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Schwan-Angriff kann für Kanuten schmerzhaft ausgehen

Schwan in Werne

Auf der Lippe zwischen Stockum und Werne ist ein Schwan unterwegs, der sein Revier eindrucksvoll verteidigt. Ein Angriff könnte schmerzhaft ausgehen – Kanufahrer müssen vorsichtig sein.

Werne

von Wilco Ruhland

, 06.06.2018
Schwan-Angriff kann für Kanuten schmerzhaft ausgehen

Höckerschwäne haben eine Flügel-Spannweite von über zwei Metern und können unter Umständen gefährlich werden. © dpa

Eine beliebte Beschäftigung in der warmen Jahreszeit ist das Kanuwandern. Die Natur erleben, sportliche Betätigung und das Ambiente genießen. Neben dem Boot gleiten schön anzusehende Schwäne majestätisch über das Wasser – so zumindest die Wunschvorstellung.

Doch gerade in der in der jetzigen Jahreszeit sollte man bei den großen weißen Vögeln eher vorsichtig sein. Etwa von Ende März bis Mitte Juni ist die Kernbrutzeit, erklärt Klaus Nowack, Ornithologe aus Werne. Auch auf der Lippeaue zwischen Stockum und Werne ist momentan ein Schwan, der seine Brutstätte verteidigt.

„Da muss man aufpassen“

Grundsätzlich seien die Tiere nicht aggressiv, so Nowack. Dennoch ist klar: Sollte ein Schwan sich selbst oder eher seine Brut bedroht sehen, würde er angreifen. Und das kann bei einem ausgewachsenen Tier – mit rund elf bis zwölf Kilogramm Gewicht – schmerzhaft ausgehen.

Norbert Lutterbeck vom Vorstand der Kanuabteilung des SV Stockum ist sich dessen bewusst. Aber er meint auch: „Das ist doch völlig natürlich und auch gut so. Wir wissen, dass dort momentan ein Schwan ist, der sich gegen alles was größer als er ist gebärdet.“ Doch trotzdem weiß er: „Da muss man aufpassen“.

Harte Flügelschläge können Knochen brechen

Die Lippeaue ist Naturschutzgebiet. Die Kanuabteilung des SV Stockum und auch Privatgruppen (mit Anmeldung) dürfen die Lippe unter strengen Auflagen der Unteren Wasserbehörde des Kreises befahren. Zu diesen Auflagen gehört, die Lippe nur mittig zu befahren und nur an den wenigen gekennzeichneten Stellen anzulanden.

Die Flügelschläge eines attackierenden Schwans sind hart und können einem unter Umständen den Arm brechen, wie schon mal vor einigen Jahren passiert, meint Lutterbeck. Doch in vergangener Zeit sei nichts passiert.

Das hat auch den Grund, dass die Kanuabteilung genau um das Verhalten der Schwäne in der Brutzeit weiß. So lehren sie Anfänger auch das Umgehen mit der Tierwelt und natürlich mit den großen Vögeln.

Deutliche Gesten: Ein Schwan sagt „Stop!“

Vogelkundler Klaus Nowack rät zum Abstandhalten, besonders von den an Wasser gebundenen Brutstätten, „auch wenn Schwan-Angriffe nicht lebensgefährlich sind.“ Doch wie zeigt ein Schwan, dass er sich bedroht fühlt? „Er spreizt die großen Flügel und faucht“, so Nowack. Außerdem schiebe er mit den Flügeln eine Bugwelle in Richtung der vermeintlichen Bedrohung. „Damit sagt der Schwan: 'Stop!' und das sollte man auch befolgen“, so der Vogelkundler.

Dennoch rät Nowack zur Gelassenheit und dazu, sich nicht weiter in die Richtung des Tieres zu bewegen. Denn nur wenn man die Drohgebärden nicht ernst nehme, könne es durchaus sein, dass es zum Angriff kommt, so der Ornithologe.

Ihm seien zwei Brutstätten auf der Lippeaue zwischen Werne und Stockum bekannt. Dort finden sich die sogenannten Höckerschwäne. Sie heißen so, weil die Männchen einen ausgeprägten Höcker über dem Schnabel haben. Etwas seltener sind die Singschwäne (erkennbar an den Lauten, die sie ausstoßen) und noch seltener sei der kleinere Zwergschwan, erklärt Klaus Nowack.