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SVS-Betriebe stellen Konzept vor

Wasserversorgung für Südlohn ist gesichert

Über rund 127 Kilometer Rohrleitungen wird die Gemeinde Südlohn mit Trinkwasser versorgt. Ein Konzept soll das auch langfristig sicherstellen.

Südlohn

von Stephan Teine

, 10.06.2018
SVS-Betriebe stellen Konzept vor

Beim Trinkwasser in Südlohn gibt es laut SVS keine Auffälligkeiten. © picture alliance / Yui Mok/PA Wi

Der größte Feind der SVS als Wasserversorger ist und bleibt der Hobbygärtner mit seinem Minibagger: Ein Großteil der Rohrbrüche in den vergangenen Jahren geht genau auf dessen Kappe. Michael Bußmann, technischer Leiter der SVS-Versorgungsbetriebe, gab in der vergangenen Sitzung des Bauausschusses einen Überblick über die Arbeit der Wasserversorger. Und dabei kam er eben auch auf die Schäden im System zu sprechen. „Oft kommen die tatsächlich zustande, weil ein Hobbygärtner den Hausanschluss durch eifrige Gartenarbeiten zerstört hat. Das kommt davon, wenn man sich keine Pläne holt“, sagte er.

Und relativierte dann auch gleich wieder: Im gesamten Netz der SVS – also auch in den Städten Stadtlohn und Vreden – war es 2017 zu 97 Störfällen gekommen. Wie viele Störfälle es in der Zeit nur in Südlohn und Oeding gab, konnte er nicht nennen. „Insgesamt aber eine gute Quote“, resümierte er.

Wasserverbraucht steigt

Dennoch hatte sich der Wasserverlust 2016 fast verdoppelt. 204.000 Kubikmeter Wasser waren da im gesamten Versorgungsgebiet verloren gegangen. Bei einem Verbrauch von 406.000 Kubikmetern. „Tatsächlich ein deutlicher Verlust, das haben wir aber jetzt wieder im Griff“, so Bußmann.

Er und die SVS gehen davon aus, dass der Wasserbedarf in den kommenden Jahren um bis zu 15.000 Kubikmeter im Jahr steigen wird. Und das, obwohl dieselben Statistiken von einem Rückgang der Bevölkerung ausgehen. Es bleibt der Umgang mit dem Wasser: Denn auch wenn unter den Top 20 der SVS-Wasserkunden zehn aus der Landwirtschaft kämen, müsse auch im privaten Bereich langfristig mehr Wasser gespart werden.

Der Meinung waren auch die Politiker. Allein: „Ich habe nicht das Gefühl, dass jemand Wasser spart“, so sah es zumindest Bußmann. Die Verbrauchsstatistiken sind dafür nur ein Indikator. Auch der Verleih der Standrohre nimmt immer mehr zu: „Die Menschen befüllen ihre Pools und die werden immer größer“, erklärte Michael Bußmann. Gleichzeitig würden eben auch zu oft die Rasensprenger laufen. „Das kann langfristig zum Problem werden“, so Bußmann weiter.

Es bleibe in Zukunft eine große Aufgabe, die Menschen vom Wassersparen zu überzeugen. Im Ernstfall, etwa einem sehr trockenen Sommer, sei das auch schon gut gelungen. „Da sind wir an die Öffentlichkeit gegangen und konnten direkt den Erfolg am sinkenden Verbrauch ablesen“, so Bußmann. Ein Schritt, der aber die Ausnahme bleiben müsse: „Sonst nutzt sich der Effekt ab“, sagte Alois Kahmen (CDU).

Nitratbelastung sinkt

Neben den Wassermengen sprach Michael Bußmann aber auch über die Qualität des Trinkwassers in der Gemeinde. „Auch wenn es immer wieder andere Meldungen gibt, die Nitratbelastung in Südlohn geht seit drei Jahren zurück“, erklärte der technische Leiter. Auch sonst gebe es keine Auffälligkeiten. Das gelte sowohl für das Wasser aus dem SVS-Netz als auch aus den 244 Hausbrunnen und den sechs Einzelwasserversorgungsanlagen. Deren Überwachung liegt allerdings beim Kreisgesundheitsamt.

Alois Kahmen wie auch Siegfried Reckers (SPD) nutzten die Gelegenheit, um das Störungsmanagement der SVS zu loben. „Wenn mal etwas passiert, wird schnell geholfen“, so Kahmen. Einstimmig hat der Bauausschuss für das Konzept gestimmt. Das wird die Verwaltung nun der Bezirksregierung vorlegen.