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Die Kirmes soll keine Plastikmüllorgie werden

Online-Petiton gegen Einweg-Plastikbecher bei der Kirmes

An drei Kirmestagen alle Getränke aus Einweg-Plastikbechern trinken – Jörg Lepping befürchtet Müllberge und hat eine Online-Petition gestartet.

Vreden

von Anne Winter-Weckenbrock

, 01.06.2018
Die Kirmes soll keine Plastikmüllorgie werden

Drei Tage lang Bier, Wasser oder Soft Drinks aus Einwegbechern trinken auf der Vredener Kirmes - das gefällt dem gebürtigen Vredener und Kirmes-Liebhaber Jörg Lepping überhaupt nicht. Er hat eine Online-Petition gestartet, mit der er zeigen will, dass es viele Leute gibt, die gegen das Verursachen von Müllbergen auf der Vredener Kirmes sind. © Privat

Jörg Lepping ist gebürtiger Vredener und Kirmesfan. 35 Jahre hat er in Vreden gelebt, seit einigen Jahren ist Versmold die Heimat des 44-Jährigen. Die Vredener Kirmes hat er trotzdem nur einmal verpasst: „Im Jahr 2010. Mein erster Sohn ist am Kirmesmontag geboren“, erzählt er schmunzelnd. Ein echter Kirmes-Fan also, der weiß, wie in Vreden gefeiert wird. Und sich noch dafür interessiert, was in der Heimatstadt passiert. Als er erfuhr, dass an allen drei Kirmestagen Einwegbecher benutzt werden sollen, reifte in ihm die Idee, etwas dagegen zu unternehmen.

Mehrweg-Prinzip

Er startete eine Online-Petition, auf der alle unterschreiben können, die auch dagegen sind. Die Unterzeichner lehnen die Ratsentscheidung ab, ausschließlich Einweg-Plastikbecher zuzulassen, kategorisch ab. Es soll schon 2018 auf den riesigen Müllberg aus Plastikbechern verzichtet werden, das seit Jahren bewährte Mehrweg-Prinzip solle beibehalten werden. Soweit in Kürze die Forderung, die unterschrieben werden kann. Viele haben das schon getan: Stand Freitag, 17 Uhr, waren es 889.

Im vergangenen Jahr hat Jörg Lepping den eintägigen Test am Samstag mit den Einwegbechern mitgemacht. „Die Becher waren aus recht weichem Material. Das war schon schwer, mehrere festzuhalten“, erinnert er sich am Freitag im Telefonat mit der Münsterland Zeitung. „Das kam uns komisch vor“, schilderte er die Reaktionen in seinem Freundeskreis auf die Testphase.

Ein Zeichen setzen

Er habe gehofft, dass sich die Einwegbecher auf keinen Fall bewähren würden, und war entsetzt, als er davon hörte, dass der Rat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen hat, den Einwegbecher-Test auf drei Tage auszudehnen. Auch verfolgte er die ausgiebigen Diskussionen zum Artikel der Münsterland Zeitung auf Facebook. „Da musste ich handeln“, so Jörg Lepping. Er wolle keine Hauptrolle spielen bei dem Protest und auch keine Aggression in die Diskussion hineinbringen, sagt der 44-Jährige. „Aber ich will ein Zeichen setzten und auf diese Weise zeigen, dass eine große Menge Menschen sagt, dass sie das nicht wollen.“

Gern hätte er den Müllberg gesehen, der im vergangenen Jahr aus Einwegbechern hätte gebildet werden können. „Ich will nicht, dass die Vredener Kirmes zu einer Plastikmüllorgie verkommt“, betont Jörg Lepping. Plastik komme zu jedem zurück, schwimme in den Weltmeeren, kleinste Partikel gelangten in den Nahrungskreislauf… „Das geht mehr Leute an als die, die die Vredener Kirmes besuchen.“

Ökologische Bilanz

Der Versmolder ist überzeugt, dass das seit Jahren praktizierte Mehrwegbechersystem in der ökologischen Bilanz Vorteile habe gegenüber dem Einwegsystem. „Ich kann nur mutmaßen, dass die Gründe für Einweg wirtschaftlicher Natur sind, weil in der Prozesskette das Spülen entfällt“, sagt Jörg Lepping. Er möchte noch einige Tage warten und sehen, wie sich das Unterschriften-Aufkommen entwickelt, und dann auf die Stadt zugehen. „Wenn die Stadt sich bei mir meldet, bin ich aber auch zu Gesprächen bereit“, betont der 44-Jährige.

Der Link zur Petition: „Keine Einweg-Plastikbecher auf der Vredener Kirmes 2018“