Hans-Georg Fischer (72) hat am Sonntag schonmal eine Proberunde auf der Heinrichstraße gedreht. Am Montag startet er zu einer rund 45 Kilometer langen Runde mit seinen Langlaufski. © Stephan Rape
Geburtstagstour

45 Kilometer Langlauf: Hans-Georg Fischer kann es nicht genug schneien

Hans-Georg Fischer kann es nicht genug schneien: Am Montag will er 45 Kilometer per Langlaufski zurücklegen – um seinem Schwager zum Geburtstag zu gratulieren.

Es ist Sonntagmittag in der Ahauser Heinrichstraße. Gut 15 bis 20 Zentimeter Neuschnee blockieren die Straßen. Zusätzlich häuft sich der Schnee, der von Bürgersteigen und Garageneinfahrten geräumt wurde, am Straßenrand.

Gestikulierend und laut rufend steht Hans-Georg Fischer (72) vor seinem Haus. Ein Nachbar hat sich mit seinem Bulli festgefahren. „Jetzt vor. Nochmal zurück. Vorsicht, gleich hängst du ganz fest“, ruft Hans-Georg Fischer und lehnt sich feixend auf seine Schneeschüppe. Er lässt sich von den Schneemassen nicht aus der Ruhe bringen. Gut, er muss auch am Montagmorgen nicht zur Arbeit.

Vor 25 Jahren hatte sich Hans-Georg Fischer schon einmal auf den Weg gemacht: Ahaus-Epe-Ahle-Ahaus – eine Strecke von rund 45 Kilometern. Seither war die Schneedecke nicht mehr dick genug.
Vor 25 Jahren hatte sich Hans-Georg Fischer schon einmal auf den Weg gemacht: Ahaus-Epe-Ahle-Ahaus – eine Strecke von rund 45 Kilometern. Seither war die Schneedecke nicht mehr dick genug. © Stephan Rape © Stephan Rape

In seinem Vorgarten hat er deutlich sichtbar ein Paar Langlaufski in einen Schneehaufen gesteckt. Und während der Nachbar hofft, dass zumindest ein Teil des Schnees am Montag schon wieder geschmolzen ist, damit er schnee- und damit problemlos zur Arbeit kommt, kann es für Hans-Georg Fischer gar nicht genug schneien.

45 Kilometer mit Langlaufski

Kein Wunder: 45 Kilometer will er am Montag unter die Langlaufski nehmen: Von Ahaus erst zu seinem Schwager nach Epe, dann weiter zu seinem Neffen nach Nienborg und schließlich wieder zurück nach Ahaus. Sechs Stunden will er dafür brauchen. Über Wander- und Wirtschaftswege. Erst in Richtung Graes und durch das Lasterfeld zum Stadtpark Epe und das dortige Freibad bis zum Schwager. Und von dort nach einer ganz kurzen Pause über Nienborg, den Wichumer See, am alten Ahler Sportplatz und durch den Windhuk zurück zur Heinrichstraße.

Diese Route hat er zuletzt vor 25 Jahren abgespult. Als Geburtstagsgruß für den Schwager aus Epe. Diese besondere Gratulation hätte er gerne wiederholt. „Doch in den Jahren dazwischen war die Schneedecke nie dick genug“, erklärt er. Umso glücklicher stimme ihn der aktuelle Wetterbericht: „Es bleibt ja kalt“, sagt er. Ideale Bedingungen für den passionierten Langläufer.

Langstreckenlauf in Schweden

Und auch abseits von winterlichen Geburtstagsgrüßen hat Hans-Georg Fischer die Langstrecken getestet: Er erinnert sich besonders an ein Langlauf-Rennen in Schweden, an dem er teilgenommen hat. „1982 war das“, sagt er.

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Schnee und Wintereinbruch in Ahaus

Damals startete er beim Wasalauf, einem Rennen in der Provinz Dalarna, etwa 310 Kilometer von Stockholm entfernt. Auch dort legte er 45 Kilometer zurück – und erreichte das Ziel als 822. von 10.000 Läufern. Ebenfalls nach sechs Stunden.

Ob er seine Zeit von vor fast 40 Jahren heute noch einmal schafft? Das wird der Montag zeigen. An zu wenig Schnee wird es jedenfalls nicht scheitern.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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