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Ausbau der A1

Schritt für Schritt zur besseren Autobahn

Werne/Herbern Bis 2027 soll Straßen NRW das Mammutprojekt A1-Ausbau zwischen Münster-Hiltrup und Kamener Kreuz vollständig umgesetzt haben. In Sachen Planung macht man beim Landesbetrieb weiter Fortschritte – hat aber dennoch Redebedarf.

Schritt für Schritt zur besseren Autobahn

Der sechsspurige Ausbau der A1 rund um Werne rückt immer näher – trotz Zeitdruck allerdings nur mit ziemlich kleinen Schritten. Foto: Jörg Heckenkamp

Wenn es nach NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst geht, dann hat das Warten auf den Ausbau der A1 rund um Werne bald ein Ende. Zumindest indirekt, denn bei der Vorstellung des Entwicklungsplans für die Fernstraßen in NRW machte Wüst dem für das Projekt zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW zuletzt gehörig Druck. Statt wie ursprünglich angedacht soll der sechsspurige Ausbau nicht erst 2030, sondern bereits 2027 abgeschlossen sein.

Ein ambitionierter Zeitplan, wie Dirk Griepenburg, Leiter der Regionalniederlassung Münsterland von Straßen NRW, im Gespräch mit unserer Redaktion bereits im Januar betonte. Inzwischen ist man aufseiten des Landesbetriebs in Sachen Planung zumindest ein kleines Stück weiter – und geht auf dem Weg zum Mammut-Projekt nun erneut einen kleinen Schritt auf die Bürger zu.

Straßen NRW will Dialog mit Bürgern suchen

Mit mehreren Informationsabenden will der Landesbetrieb einmal mehr für das Projekt werben und Zweifel aus dem Weg räumen. „Wir wollen frühzeitig mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen und Anregungen aufnehmen, die wir dann vielleicht noch in die Unterlagen zur Planfeststellung einarbeiten können“, sagte Roland Krumm, Projektleiter für den A1-Ausbau bei der Niederlassung Münsterland des Landesbetriebs in Coesfeld, auf Anfrage unserer Redaktion am Montag.

In Werne soll diese Gesprächsaufnahme am 24. April erfolgen. Um 18 Uhr stehen Mitarbeiter der Regionalniederlassung im Haus Tingelhoff Rede und Antwort. Nicht der erste Informationsabend – und wohl nicht das letzte Mal, dass Anwohner ihre Bedenken äußern werden. Darüber ist sich auch Krumm im Klaren. Vor allem das Thema Lärm komme immer wieder zur Sprache. Genauso wie die Inanspruchnahme von Grund und Boden – sei es vorübergehend, wenn eine Fläche etwa als Baustreifen genutzt wird, oder aber dauerhaft. Die Schadstoffbelastung sei ebenfalls immer wieder Thema.

Lärmschutzwände und Sanierung von 16 Brücken

Gefährdet sieht der Projektleiter den Ausbau deswegen allerdings nicht: „Das wäre nur der Fall, wenn wir bei der Planung eklatante Fehler machen. Ich bin guten Mutes, dass so etwas nicht passiert.“ Fakt sei jedoch, dass die aktuellen Planungen durchaus von den früheren Entwürfen abweichen.

Denn zusätzlich zum Ausbau der Fahrbahn und dem Bau von Lärmschutzwänden auf zwei Teilstücken in Stockum und Rünthe sollen nun nicht mehr nur 12, sondern gleich 16 Bauwerke – also Brücken – auf dem 10,4 Kilometer langen Abschnitt zwischen Kamener Kreuz und der Anschlussstelle Hamm-Bockum/Werne erneuert werden. Brücken, die man ohnehin in naher Zukunft hätte sanieren müssen, wie Krumm erklärt: „Die nehmen wir dann natürlich gerne mit, damit wir später nicht noch einmal in dem Bereich arbeiten müssen.“

10 Kilometer kosten 165 Mio. Euro

Die kalkulierten Kosten für den Abschnitt liegen derzeit bei rund 165 Millionen Euro. Den Zeitplan, der eine Fertigstellung bis 2027 vorsieht, hält Krumm für realistisch. Der nächste Schritt auf dem Weg zur vergrößerten Autobahn sei jedoch das offizielle Planfeststellungsverfahren.

Das will der Landesbetrieb noch in diesem Jahr auf den Weg bringen. Ab dann liegt es auch an den Bürgern, wie schnell das Konzept in die Tat umgesetzt werden kann. Mit 30 bis 40 offiziellen Einwendungen von Anliegern könne man noch gut umgehen, sagt Krumm: „Manchmal gibt es aber sogar 1000. Dann sieht es schon anders aus und das Verfahren kann sich hinziehen.“

Abschnitte und Termine:

Kamener Kreuz bis Anschlussstelle Hamm-Bockum/Werne:
Länge: 10,4 Kilometer
Kosten: 165 Mio. Euro
Fahrzeuge pro Tag: 77.299 (Stand 2015); 89.171 (Prognose bis 2030)

Hamm-Bockum/Werne bis Ascheberg:
Länge: 11,4 Kilometer
Kosten: 74,3 Mio. Euro
Fahrzeuge pro Tag: 57.265 (Stand 2015); 70.065 (Prognose bis 2030)

Ascheberg bis Kanalbrücke Münster-Süd:
Länge: 9,5 Kilometer
Kosten: 58,5 Mio. Euro
Fahrzeuge pro Tag: 63.008 (Stand 2015); 72.750 (Prognose bis 2030)

Ab dem 11. April können die Übersichtspläne zum Ausbau der A1 im Internet eingesehen werden.

Zusätzlich zur Bürger-Info im Haus Tingelhoff, Werner Straße 134, am Dienstag, 24. April, um 18 Uhr gibt es folgende Veranstaltungen: Donnerstag, 19. April, um 18 Uhr im Rathaus der Stadt Bergkamen, Rathausplatz 1; Donnerstag, 26. April, um 18 Uhr in der Bürgerhalle Hamm-Pelkum, An der Bürgerhalle.

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