Alstätter Studentin erkundet Karibikinsel Curacao

Praktikum im Paradies

"Sonnige Grüße" schickt Lara Banken in die Heimat. Die junge Alstätterin weilt seit Ende August in der Karibik, genauer gesagt auf der Insel Curacao, die zu den niederländischen Antillen gehört. Dort macht die 21-Jährige, die sonst "Tourism Management" in Deventer studiert, ein fünfmonatiges Praktikum in einem Hotel.

ALSTÄTTE

von Von Lara Banken

, 07.01.2015, 17:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lara Banken berichtet: Zu Beginn meines Studiums war irgendwann der Moment da, in dem ich Curacao für mich entdeckt habe. Die Insel ist ein kleines Stück Holland mitten in der Karibik. Im 16. Jahrhundert von den Spaniern entdeckt und im 17. Jahrhundert von den Niederländern erobert, findet man noch heute überall deren Spuren. Auf Curacao spricht man vier Sprachen. Neben der offiziellen Amtssprache Niederländisch auch Papiamento, Spanisch und Englisch. Papiamento ist ein Mix aus Portugiesisch, Spanisch und Niederländisch.

Frühstücksdienst

In meinem Praktikumsbetrieb habe ich in den ersten Monaten den Frühstücksdienst gehabt. Das heißt, ich muss jeden Morgen um 7 Uhr anwesend sein, Brötchen backen, vorbereiten und vor allem vom Abend zuvor nachbereiten. Jedes Frühstück wird dann frisch und nach dem Wunsch des Gastes zubereitet. Witzig ist es immer dann, wenn ich erst bei einem Tisch mit niederländischen Gästen war und dann zu den Deutschen gehe. Die erste Frage ist meistens "Do ju särf bräkfäst?". Ich antworte dann auf Deutsch: "Aber natürlich können Sie hier frühstücken!" Wenn ich danach wieder zu meinen niederländischen Gästen gehe, fragen die mich meistens, warum ich denn Deutsch sprechen könne.Kontakt mit den Gästen

Seit ein paar Wochen sitze ich auch an der Rezeption und gebe unseren Gästen Informationen über die Insel, buche Tagestouren, beantworte E-Mails und verarbeite Buchungen sowie Check-ins und Check-outs. Außerdem laufe ich täglich auch ein paar Stunden im Housekeeping mit und kontrolliere, ob die Zimmer sauber sind, und arbeite auch daran mit, den Hotelbetrieb weiter zu optimieren. Denn das Hotel hat gerade einmal ein Jahr geöffnet.

Ich wohne in einem Studentenhaus in Pietermaai, einem Viertel von Willemstad. Das ist perfekt, weil ich nur zwei Minuten zur Arbeit laufen muss. In dem Haus wohnen noch 14 weitere Studenten, wir teilen uns mit insgesamt 58 Studenten einen Innenhof. Die Preise im Supermarkt sind verhältnismäßig hoch, dies kommt vor allem dadurch, dass Curacao eine Insel ist und wegen der Öl-Raffinerie und des mehr oder weniger unfruchtbaren Bodens vieles importiert werden muss. Mülltrennung ist für die Menschen in Curacao übrigens ein absolutes Fremdwort – alles landet in einer Tonne: Batterien, Glas, Essensreste…

Obdachlose und Drogen

Wenn man hier die Straßen entlangfährt, sieht man, dass es sehr viel Armut gibt. Die Menschen wohnen in Hütten, die in Europa schlichtweg unvorstellbar wären. In Pietermaai tauchen sehr oft Obdachlose auf, die häufig drogenabhängig sind und sich Essensreste aus den Müllcontainern suchen. Dies war für mich schockierend, als ich das zum ersten Mal gesehen habe. Auffallend ist dennoch die Freundlichkeit: Hier auf der Insel ist es ganz normal, jedem auf der Straße bon dia, bon tardi oder bon nochi zu wünschen und zu fragen, wie es der Person geht.  Aufgefallen ist mir auch, dass die Menschen hier viel langsamer laufen, als ich es gewöhnt bin. Selbst wenn man einer Person freundlich mitteilt, dass heute noch viel zu tun ist, ändert sich daran nichts. Auf Curacao gibt es keinen Jahreszeitenwechsel, selbst nachts ist es noch um die 28 Grad warm. Dies geht natürlich zu Lasten der Schlafqualität, und in den ersten Wochen war es auch eine große Umstellung, allein schon weil es am Abflugtag in Europa nur 15 Grad kalt war.  

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