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Tatort-Schauspieler Oliver Mommsen gastiert in Werne

Bei der Komödie „Lieber schön!“ wird die Bühne zum Boxring

Werne Als Kommissar Stedefreund im Bremer Tatort wurde er bekannt. Am Samstag (20 Uhr) ist der Schauspieler Oliver Mommsen zu Gast im Kolpingsaal in Werne. In der Komödie „Lieber schön!“ des Theaters am Kurfürstendamm Berlin geht es ordentlich zur Sache, wie der 49-jährige Schauspieler im Interview verrät.

Bei der Komödie „Lieber schön!“ wird die Bühne zum Boxring

Bei der Komödie „Lieber schön!“ geht es zwischen Greg (Oliver Mommsen,l.) und Kent (Roman Knizka) ordentlich zur Sache. Foto: Barbara Braun

Schauspieler Oliver Mommsen ist mit dem Theater am Kurfürstendamm Berlin am Samstag zu Gast im Kolpingsaal (20 Uhr). Der Tatort-Kommissar spricht über die Komödie „Lieber schön!“, Eitelkeit und Werne.

In der Komödie „Lieber schön!“ von Neil La Bute geht es um ein Beziehungschaos. Geht es auf der Bühne auch chaotisch zu?

Ja, es wird turbulent, chaotisch, heftig und schmerzhaft. Ein falsches Wort führt dazu, dass ein Tornado ausbricht. Die Bühne wird zum Boxring und wir tragen einen Geschlechterkampf aus.

Sie spielen Greg. Was macht ihn aus?

Er duldet und erträgt einiges. Er will nicht anstoßen und einfach nur seine Ruhe haben. Greg will nicht aus seiner Komfortzone herauskommen. Das dauert eine Weile.

Finden Sie sich in der Rolle wieder?

In jeder Rolle steckt auch etwas von einem selbst drin. Wir Schauspieler dürfen Eigenschaften, die wir selber haben, für die Figuren überziehen, oder sie verschwinden lassen und andere größer machen. So ist in jeder Rolle immer auch ein bisschen Mommsen drin. Ich bin zum Beispiel selbst viel lauter und hibbeliger als Tatort-Kommissar Stedefreund. Da muss ich mich zum Beispiel in der Rolle zurücknehmen. Bei Greg kann ich das Bedürfnis nach Harmonie so weit treiben, dass man ihn am liebsten schütteln möchte.

Im Stück „Lieber schön!“ geht es auch um das Thema Äußerlichkeit. In sozialen Netzwerken scheint dieses Thema auch immer wichtiger zu werden. Wie empfinden Sie das?

Ich poste so gut wie nix. Für mich ist das alles sehr oberflächlich. Ich sehe keinen großen Mehrwert darin, Filmchen von mir zu drehen. Wenn ich am Filmset bin, möchte ich mich konzentrieren und in dem Moment sein. Das ist schon aufregend genug, wenn du zum Beispiel nachts im Kaufhaus drehen darfst.

Wie wichtig sind Ihnen selbst Äußerlichkeiten?

Ich bin ein Mann und werde geschminkt. Rein beruflich muss ich mich schon mit meinem Äußeren beschäftigen.

Sind Sie eitel?

Man schaut schon morgens in den Spiegel und guckt, ob man gut geschlafen hat und fit aussieht. Aber übertriebene Eitelkeit kann für Schauspieler auch zum Problem werden. Wenn ich die ganze Zeit denke, „Boah bin ich geil“ hab’ ich den Beruf verfehlt. Ich sorge dafür, dass ich fit bin für die Ansprüche, die der Beruf an mich stellt. Aber es geht eher darum, den Spieltrieb wach zu halten, als einen Waschbrettbauch zu züchten.

Nun stehen Sie wieder auf der Theaterbühne. Stehen Sie lieber auf der Bühne oder vor der Kamera?

Ich mag beides. Beim Theater liebe ich die Probezeiten, wenn man sich mit allen Beteiligten für sieben Wochen in einen geschützten Raum begibt und sich auf die Suche machen darf. Beim Film hingegen macht man oft maximal im Vorfeld eine Leseprobe. Man hat eine eher einsamere Vorbereitungsphase. In der Probenzeit am Theater darf man Fehler machen. Wenn man aber am Set für einen Filmdreh die Szene vier bis fünf Mal dreht, dann muss es langsam sitzen. Da tickt die Uhr. Am Film hingegen fasziniert mich, dass man voll in den Moment eintauchen darf. Und wenn die Szene im Kasten ist, kannst Du gedanklich einen Haken dran machen und dich auf die Suche nach dem nächsten Mosaiksteinchen machen.

Möchten Sie künftig mehr Theater spielen, wenn Sie 2019 mit dem Tatort aufhören?

Ich werde weiter einmal im Jahr Theater machen. Es wird nicht mehr und nicht weniger nach dem Tatort-Ende.

Letzte Frage: Waren Sie schon einmal in Werne?

Nein, noch nie. Ich habe den ganz großen Luxus, dass ich schon viele Orte auf der Landkarte zeigen kann, wo ich schon einmal gespielt habe. Aber man taucht nirgendwo so richtig ein. Aber an manchen Orten, an denen ich schon gespielt habe, fahre ich dann nicht mehr einfach nur an der Autobahn vorbei, sondern komme vielleicht mal mit der Familie wieder. Vielleicht ist es bei Werne ja auch so.

Restkarten zum Preis von 16 (Balkon) oder 14 Euro (in den letzten beiden Reihen) sind hier erhältlich:

  • Reisebüro Wagner, Markt 8, Tel. (02389) 5028;
  • Tourist-Info, Markt 19, Tel. (02389) 534080;
  • www.proticket.de
  • Kulturbüro (Zimmer 218) im Alten Amtsgericht, Bahnhofstraße 8, Tel. (02389) 71560 oder 71563.

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