Glück für Raser: Blitzer auf der B70 in Alstätte waren schon länger außer Betrieb

dzB70 in Alstätte

Mit Blitzern verdiente der Kreis Borken zuletzt viel Geld. An der B70 in Alstätte sind die Blitzer nun verschwunden. Im vergangenen Jahr waren sie aber ohnehin nicht mehr im Einsatz.

Ahaus

, 18.02.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Alstätte gibt es seit einiger Zeit zwei Unfallschwerpunkte auf der B70. Sowohl an der Kreuzung B70/Enscheder Straße als auch an der Kreuzung Haaksbergener Straße/Buurser Straße kam es immer wieder zu Unfällen. Oft war überhöhte Geschwindigkeit daran Schuld. Fest installierte Radaranlagen am Straßenrand sollten helfen, die Autofahrer zum langsameren Fahren zu bringen. Doch im vergangenen Jahr waren sie gar nicht eingeschaltet.

Immer waren die Blitzer an der B70 sowieso nicht in Betrieb, da nie alle Geräte im Kreis Borken gleichzeitig genutzt werden, erklärt Ellen Bulten, Pressereferentin des Kreis Borken, auf Anfrage der Redaktion. „In den einzelnen Jahren werden unterschiedliche Messschwerpunkte gebildet.“ 2018 gehörte auch die B70 in Alstätte zu diesen Schwerpunkten.

Über 1,5 Millionen Euro Bußgelder in den vergangenen zwei Jahren

Wie viele Autofahrer dort geblitzt wurden, dazu kann der Kreis Borken keine Angaben machen. Insgesamt seien es sowohl im Jahr 2018 als auch im vergangenen Jahr jeweils etwa 24.000 Fahrer gewesen. Die daraus resultierenden Einnahmen für den Kreis beliefen sich auf jeweils circa 770.000 Euro.

Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Strafe in Höhe von etwa 32 Euro pro geblitztem Fahrer. Ein Blick auf den aktuellen Bußgeldkatalog zeigt: Der durchschnittliche Fahrer, der auf der B70 in Alstätte geblitzt wurde, fuhr also mindestens 16 bis 20 km/h zu schnell. Denn eine derartige Geschwindigkeitsüberschreitung zieht zurzeit eine 30-Euro-Strafe nach sich.

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Auch im vergangenen Jahr fuhr auf der B70 bestimmt der ein oder andere Autofahrer zu schnell, doch ein Foto mit Rechnung erhielt niemand mehr. Denn die Blitzer an der B70 wurden gar nicht mehr eingesetzt, verrät Ellen Bulten. Schuld daran war der Landesbetrieb Straßen.NRW. Schon seit Längerem hatte die Straßenbauverwaltung einen Umbau der B70 geplant. Zwei Kreisverkehre sollen an den beiden Kreuzungen entstehen. Die Planungen laufen schon seit einigen Jahren.

Straßen.NRW will schon länger die B70 in Alstätte umbauen

Und eben weil sie schon so lange laufen und der geplante Baustart immer wieder verschoben wurde, wurden die Blitzer nicht mehr eingesetzt. Denn es bedurfte einer Reparatur. „2019 hätten die Sensorschleifen ausgetauscht werden müssen“, erklärt Bulten. „Da Straßen-NRW den Beginn der Baumaßnahme zu einem deutlich früheren Zeitpunkt angekündigt hat, wurde diese Unterhaltungsmaßnahme nicht durchgeführt.“

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Seit wenigen Tagen sind die Blitzer allerdings ohnehin an beiden Kreuzungen verschwunden. Schuld daran sind ebenfalls die geplanten Bauarbeiten an der B70 von Straßen-NRW, die in diesem Frühjahr wirklich starten sollen. Auch nach der Fertigstellung des Straßenabschnitts sollen die beiden Blitzer auf der Strecke nicht wieder installiert werden.

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