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Schriftzüge rufen Staatsschutz (noch) nicht auf den Plan

Graffiti in Werne sorgen für Diskussionen

Graffiti mit schwarzen Schriftzügen sind zurzeit an mehreren Stellen in der Innenstadt zu sehen. Während die Antifa Werne von „kaschiertem Antisemitismus“ spricht, behandelt es die Polizei als Sachbeschädigung. Was steckt dahinter?

Werne

von Andrea Wellerdiek

, 06.06.2018
Schriftzüge rufen Staatsschutz (noch) nicht auf den Plan

Auch in der Tiefgarage am Roggenmarkt sind Graffiti zu sehen. © Andrea Wellerdiek

Die Schmierereien an mehreren Stellen in Werne haben auch die Antifa Werne verärgert. Die Verantwortlichen äußern sich zum Inhalt der Graffiti: „Was im Bahnhof und an anderen Stellen an den Wänden steht, sind nichts anderes als Verschwörungstheorien und ein mehr schlecht als recht kaschierter Antisemitismus, wie wir ihn seit 2014 mit den sogenannten 'Friedensmahnwachen' in einem wachsenden Teil der Gesellschaft beobachten“, wird Sprecherin Lena Milani zitiert.

„Teil gängiger Verschwörungstheorien“

Kürzel wie „NWO“ (für: New World Order) oder das Schlagwort „Chemtrails“, die in den Graffiti genutzt worden sind, seien Teil gängiger Verschwörungstheorien, die behaupten, eine kleine Clique aus Personen arbeite im Hintergrund an einer neuen Weltordnung. Je nach Theorie würden sich die beteiligten Personen unterscheiden, immer führen sie Böses im Schilde.

„Mit Chemikalien, die angeblich in der Luft versprüht würden („Chemtrails“), wollen sie mal alle Menschen töten, mal einfach die Leute mit einem Virus infizieren und bei besonders wirren Verschwörungsfantasien, sollen die Chemikalien die Menschen, die damit in Berührung kommen, schwul werden lassen“, so Milani.

Staatsschutz noch nicht involviert

Auch wenn Schriftzüge wie „google rohtschild“ oder „google Soros Plan“ Bezug auf die jüdische Bankiersfamilie Rothschild und den jüdischen Investor George Soros nehmen, ist der Staatsschutz nicht in die Ermittlungen involviert. „Es gibt keine staatsschutzrelevanten Hinweise, sodass die Ermittlungen weiter bei der Polizei liegen. Wir bearbeiten es deshalb wie üblich als Sachbeschädigung durch Graffiti“, erklärt Vera Howanietz, Pressesprecherin der Polizei des Kreises Unna.

Sie berichtet derweil von zehn Objekten, die allesamt mit schwarzen Schriftzügen beschmiert wurden. Zwei weitere Anzeigen sind bei der Polizei noch am Mittwochmorgen eingegangen. Auch an der Horster Straße, Bergstraße und im Ostkamp sind Graffiti zu finden, die wohl auf denselben oder dieselben Täter zurückzuführen sind.

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Bislang gebe es noch keine Anhaltspunkte für mögliche Täter. Nach einer erfolgreichen Fahndung schaltet sich die Staatsanwaltschaft zu einer Anklage ein. Erst dann werden die Schriftzüge konkreter bewertet, so Howanietz.