Audiokonzept fürchtet um Zukunft und beleuchtet die Stadthalle rot

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Audiokonzept steht mit dem Rücken zur Wand: Die Coronakrise hat dem Ahauser Veranstaltungsspezialisten den Großteil seines Umsatzes entzogen. Deswegen wird die Stadthalle bald rot angestrahlt.

Ahaus

, 14.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die strengen Vorschriften zum Schutz vor der Verbreitung des Coronavirus werden nach und nach gelockert. Für die gesamte Veranstaltungsbranche ist das aber keine große Hilfe. Bundesweit wollen Unternehmen deswegen auf ihre Sorgen aufmerksam machen.

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So wie das Ahauser Unternehmen Audiokonzept. „Wir fühlen uns vergessen“, sagt Frank Schwämmle, der bei Audiokonzept für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Die Auswirkungen des Lockdowns sind bei Audiokonzept deutlich spürbar: „In den ersten 48 Stunden nachdem alle Veranstaltungen abgesagt worden sind, haben wir ungefähr eine Millionen Euro Umsatz eingebüßt“, erklärt er. Hilfen habe es hingegen bisher nicht gegeben. Im Gegensatz zu anderen Industriezweigen habe die Veranstaltungsbranche einfach eine zu schwache Lobby.

Unternehmen hält sich mühsam über Wasser

Momentan hält sich Audiokonzept mühsam mit Installationen über Wasser. Durch Umbau und Einrichtung von Konferenzräumen beispielsweise. „Viele Firmen müssen ja jetzt auf digitale Konferenzen umschwenken“, erklärt Frank Schwämmle. Auch die Konferenztechnik für politische Sitzungen in Ahaus oder Gronau stammt von Audiokonzept.

Einige Veranstaltungen seien ja auch komplett im Internet gestreamt worden. Beispielsweise bei Shopware aus Schöppingen oder Develop in Gescher. Für die hat Audiokonzept Sendestudios eingerichtet und betrieben. Einige weitere Aufträge kamen von der Stadt Ahaus: „Wir haben zum Beispiel umfangreiche Elektroprüfungen in den Schulen gemacht“, so Frank Schwämmle. Auch das habe ein wenig geholfen.

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„Das ist aber alles nichts Langfristiges“, sagt er weiter. Für den Juni gebe es noch einige Aufträge, danach sei schon wieder Ebbe. „Geht es so weiter wie bisher, heißt das für uns definitiv, dass das Licht ausgeht“, erklärt er. Bis Ende des Jahres hat sich das Ahauser Unternehmen Zeit gegeben.

Messebau und Veranstaltungen fehlen

Was fehlt, sind der Bereich Messebau und sämtliche Veranstaltungen, für die Audiokonzept normalerweise die Licht- und Tontechnik beisteuert. Die sorgen normalerweise für 60 bis 65 Prozent des Gesamtumsatzes. „Wo wir reduzieren konnten, haben wir es auch getan“, sagt Frank Schwämmle. Beispielsweise wurden Fahrzeuge abgemeldet. Auch die Belegschaft ist kleiner geworden. „Niemand wurde gekündigt“, erklärt er schnell. Doch ein Auszubildender, der am 1. Mai seine Stelle antreten wollte, durfte das nicht. Zwei andere Mitarbeiter haben sich selbst eine neue Stelle gesucht. Freelancer, also Selbstständige, werden auch nicht mehr eingesetzt.

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Aktuell sind noch neun Personen bei Audiokonzept beschäftigt. Wie lange noch, sei die große Frage. „Ohne uns gibt es keine Kultur. Ohne uns bleibt es dunkel.“

Wie die Hilfe für die Veranstaltungsbranche aussehen kann, mag Frank Schwämmle momentan nicht näher abschätzen. „Ich kann da auch keine Blaupause vorlegen“, erklärt er. Klar ist für ihn nur, was nicht hilft: „Die Senkung der Mehrwertsteuer oder die Aussicht auf Kredite bringen uns nicht viel“, sagt er. Denn die Umsätze fehlen ganz einfach und ein Kredit müsse ja auch zurückgezahlt werden. Die Regierung müsse der ganzen Branche unter die Arme greifen.

Stadthalle Ahaus wird rot erleuchtet

Um auf diese Ziele aufmerksam zu machen, beteiligt sich Audiokonzept vom 22. auf den 23. Juni an der Night of Light, einer bundesweiten Aktion der gesamten Veranstaltungsbranche: An über 450 Orten werden besondere Bauwerke in rotes Licht getaucht. In Ahaus wird die Stadthalle rot erleuchtet.

Natürlich ist das nur ein Symbol. Aber eines, das Aufmerksamkeit erzeugen soll: „Wer uns unterstützen möchte, soll Fotos oder Videos von der beleuchteten Stadthalle machen und sie mit dem Hashtag #nightoflight2020 bei Facebook oder Instagram verbreiten“, erklärt er.

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