Ahauser Sonnenstudio bleibt auch nach der Brand-Sanierung geschlossen

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Auf der Webseite steht noch „vorübergehend geschlossen“. Nicht erst seit dem Brand im März ist aber klar, dass das Sonnenstudio nicht mehr öffnen wird. Der Besitzer überlegt eine neue Nutzung.

Ahaus

, 12.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 4. März war ein schwarzer Tag für die Betreiber des Asia-Lokals „Golden Dragon“ und die Betreiberin des benachbarten Sonnenstudios an der Bahnhofstraße: Ein Brand zerstörte das Studio komplett und große Teile des Restaurants. Wochenlange Untersuchungen, Gutachten schlossen sich an, bevor mit der Sanierung gestartet werden konnte. Die Corona-Pandemie stellte zusätzlich alle Pläne auf den Kopf.

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Jetzt sind die Renovierungsarbeiten im vollen Gange, der vordere Teil der Gaststätte und die Küche sind wieder nutzbar. Auch der beißende Brandgeruch ist mittlerweile gewichen. Mit einem Abhol-Service ist die Familie Nguyen zurück auf dem Weg in die Normalität. Anders ist die Situation nebenan, wo sich auf rund 100 Quadratmeter über 20 Jahre lang die Ahauser „sonnten“.

Betreiberin nennt Gründe für die Schließung

Maria Konert aus Gescher, die das Studio 1998 von der Familie Leuker übernommen hatte, hat sich gegen einen Neuanfang entschieden. „Ich werde im nächsten Jahr 65“, nennt sie im Gespräch mit der Redaktion eines ihrer Argumente. Sie beschreibt aber auch, dass sich die Zeiten geändert hätten: „Sonnenstudios sind heute einfach nicht mehr so gefragt.“

Entkernt ist der Bereich des ehemaligen Sonnenstudios und wird nach Ende der Sanierung eine neue Nutzung bekommen.

Entkernt ist der Bereich des ehemaligen Sonnenstudios und wird nach Ende der Sanierung eine neue Nutzung bekommen. © Markus Gehring

Das war damals, als die Gescheranerin sich entschloss, zehn Jahre nach dem Start in ihrer Heimatstadt auch in Ahaus ein Sonnenstudio zu eröffnen, ganz anders: „Da war die Nachfrage richtig groß.“ Eine gebräunte Haut stand bei vielen hoch im Kurs. Das galt als chic und gesund. Diese Einstellung habe sich in den vergangenen zehn Jahr kontinuierlich verändert, sagt Maria Konert. Da waren es vor allem große gesundheitliche Bedenken, die plötzlich rund um die künstliche Bräune laut wurden.

Sonnenstudios kämpfen mit Problemen

„Dabei wurden die Bänke immer besser, die Mitarbeiter immer geschulter“, erinnert sich die Geschäftsfrau. Und dann taten die beiden vergangenen heißen Sommer noch ein Übriges dazu, dass Sonnenstudios ihre alte Attraktivität verloren hätten: „Da haben wir nur stundenweise geöffnet.“ Das alles waren für Maria Konert Motive, mit dem Feuer im März eine Schlussstrich zu ziehen. Auch das Studio in Gescher soll demnächst geschlossen werden.

Heute ist das Sunny-Bräunungsstudio an der Wüllener Straße noch das einzige seiner Art in Ahaus. Und Betreiberin Claudia Farwick teilt die Erfahrungen von Maria Konert. Für sie kommt noch Corona als zusätzlicher Problemfall dazu: „Es sind aktuell 30 Prozent weniger, das Geschäft ist stark eingebrochen, aber so einfach gibt man ein Geschäft, das man von seiner Mutter übernommen hat, auch nicht auf.“ Damals aber, als ihre Mutter 1999, nur ein Jahr nach Maria Konert, gestartet ist, habe es in Ahaus etliche Sonnenstudios gegeben. Claudia Farwick kann auf Anhieb einige Adressen nennen, von denen heute nur noch ihre an der Wüllener Straße 57 erhalten ist.

Weitermachen mit neuen Ideen

Und auch die ist schon bald überholt: Geplant ist ein Umzug an die Coesfelder Straße. Denn Aufhören steht für sie, wie gesagt, nicht auf dem Plan. Auch deshalb, weil sie an die Zukunft glaubt: „Den Beauty-Trend gibt es nach wie vor, und es werden immer die negativen Dinge berichtet, dabei hat die künstliche Sonne auch sehr viele positive.“ Außerdem sei auch sie bestrebt, den Ansprüchen der Kundschaft gerecht zu werden. Dazu zählt sie auch, dass es in ihrem Studio in Ahaus wie schon bereits in ihrem Stadtlohner eine Sonnenbank geben soll, die Kollagen produziert: „Man muss sich immer was einfallen lassen.“

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Das steht auch bei Klaus Grünewald, Besitzer der Immobilie an der Bahnhofsstraße, auf der Agenda. Der „Golden Dragon“ wird, wenn die Sanierung abgeschlossen ist, auch wieder in den Normal-Modus umschalten. Für das ehemalige Sonnenstudio aber steht eine neue Nutzung noch nicht fest.

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