Über 55.000 Euro kamen insgesamt durch viele kleine Aktionen zusammen. Unter anderem verkauften Schülern an einem kleinen Stand Eier und andere Spezialitäten. © privat
Canisiusschule

55.000 Euro gespendet: Basar-Ersatz erfolgreicher als das Original

Der traditionelle Basar der Canisiusschule wurde abgesagt. Stattdessen gab es viele kleine, dezentrale Aktionen von Schülern und Lehrern. Das Ergebnis macht die Verantwortlichen sprachlos.

Der Basar der Bischöflichen Canisiusschule am Sonntag vor dem ersten Advent hat seit Jahrzehnten Tradition. Schüler verkaufen hier unter anderem Bastel- und Holzarbeiten, Weihnachtsaccessoires, Adventskränze oder Motivkarten. Die Cafeteria lockt normalerweise nicht nur viele Menschen aus Ahaus und den Nachbarorten an, sondern entwickelte sich im Laufe der Zeit auch zum Ehemaligentreff.

Das alles dient einem guten Zweck. Denn der gesamte Erlös des Tages fließt nach Leme (Brasilien), wo das Geld zu großen Teilen zum Fortbestand der dortigen Kindertagesstätte „Sagrada Familia“ genutzt wird. Zwischen 30.000 und 35.000 Euro kamen jeweils in den vergangenen Jahren zusammen. Für die Verantwortlichen war es also ein schwerer Schritt, die Veranstaltung in diesem Jahr wegen Corona absagen zu müssen.

Schnell Ersatz auf die Beine gestellt

Als die Entscheidung feststand, beschlossen Schüler und Lehrer gemeinsam, einen Ersatz auf die Beine zu stellen. Schließlich sei in Brasilien der Unterstützungsbedarf, auch coronabedingt, nicht geringer geworden. „Aus den Medien wussten wir, dass die Pandemie dort noch schlimmer grassiert und viele Familien in die absolute Armut stürzt. Daher fühlen wir uns in diesem Jahr besonders mit den Menschen und Kindern in Leme verbunden“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Bärbel Weiland.

Auch in der Ahauser Innenstadt gab es zwischenzeitlich einen Mini-Basar.
Auch in der Ahauser Innenstadt gab es zwischenzeitlich einen Mini-Basar. © privat © privat

Gemeinsam entschied man sich für eine dezentrale Lösung. „Wir haben viele kleine und größere Aktionen umgesetzt, um irgendwie Spenden zu sammeln. Jeder hat sich mit eingebracht“, sagt Rektor Niels Hakenes. Gemeinsam funktionierte man schon im Herbst die Aktion „Stadtradeln“ der Stadt Ahaus in eine Art Spendenlauf um. Mehrere tausend Euro kamen allein dabei zusammen. Einige Schulklassen organisierten außerdem Mini-Basare, bei denen im kleinen Stil selbst Gebasteltes verkauft wurde. Andere Schüler packten zum Beispiel auf dem Bauernhof mit an und spendeten ihren Tageslohn.

Online-Konzert ein voller Erfolg

Außerdem stellte die Schule einmal mehr unter Beweis, dass sie im Bereich Musik vor niemandem verstecken muss. Bei einem Benefiz-Online-Konzert, das unter Mitwirkungen von Eltern, Schülern und Lehrern aus der Landesmusikakademie live gestreamt wurde, kamen insgesamt rund 8000 Euro zusammen. Niels Hakenes spricht von einer „Wahnsinnssumme“. Die Gesamteinnahmen belaufen sich mittlerweile auf über 55.000 Euro – und ein bisschen Geld muss noch gezählt werden.

Der Basar-Ersatz hat das Original also, rein monetär betrachtet, übertrumpft. „Das ist ein absoluter Rekord, mit dem wir niemals gerechnet hätten“, sagt Bärbel Weiland. „So viel Dankbarkeit und Solidarität lässt uns dankbar und stolz sein.“ Niels Hakenes blickt schon in die Zukunft: „Wir denken darüber nach, auch in den nächsten Jahren einige Elemente erneut aufzunehmen. Aber natürlich freuen wir uns auch darauf, wenn wir wieder alle gemeinsam in der Schule beim Basar zusammenkommen können. Die Veranstaltung lebt von Begegnung und Austausch.“

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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