Heeker (32) über seine Unfallflucht: „Das war einfach Mist an einem chaotischem Tag“

Gerichtsprozess

Ein 32-jähriger Heeker musste sich vor dem Amtsgericht Ahaus wegen Unfallflucht verantworten. Dort zeigte sich der Mann zwar geständig und reumütig, eine satte Geldstrafe gab’s dennoch.

Ahaus

, 27.08.2019, 10:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heeker (32) über seine Unfallflucht: „Das war einfach Mist an einem chaotischem Tag“

Schnell ist es passiert: Beim Ausparken wird ein anderes (parkendes) Auto touchiert. Jetzt heißt es: Warten bis der Fahrzeughalter eintrifft. Ein Zettel hinter den Scheibenwischer klemmen oder einfach wegfahren wie 32-jährige Heeker ist Unfallflucht. (Symbolbild) © Dpa

Wegen des unerlaubten Entfernens vom Unfallort musste sich ein 32-jähriger Heeker vor dem Amtsgericht Ahaus verantworten. Dort zeigte sich der Angeklagte reumütig, muss aber dennoch 1800 Euro in die Landeskasse zahlen. Damit das Verfahren nicht nur vorläufig, sondern endgültig eingestellt wird.

Nur Sekunden, nachdem die Staatsanwältin die Anklageschrift verlesen hatte, ergriff der Anwalt des Heekers das Wort. „Gegen den Vorwurf gibt es rechtlich nichts einzuwenden. Mein Mandant gibt die Sache vollumfänglich zu.“

Heeker fabriziert missglücktes Ausparkmanöver

Konkret ging es dabei um ein missglücktes Ausparkmanöver am 21. März dieses Jahres vor einer weiterführenden Schule in Ahaus. Der Angeklagte hatte, trotz Krankschreibung, mit einem Firmenwagen seine Tochter zur Schule gebracht und einer schulischen Informationsveranstaltung beigewohnt.

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„Das war ein doofer Tag“, so der Angeklagte. Krankheit, Stress und viele Dinge im Kopf – all das habe dazu geführt, dass er nach dem Ausparkunfall keinen klaren Kopf behalten habe. Denn: Mit dem Heck seines Wagens rammte er ein parkendes Fahrzeug.

Dem Angeklagten gehen die Nerven durch

„Ich habe das gemerkt, bin auch ausgestiegen und habe einige Zeit gewartet“, so der 32-Jährige. Dann sei ihm die Sache aber wegen der Krankschreibung und dem Firmenwagen zu heiß geworden. „Ich dachte, ich bekomme riesigen Ärger und hatte auf einmal Existenzängste“, erklärte der Heeker dem Richter.

Dieser erwiderte: „Den Ärger haben Sie jetzt auch hier im Gericht.“ Der Angeklagte nickte und sank im Stuhl zurück. Nicht jedoch ohne vorher anzumerken: „Mir tut das alles leid. Natürlich auch für die Geschädigte.“

Die Beteiligten handeln das Strafmaß aus

Diese sowie eine Zeugin, die das Geschehen seinerzeit beobachtet hatte, wurden aufgrund der Geständigkeit des Heekers nicht mehr in den Zeugenstand berufen. Stattdessen verhandelten Richter, Verteidiger und Staatsanwältin das Strafmaß für den 32-Jährigen.

„Ein Führerscheinentzug wäre für meinen Mandanten, der als Handwerker oft auf Montage ist, eine Katastrophe. Er soll die Strafe spüren, aber nicht auf diese Art“, so der Verteidiger.

Letztlich setzte das Gericht die Geldstrafe auf 1800 Euro fest. In sechs gleich hohen Raten muss der 32-Jährige diese Summe nun in die Landeskasse zahlen, damit das Verfahren endgültig eingestellt wird. „Sie kommen hier noch so gerade mit einem blauen Auge davon, seien Sie sich dessen bewusst“, so der Richter.

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