsächlichen Anwesenheit der Kinder in den Kindertagesstätten.

Eine Aufgabe, die die Verwaltung in den kommenden Jahren angehen möchte. „Das bisherige Angebot ist relativ steif und dadurch wenig familienfreundlich“, machte Werner Leuker deutlich. Bisher sei es bei der Kita-Planung vor allem um den Ausbau der Plätze gegangen. Doch neben der reinen Anzahl spiele eben auch die Qualität der Angebote eine große Rolle.

In Zukunft soll es flexibler werden. Natürlich gehe es um den Bedarf insgesamt und nicht um einzelne persönliche Wünsche, dennoch zeichne sich eben ein Bild ab: Allein wegen flexiblerer Arbeitszeitmodelle solle das System nach und nach überarbeitet werden. Dafür stehen rund 186.000 Euro zur Verfügung. Auch Elternbefragungen sollen zukünftig regelmäßig zu unterschiedlichen Themen durchgeführt werden.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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