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Erfahrungen aus der Nazi-Zeit

Kurt Glodny will Schüler über Manipulations-Gefahren aufklären

Werne Als Kind hat Kurt Glodny zur Zeit des Dritten Reichs erlebt, wie Regime und rechte Netzwerke Menschen manipulieren und sie für ihre Zwecke nutzen. Nun ist der Buchautor regelmäßig an Schulen zu Gast, um zu warnen. Auch in Werne. Denn die Gefahren gibt es immer noch – wenn auch teils versteckt.

Kurt Glodny will Schüler über Manipulations-Gefahren aufklären

Ein Mann, eine Mission: Kurt Glodny will als Zeitzeuge aus eigenem Antrieb mit Schülern ins Gespräch kommen. Foto: Jörg Heckenkamp

Der 89-jährige Kurt Glodny hat eine Mission. Er möchte die heutige Jugend vor den Manipulations-Gefahren warnen, denen er als Junge in der Nazi-Zeit ausgesetzt war. Dazu trägt er seit Beginn des Jahres an bislang zehn Schulen nicht nur aus seinem Buch „So war es“ vor. Sondern erzählt detailreich einfach aus dem Kopf, in dem viel von damals gespeichert ist.

Vor dem eineinhalbstündigen Auftritt vor rund 25 Schülern begrüßte Kolleg-Leiter Helmut Gravert den Gast: „Das ist für uns ein Highlight, weil es so viele Zeitzeugen, die etwas berichten können, nicht mehr gibt.“ Solche besonderen Unterrichtseinheiten seien „ein wichtiger Baustein unseres Bildungsauftrages und unseres gesellschaftlichen Engagements“. Dann ging es in den Klassenraum A103, wo 25 Schüler von 17 bis 23 Jahren auf Glodny warteten.

Alles lief auf den Krieg hinaus

Kurz berichtete er, wie sein Buch zustande kam und wie sein Leben als behüteter Schüler in einem ostpreußischen Forsthaus verlaufen ist. Und wie die manipulativen Netze der Nationalsozialisten ihn immer mehr gefangen nahmen. „Aber ich fand das toll, die Geländespiele, die gemeinsamen sportlichen Spiele. Mein Interesse an Segelflugzeugen wurde gefördert. Das war toll für mich als Kind.“ Damals konnte er nicht erkennen, dass das alles auf eines hinauslief: „Auf den Krieg. Auf die Katastrophe.“

Er möchte die heutige Jugend vor solchen kaum wahrnehmbaren Vereinnahmungen und Manipulationen schützen. Parallelen sieht er etwa bei gewaltbereiten Fußball-Fanclubs: „Die manipulieren auch ihre Anhänger.“ Immer wieder mahnt er seine Zuhörer: „Denkt nach!“ und streckt dabei seinen Zeigefinger aus. Kein Zweifel – Kurt Glodny hat eine Mission.

Fragen der Schüler kommen nur spärlich

Dazu gehört, dass er die Schüler immer wieder auffordert, ihm Fragen zu stellen. Doch die kommen eher spärlich. So will ein älterer Schüler wissen, was passiert wäre, wenn er damals nicht in der Hitlerjugend mitgemacht hätte: „Dann wäre man außerhalb der Gesellschaft gewesen. Aber ich wollte ja damals mitmachen.“ Genau das sei ja das Gefährliche an solchen subtilen Manipulationen: Man merke kaum, „dass man vereinnahmt wird“. Noch einmal legt er den Berufsschülern nachdrücklich ans Herz: „Ich will euch zum Nachdenken bringen. Lasst euch nicht manipulieren, auch wenn das noch so gut verpackt ist.“

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