Alstätter fordern, dass endlich ihr Dorfplatz neu gestaltet wird

dzDorfmitte Alstätte

Was passiert mit dem Dorfplatz in Alstätte? Und vor allem wann? Das fragt sich Manfred Wigger, das fragen sich viele Alstätter. Seit einem Jahr ist nichts passiert, so die Kritik.

Alstätte

, 24.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Der Dorfplatz in Alstätte: Der Parkplatz vor Aldi, Kik und Edeka ist gut gefüllt. Die Wiese daneben wirkt trist, nur ein paar Fähnchen hängen hier noch seit dem Schützenfest. Einladend oder gar nach Dorfmitte sieht das nicht aus. Auch beim Schützenfest hat man viel über den Dorfplatz gesprochen, sagt Manfred Wigger (FDP), Mitglied des Arbeitskreises Dorfplatz Alstätte.

Der Alstätter übt starke Kritik an der Stadt Ahaus. „Am 5. Juli 2018 hat der Arbeitskreis zum letzten Mal getagt. Damals wurde uns zugesagt, dass zügig ein neues Konzept aus den Vorschlägen und Ideen aus der Bevölkerung entwickelt wird.“ Doch passiert sei nichts. „Weder Vorschläge noch Entwürfe“, so Wigger. Er fordert: „Die Stadt muss mit neuen Ideen Bürger, Eigentümer und Investoren überzeugen.“

Zum Arbeitskreis Dorfmitte Alstätte gehören Vertreter der Parteien sowie Vertreter des Heimatvereins, des Gewerbevereins und des Schützenvereins.

Alstätter und Stadt haben verschiedene Vorstellungen

Die Nachfrage bei der Stadt Ahaus zeigt: Die Lage ist kompliziert. Um es auf einen Punkt zu bringen: Die Vorstellungen der Alstätter und die Vorstellungen der Stadt liegen weit auseinander. Es kommt aber gerade wieder Bewegung in das Thema.

Gerade vor zwei Wochen, so informiert Stadtplaner Walter Fleige auf Anfrage der Münsterland Zeitung, gab es ein inzwischen zweites Gespräch zwischen der Verwaltung und den Eigentümern über das Konzept.

Das Ergebnis: „Wir wollen uns jetzt noch einmal unter Einbeziehung der Marktbetreiber und der Eigentümer in einem Workshop zusammensetzen“, sagt Walter Fleige. Das soll im November geschehen. Dann solle ausgelotet werden, was – vielleicht auch unter Bauchschmerzen – möglich sei. Denn beispielsweise Aldi, das sich in Alstätte neu aufstellen will, baut seine Märkte nach einem festen Konzept.

Konzept wurde 2017 vorgestellt

Rückblick: Im Juli 2017 stellt die Stadt den Politikern das Konzept für den Dorfplatz vor. Ziel war es, die Nahversorgung näher an den Dorfkern zu rücken. Nur so ließe sich die „Zentrale Nahversorgung“, wie sie die neuere Rechtsprechung vorsieht, erhalten.

Dazu sollte der Dorfplatz fast flächendeckend bebaut werden. Direkt an der Haaksbergener Straße sollten Gebäude entstehen für Dienstleister und Wohnungen, daran würden sich Discounter und Lebensmittelmarkt anschließen. Die Parkplätze sollten im hinteren Bereich angesiedelt werden. Die Bäume im hinteren Bereich müssten weichen.

Alstätter fordern, dass endlich ihr Dorfplatz neu gestaltet wird

Auf dem Dorfplatz hängen noch ein paar Fähnchen vom Schützenfest, im Hintergrund sieht man, dass er auch oft als Parkplatz zweckentfremdet wird. © Markus Gehring

In Alstätte waren viele Bürger mit diesen Plänen nicht einverstanden. Der gefährdete Baumbestand, die Bebauung direkt an der Straße, der Wegfall des Dorfplatzes für Feste waren einige der Kritikpunkte. Es folgte eine interaktive Bürgerbeteiligung Ende 2017, die ähnliche Ergebnisse aufzeigte.

„Wir wollen keine Bebauung direkt an der Straße.“
Manfred Wigger

Heute, im Juli 2019, sind diese Positionen weitgehend erhalten. „Wir wollen keine Bebauung direkt an der Straße“, sagt Manfred Wigger. Die Bebauung im hinteren Teil, davor die Parkplätze, dafür spricht er sich genauso aus wie auch Tobias Schulten aus dem Vorstand des Gewerbevereins Wüllen. „Der Blick zur Kirchstraße soll geöffnet bleiben“, sagt dieser im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Zudem, so Schulten, könnten die Parkplätze im vorderen Bereich weiter für Veranstaltungen genutzt werden.

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Stadtplaner Walter Fleige sagt zu diesen Vorstellungen: „Das sind Konzepte der Vergangenheit“. Zu dem Entwurf der Stadt Ahaus sagt er: „Das Ergebnis ist städtebaulich belastbar.“ Und er ergänzt: „Andere Ortsteile wären froh, wenn sie solch einen Entwurf für ihre Dorfmitte hätten. Aber in Alstätte ist alles etwas anders.“ Konkrete Kritikpunkte an dem Entwurf der Stadt kann er von Seiten des Arbeitskreises nicht erkennen, spricht gar von einem „Bauchgefühl“ der Alstätter.

Keine „flachen Kisten“ im Ort

Eingeschossige, dafür umso größere Gewerbehallen für Discounter – „flache Kisten im Ort“ – das ist nicht das, was der Ahauser Stadtplaner will. Riesige vorgelagerte Asphaltflächen für Parkplätze, auch das sei nicht mehr zukunftsgewandt. Und wenn Walter Fleige erzählt, dass Aldi in Berlin inzwischen Wohnungen über neuen Märkten baut, um so den Weg zu neuen Handelsflächen zu ebnen, kann man sich vorstellen, wohin auch hier die Reise gehen könnte. „Was für Berlin und Ahaus geht, muss auch für Alstätte gelten.“

Wie wird es weitergehen? Walter Fleige: „Ohne fundierte Kritik können wir kein neues Konzept entwickeln.“ Er verstehe die Ungeduld. Aber es könne nicht um Schnellschüsse gehen. „Wenn man jetzt etwas verkehrt macht, dann wirkt das noch 30 Jahre nach. Das kann auch zum Schaden für Alstätte sein.“

Die Gefahr, dass es schnell gehen könnte, besteht allerdings angesichts vieler aktueller Planverfahren in Alstätte kaum. Denn auch das sagt Walter Fleige: „Wir haben immer klar gemacht, dass wir erst das Projekt Eschstraße zu Ende bringen wollen, bevor wir uns mit dem Dorfplatz beschäftigen können.“

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