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Dialog mit vier Füßen

WERNE Es ist Montagabend. Musik klingt aus dem Saal bei „Tingelhoff“ herüber. Im ersten Moment erscheint sie etwas fremd und doch gleichzeitig irgendwie anziehend. Die Mischung aus lateinamerikanischen Rhythmen und europäischer Folklore fasziniert auch die Tänzer im Saal.

Dialog mit vier Füßen

Bei diesen Schritten im Tango müssen die Tänzer besonders harmonieren und kommen sich sehr nah.

  „Aber es ist nicht nur die Musik“. Wenn Gabriele Fehlandt über den Tango spricht, klingt es fast leidenschaftlich. Sie und ihr Mann besuchen schon seit über einem Jahr dieTangokurse in Stockum.

„Es ist mehr als nur zusammen Tanzen. Es ist Inspiration.“

Getanzt werde, was das Paar fühle. „Der Mann führt und die Frau nimmt seine Führung an. Das Gefühl der Geborgenheit finde ich schön.“

Der Tanz wird zum Dialog

„Man(n) weiß nie was passiert.“ Das sagt Guido Gottlieb. Bei weit fortgeschrittenen Tänzern darf die Partnerin nämlich auch mal auf das Führen reagieren. „Der Tango wird dann zum Dialog.“               

Guido Gottlieb hat sein Hobby zum Beruf gemacht und organisiert die Kursabende gemeinsam mit seiner Partnerin Myriam Tausch im Hause „Tingelhoff“.                 

„Wir unterrichten nicht den Tango, der standardmäßig in der Tanzschule gelehrt wird, erklärt der Tanzlehrer, und schaut sich seine Gruppe an. Mit gleichmäßiger Geschwindigkeit tanzen die Paare im Kreis gegen den Uhrzeigersinn.

Innehalten und tief in die Augen schauen

Manche Paare tanzen eng beisammen, halten inne, schauen sich tief in die Augen, andere spielen im Takt der Musik mit verschiedenen Schrittkombinationen und Drehungen. „Es ist an der Zeit für das Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel“ sagt Gottlieb und schmunzelt.

Für die Tanzpaare heißt das, sich neu zusammen finden. „Der Reiz des Tangos liegt auch darin, mit unterschiedlichen Partnern zu tanzen.“        

 „Das macht Tango so spannend“, betont Elke Runte, denn „kein Mann führt gleich.“ Auch Elke und Karl Runte haben den Tango für sich entdeckt. Sie veranstalten in loser Folge einen „Tangosalon“

Kerzen tauchen den Saal in romantisches Licht

Dann tauchen Kerzen den Saal in romantisches Licht, und Tangomusik mit all ihren Facetten von klassisch bis modern lädt zum Tanzen ein.  

       Beim „eigentlichen“ Tango darf eben jeder auf seine Weise die Musik „er“leben, jedes Paar den Rhythmus in seine eigene Bewegung umsetzen und mit klassischen Schrittsequenzen kombinieren und interpretieren.    

    Info:Der Geschichte des Tango geht bis in das Jahr 1880 zurück. Auf der Suche nach Arbeit kommen Hunderttausende Immigranten aus Spanien und Italien nach Buenos Aires.

Die Boca, das alte Hafenviertel, wird zu Schmelztiegel der Nationen. Musikalisch verschmelzen die „Milonga“ der Gauchos, die Habanera der karibischen Seeleute, der Candombe der Kreolen und die Volksmusik der Einwanderer zum „Tango“.

Guido Gottlieb und Miriam Tausch bieten seit einem Jahr Tangokurse im Saal der Gaststätte „Tingelhoff“ in Stockum an. Ein neuer Kurs hat gerade mit einer Schnupperstunde begonnen.

Aber richtig los geht es am kommenden Dienstag ab 20 Uhr. „Neue Tänzer sind noch herzlich willkommen.

 

 

    

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