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Konjunktur trägt Früchte

WERNE Ein an sich eher dröges Thema wie "Konjunkturausblick 2008" fakten- und kenntnisreich, aber nicht trocken, sondern mit flotten Sprüchen und einem Hauch Selbstironie versehen zu vermitteln, ist kein leichtes Unterfangen.

Konjunktur trägt Früchte

Chefvolkswirt Dr. Holger Sandte (M.) von der WestLB hielt einen detailreichen und kurzweiligen Vortrag zur Konjunktur im nächsten Jahr.

Doch es gelang dem Chefvolkswirt der WestLB Dr. Holger Sandte am Dienstag Abend im Kassenraum der Sparkasse. Im Rahmen der 125-Jahr-Feier nahm er die 100 geladenen Gäste mit auf seine Parforce-Jagd durch die Weltwirtschaft, erklärte, was der amerikanische Häuslebauer John Miller ("minderwertige Bonität") mit dem deutsch-Banker Josef Ackermann zu tun habe ("mangelndes Vertrauen der Banken untereinander"), welche Folgen der Fachkräftemangel in Deutschland mit der Inflation zu tun habe: "Chinesische Landarbeiter arbeiten fünf Mal billiger als deutsche Arbeiter fünf Mal besser."

Das nächste Jahr sieht Sandte recht optimistisch. Er rechnet für 2008 mit einem Wachstum von 2,25 Prozent, der konjunkturelle Boom trage Früchte. Die Zinsen sieht der Chefvolkswirt bei 4 Prozent, die Inflation "einen Tick über zwei Prozent". Dem DAX sagt er ein Wachstum von zehn Prozent voraus.

Welt wächst weiter

"Die Weltwirtschaft brummt seit 2003", begann Sandte seinen Blick auf die Welt, der globale Handel wachse um zehn Prozent, die deutschen Häfen würden aus allen Nähten platzen, der Panamakanal werde zu klein, überall an den Autobahnabfahrten entstünden Logistikzentren. China, Indien, Russland und Brasilien trieben das weltweite Wachstum an, diese Länder seien mitverantwortlich für die niedrigen Zinsen aber auch für den hohen Ölpreis.

Die deutschen Exporte liefen "toll", weil das Land die ideale Auswahl an Waren habe, die in den aufstrebenden Ländern benötigt würden: Maschinen. Elektro, Anlagen. Sandte: "Solange das so ist, muss man keine Bange vor einem starken Euro haben".

Zum Schluss seines Vortrags wollte Sandte von seinen Zuhörern wissen, wie sie die konjunkturelle Lage einschätzen und bat sie um ihre Meinung: "Sie sind die Konjunktur!" Bei der Abstimmung zeigten sich die Werner nicht besonders optimistisch.

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