Ahauser erhält über 1000 Euro Strafe nach Blitzerfoto – dabei war er nicht mal der Fahrer

dzAmtsgericht Ahaus

Für einen Mann aus Ahaus wurde ein Blitzerfoto richtig teuer. Über 1000 Euro muss der 53-Jährige zahlen, obwohl erseinen Wagen gar nicht selbst gefahren war.

Ahaus

, 09.02.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem Auto die vorgeschriebene Geschwindigkeit zu überschreiten, kann schnell teuer werden. Wer außerorts zwischen 21 und 25 Kilometer pro Stunde zu schnell fährt und erwischt wird, der kassiert bereits einen Punkt in Flensburg und eine 70-Euro-Strafe. Deutlich teurer endete ein Blitzerfoto nun für einen Ahauser – obwohl er selbst gar nicht gefahren war.

Ende Mai wurde der Wagen des 53-jährigen Mannes außerorts geblitzt. Die gemessene Geschwindigkeit lag 22 Km/h über dem erlaubten Tempo. Wenige Wochen später erhielt der Ahauser Post von der Stadt Bottrop, die ein Bußgeldverfahren eingeleitet hatte. Er trug ein, dass er in dem Moment nicht der Fahrer des Wagens gewesen sei und gab den eigentlichen Fahrer an.

Angeklagter gibt falschen Namen nach Blitzerfoto an

Der war aber ebenfalls nicht gefahren, wie sich später herausstellte. Vielmehr war es der Sohn des 53-Jährigen. Dass der zu dem Zeitpunkt schon 18 war und ohne elterlichen Begleiter fahren durfte, „hatte ich nicht auf dem Schirm“, erklärte der Angeklagte nun vor dem Amtsgericht. An dem Tag habe sein Sohn gesagt, dass er mit dem Neffen des Angeklagten nach Essen müsse und gefragt, ob er sich den Wagen ausleihen könne.

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Dass sei bei ihnen in der Familie nicht ungewöhnlich, erzählte der Familienvater. Als er dann Post erhielt, „habe ich nur gesehen, die Jungs sind gefahren“, woraufhin er automatisch den Namen des anderen und nicht den seines Sohnes eingetragen habe. Beim Blick auf das Blitzerfoto verwies der Richter jedoch auf eine interessante Entdeckung.

War der Angeklagte doch im Auto, als es geblitzt wurde?

Der Beifahrer auf dem Foto war ein älterer Herr, der dem Angeklagten nicht unähnlich sehe. „Das würde alles ändern“, sagte der Richter. Letztendlich einigten sich alle jedoch darauf, den Verdacht fallen zu lassen und sich weiter mit der eigentlichen Anklage zu beschäftigen. Denn der 53-Jährige war eigentlich wegen falscher Verdächtigung angeklagt.

Dass der Ahauser den falschen Fahrer angegeben hatte, stand bereits außer Frage. Und so forderte der Staatsanwalt letztendlich eine Geldstrafe in Höhe von 30 Tagessätzen á 40 Euro. Der Anwalt des Angeklagten schlug vor, es bei 30 Tagessätzen á 30 Euro zu belassen. „Wenn das Gericht in der Mitte liegt, kann ich aber auch damit leben“, sagte er. Tatsächlich landete der Richter mit seinem Urteil dann in der Mitte und verurteilte den nicht vorbestraften Ahauser zu einer Strafe von insgesamt 1050 Euro.

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