600 Meter rollender Lärm

Ahaus Die Erde zittert, der Staub knirscht zwischen den Zähnen, Schottersteine rasseln, Stahl kreischt, Druckluft zischt wie Peitschenknall, 16 mächtige Dieselmotoren lassen die Luft flimmern - das lärmende Inferno misst 600 Meter und kriecht schleppend auf der Bahnstrecke zwischen Ahaus und Epe vorwärts.

17.07.2008, 18:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>An den Bahnübergängen ist auch Menschenhand gefragt. Wo immer die Maschine lärmt, finden sich auch Schaulustige ein, um dem Monstrum bei der Arbeit zuzusehen.</p>

<p>An den Bahnübergängen ist auch Menschenhand gefragt. Wo immer die Maschine lärmt, finden sich auch Schaulustige ein, um dem Monstrum bei der Arbeit zuzusehen.</p>

Nach der Verlegung von zehn Kilometern neuen Schienen gehen die Gleisbauarbeiten jetzt mit der Reinigung des Schotterbetts in die heiße Phase. 14 000 Tonnen - das sind rund 70 Prozent des gesamten Schotterbestandes zwischen Ahaus und Epe werden ausgetauscht. Denn nicht nur die Schienen verschleißen im Laufe der Jahrzehnte, sondern auch der Schotter, erklärt Bauleiter Sören Fahlke. "Die Ecken und Kanten der Steine runden sich im Laufe der Jahre. Dadurch verliert das Schotterbett an Festigkeit." Nach der Reinigung und teilweisen Entnahme des Schotters, die gestern abgeschlossen wurde, folgt in den nächsten Tagen das "Stopfen" des neuen Schotters. Und auch das wird nicht leise vonstatten gehen: Wieder wird der Arbeitszug unterwegs sein, werden Fließbänder rasseln und die Schienen angehoben, um das Gleisbett neu anzufüllen.

Im nächsten Arbeitsschritt werden die Schienen voraussichtlich ab Dienstagnacht millimetergenau justiert und verschweißt. Fahlke: "Eigentlich hatten wir gehofft, tagsüber schweißen zu können. Aber laut Wetterbericht wird es wohl zu warm werden." Zu warm für die Schienen wohlgemerkt, nicht für die Schweißer. Denn wenn die Schienen bei zu hohen Temperaturen verschweißt werden, ergeben sich beim Abkühlen zu große Spannungen. In der Nacht zum Montag, 28. Juli, wollen die Gleisbauarbeiter das Feld räumen. Dann ist die Strecke wieder durchgängig bis Gronau befahrbar. Die parallel laufenden Arbeiten auf dem Abschnitt Lünen - Dortmund allerdings werden voraussichtlich noch bis zum 7. August andauern. gro

<p>Die mächtige Maschine hebt das Gleis an, um das darunter liegende Schotterbett erneuern zu können. MLZ-Fotos (7) Grothues</p>

<p>Die mächtige Maschine hebt das Gleis an, um das darunter liegende Schotterbett erneuern zu können. MLZ-Fotos (7) Grothues</p>

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