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Heinz Overmann prägte die lokale Berichterstattung

Heinz Overmann aus Werne gestorben

Auf dem Fußballplatz und in der Stadt kannten sie ihn nur als Longus, der Lange. Heinz Overmann, Sportredakteur der Ruhr Nachrichten, starb am Freitag im Alter von 68 Jahren. Wir trauern um unseren geschätzten Kollegen Heinz Overmann.

Werne

von Helga Felgenträger

, 03.06.2018
Heinz Overmann prägte die lokale Berichterstattung

Heinz Overmann ist am Freitag im Alter von 68 Jahren gestorben. © Overmann

Gut 35 Jahre war „Longus“ für die Ruhr Nachrichten in Werne tätig, bis ihn 2012 eine schwere Krankheit heimsuchte und er von einem auf den anderen Tag seine journalistische Tätigkeit aufgeben musste. Als Quereinsteiger kam Heinz Overmann mit Anfang 30 zum Journalismus, der später seine Passion werden sollte.

Als freier Mitarbeiter schaffte er sich ab 1981 ein Standbein in der Sportberichterstattung, bis er wenig später die Leitung der Sportredaktion der Ruhr Nachrichten übernahm. Sein Markenzeichen waren die Montags-Kolumnen nach einem sportreichen Wochenende, bei denen er in kritischer Weise, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, Diskussionen anstieß. Er sorgte für Zündstoff in der Stadt und seine Berichte waren Stadtgespräch. Ob es das Sportstättenkonzept war oder die Fusion der Sportvereine.

Großes Hintergrundwissen

„Er war uns in der Beurteilung durch sein großes Hintergrundwissen oft eine Spur voraus“, erzählt Thomas Overmann, Vorsitzender der Fußballabteilung des WSC, im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. „Im Nachhinein mussten wir ihm oft Recht geben“, sagt Thomas Overmann, der mit Heinz Overmann nicht verwandt ist. „Er war ein ganz Großer, vor dem wir unseren Hut ziehen.“ Heinz Overmann wusste immer, was er schrieb, aber er schrieb längst nicht alles, was er wusste.

Heinz Overmann prägte die lokale Berichterstattung

Als Quereinsteiger kam Heinz Overmann zum Journalismus, der seine Passion wurde.

Sein großes Interesse auch an außersportlichen Themen wie dem politischen Zeitgeschehen entwuchs einem politisch geprägten Familienleben. Es veranlasste ihn auch, sich von Freunden Zeitungen aus dem jeweiligen Urlaubsland mitbringen zu lassen. Er sprach fließend Französisch und fühlte sich der französischen Partnerstadt Bailleul verbunden.

Volontärsvater

Junge Menschen schätzten seinen Rat, seine Loyalität und seine unendliche Hilfsbereitschaft. Bekannt waren seine arbeitsreichen Sonntagsdienste, die er gemeinsam mit seinen jungen Kollegen spätabends am Tresen ausklingen ließ. „Denn unter Leuten wirst Du was gewahr“, gab der Volontärsvater den Redakteursanwärtern mit auf den Weg.

Heinz Overmann prägte die lokale Berichterstattung

Heinz Overmann war gut 35 Jahre für die Ruhr Nachrichten tätig.

Und wenn es der Andruck der Montagsausgabe erlaubte, wurde noch am selben Abend eine aufgeschnappte brandaktuelle Nachricht ins Blatt gehoben – die seiner Auffassung nach kein Aufschub duldete. Seine vor vielen Jahren ins Leben gerufene Volontärstreffen im Festzelt auf Sim-Jü sind inzwischen Tradition und werden noch von ehemaligen Kollegen gepflegt.

In Werne galt Heinz Overmann als zäher Bursche, der sich nie unterkriegen ließ. Seine Krankheit hat er vor vielen Jahren mutig angenommen, ohne je zu klagen. Seine berufliche Entlastung ermöglichte es ihm, sich noch mehr um seine Familie kümmern zu können, bestätigen seine beiden erwachsenen Kinder Eugenia und Hein.

Heinz Overmann prägte die lokale Berichterstattung

Heinz Overmann mit Uta Leisentritt bei der Sportlerehrung © Helga Felgenträger

Heinz Overmann prägte die lokale Berichterstattung

Einsatz beim Reitturnier: Heinz Overmann beim einstigen Rolinck-Cup (jetzt K+K-Cup) in Münster.