0-negativ ist heiß begehrt

Südlohn "Besonders begehrte Blutgruppen?" Der Arzt des DRK-Blutspendedienstes aus Münster schaut etwas skeptisch nach dieser Frage - gestellt beim Blutspendetermin am Montagabend in der Roncallischule.

02.07.2008, 17:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Das ist das Blutspendegefühl in Südlohn: Von Tafel, Geodreiecken, Zirkeln und Schülerstühlen umgeben, lassen sich die Freiwilligen - auch in den Ferien - einen halben Liter Blut abzapfen, um Schwerstkranken und Unfallopfern zu helfen.  Beining</p>

<p>Das ist das Blutspendegefühl in Südlohn: Von Tafel, Geodreiecken, Zirkeln und Schülerstühlen umgeben, lassen sich die Freiwilligen - auch in den Ferien - einen halben Liter Blut abzapfen, um Schwerstkranken und Unfallopfern zu helfen. Beining</p>

"Wenn Sie die selteneren Blutgruppen meinen - die sind eigentlich nicht begehrter als andere." Die Begründung leuchtet ein: "Die seltenen Blutgruppen sind deshalb nicht begehrter, weil ja auch viel weniger Leute sie benötigen. Das gleicht sich aus." Es gebe allerdings schon das "ideale Spenderblut", das sei schon begehrt. Und das gehört der Blutgruppe "0-negativ" an. Der Mediziner erklärt, warum: "Dieses Blut verträgt jeder Empfänger - es verursacht keine Komplikationen wegen des Rhesus-Faktors." Es sei deshalb auch das ideale Notfall-Blut.

Der Fachmann im weißen Kittel hat Zeit für diese Unterhaltung, weil offenbar an diesem frühen Montagabend - es ist gegen 18 Uhr - nicht so ganz viel los ist beim Sommer-Blutspende-Termin.

Es wird über die Gründe gemutmaßt bei Organisatoren wie Blutspendern. "Es ist vielleicht einfach noch zu früh. Den Leuten ist es womöglich zu warm." Möglich sei auch, dass schon viele Leute in die Ferien gefahren sind. "Übrigens: der Bedarf an Blutkonserven steigt in den Ferienzeiten, aber nicht nur dann", sinniert der Arzt. Dazu kämen auch einige neue Therapien, etwa bei der Krebs-Behandlung, die viel mehr Blut-Reserven erforderlich machen.

Schützenfest zeitgleich

Ob denn hier auch noch irgendeine Großveranstaltung stattfinde, die die Leute vom Blutspenden abhalten könnte, fragt der Aktive des Blutspendedienstes. Als er die Information bekommt, dass unweit der Hauptschule zeitgleich das Nichterner Schützenfest läuft, nickt er schmunzelnd: "Aha, verstehe - schon klar!"

Letztlich sind es 175 Südlohner und Südlohnerinnen, die den Blutspendetermin wahrgenommen haben. Das sind in der Tat viel weniger als sonst. Wie immer waren aber die DRK-Ehrenamtlichen vom Ortsverband stark vertreten: Zwölf Leute in der Küche, zwei bei der Anmeldung, einer im Pflasterraum, zwei Jugendrotkreuzler, die sich um die Pässe kümmern - "wir haben selten Probleme, Ehrenamtliche zu finden", betont Martha Sicking vom DRK. geo

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