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Klaus Wortmann gibt seinen letzten Schwimmkurs

Hallenbad-Schließung

Klaus Wortmann hat unzähligen Kindern in Werne das Schwimmen beigebracht. Nun zieht sich der 66-Jährige zurück. Mit dem Abriss des Hallenbades geht für ihn ein langjähriges Kapitel zu Ende.

Werne

von Andrea Wellerdiek

, 06.07.2018
Klaus Wortmann gibt seinen letzten Schwimmkurs

In seinem Element: Klaus Wortmann hat mehr als 6000 Kindern in Werne Schwimmen beigebracht. Nun zieht sich der 66-Jährige zurück. Denn wenn seine Heimat, das Hallenbad in Werne, abgerissen wird, geht auch für ihn hier eine Ära zu Ende. © Andrea Wellerdiek

Schnell, schneller und noch schneller. Die Kinder, die mit ihrem Bauch auf dem Beckenrand liegen, strampeln mit den Füßen so schnell sie können. Danach geht es ins flache Wasser, die Armarbeit muss trainiert werden.

Mehr als 6000 Kinder unterrichtet

So wie die zehn Mädchen und Jungen im Kurs am Donnerstagnachmittag haben unzählige Kinder in Werne das Schwimmen bei Klaus Wortmann gelernt. „Wenn ich es überschlage, sind es etwa 6000 bis 6500 Kinder insgesamt“, sagt Klaus Wortmann. Es ist der letzte Schwimmkurs, den der 66-Jährige gibt. Am Freitag, 13. Juli, stellen die Verantwortlichen die Elektronik und das Wasser im Hallenbad ab, damit die Bagger für den Abriss anrollen können. Es war irgendwie auch sein Bad.

Vom alten Natursolebad über das erste Freibad und Hallenbad bis hin zum neuen Solebad – Klaus Wortmann hat in 43 Dienstjahren viel erlebt. Mit seinem Bad geht auch Klaus Wortmann. „Ich gehe schweren Herzens. Das war hier 43 Jahre lang meine Heimat“, sagt Wortmann. Ein Neuanfang in einem anderen Bad kam für ihn nicht infrage.

Hobby zum Beruf gemacht

Im Werner Hallenbad hat Klaus Wortmann im Mai 1975 sein Hobby zum Beruf gemacht. Zunächst begann er beim Wasserball, ehe ihn Helmut Goldmann, einstiger Schwimmmeister und Vorsitzender der Wassersportabteilung der TV Werne 03 Wasserfreunde, zum Schwimmmeistergehilfen machte. Und er blieb. Klaus Wortmann machte in den 90er-Jahren seinen Bademeistertitel. Neben Kursen für Kinder aus Kindergärten und Schulen gab er seitdem auch Unterricht für Erwachsene.

Besonders am Herzen lag ihm immer aber die Arbeit mit den Kleinen. Was er besonders vermissen wird, wenn er nun in Rente geht, sind aber die strahlenden Kinderaugen und das Lachen der ganz Kleinen, der Fünf- bis Achtjährigen. „Es gab keinen Schwimmkurs, bei dem ich nicht zum Kindergeburtstag eingeladen wurde. Ich habe auch an dem einen oder anderen Zahn gerappelt, wenn die Zahnfee noch nicht da war“, erzählt Wortmann. Und grundsätzlich ging der 66-Jährige mit ins Nass. Bei der Wassergewöhnung sei das unumgänglich, so der Senior.

„Das Wasser lässt mich nicht los“

Und nach dem Unterricht habe er immer gern im Wasser seinen Feierabend genossen. „Ich habe dann auch meine Querbahnen gezogen“, sagt Klaus Wortmann und lacht. „Bei den 25 Metern muss man zwischendurch ganz schön Luft holen“, sagt er. Künftig wird sich Klaus Wortmann als 2. Vorsitzender verstärkt um die Belange seines Vereins kümmern und seine Erfahrung weitergeben. Denn eins ist für ihn klar: „Das Wasser lässt mich nicht los.“