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Noch viele Schäden in Südlohner Wäldern

Holz satt für die Förster

Südlohn Jetzt wird aufgeräumt: Mit schwerem Gerät beseitigen Förster die Sturmschäden in Südlohns Wäldern. Sägewerke stoßen bereits an ihre Grenzen.

Holz satt für die Förster

Ein Harvester befreit die Stämme von Ästen und sägt sie in Form. Auch vier Monate nach dem Sturm Friederike sind noch längst nicht alle beschädigten Bäume aus den Wäldern heraus. Foto: Robert Wojtasik

Auch vier Monate nach Friederike sieht es in manchen Südlohner Wäldern noch aus, als hätte der Sturm erst gestern gewütet. Wegen des feuchten Bodens war es lange nicht möglich, mit schwerem Gerät aufzuräumen. Jetzt hat der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen sein Okay gegeben und einen 22 Tonnen schweren Harvester (Holzvollernter) aus Ramsdorf nach Südlohn gebracht. „Wir arbeiten jetzt nach und nach die Teilflächen ab“, sagt Bezirksförsterin Andrea Balke.

Das ganze Ausmaß der Sturmschäden hat sich den Förstern nicht auf Anhieb erschlossen. „Wir haben deutlich mehr umgefallene Bäume, als wir zuerst angenommen hatten“, sagt Andrea Balke. „Für unsere Gebiete gehen wir von 10.000 Kubikmetern umgefallenen Fichten und Kiefern aus.“ Im Kreis Borken seien während des Sturms im Januar die höchsten Windgeschwindigkeiten gemessen worden. Und dennoch sei nicht so viel Holz gefallen wie beispielsweise im Jahr 2007 während des Orkans Kyrill. „Das waren noch ganz andere Mengen.“

Schnittholzpreise sinken

Es reicht allerdings, um die umliegenden Sägewerke an ihre Grenzen zu bringen. Zu den größten Abnehmern für das hiesige Holz gehören die Sägewerke Vossbeck im Tecklenburger Land und Vehmeyer im Emsland. „Allein die Logistik ist schon schwierig“, sagt Helge Gillerke, der sich bei Vehmeyer um den Einkauf kümmert. „Mit unseren Fuhrkapazitäten stoßen wir bei dieser Menge schon an Grenzen.“ Auch der Einkauf von Rundholz-Sortimenten, die im Sägewerk zu Schnittholz verarbeitet werden, gestalte sich derzeit schwierig. „Die Schnittholz-Abnehmer schlafen nicht. Die Sortimente werden immer günstiger, sodass wir das Rundholz gar nicht mehr kostendeckend einschneiden können.“ An sich laufe die Wirtschaft gut, doch die schiere Menge an Schnittholz auf dem Mark lasse die Preise stark fallen.

Schädlinge breiten sich aus

Andrea Balke hat noch eine ganz andere Problematik ausgemacht. Und die hat auch wieder mit dem Wetter zu tun. So sehr die trockene Witterung herbeigesehnt wurde, um endlich mit den großen Maschinen in die Wälder zu können, so günstig ist sie wiederum für die Ausbreitung von Schädlingen, die sich bei diesen Temperaturen gerade in Wäldern mit starken Sturmschäden massenhaft vermehren. „Der Borkenkäfer befällt noch stehende Fichten“, sagt Balke. „Der Nutzholzkäfer geht auch in das Holz, das am Weg liegt und abtransportiert werden soll.“

Maschinenführer Pascal Oortgiese muss in seinem Harvester also Gas geben. Die Maschine fertigt einen Baumstamm in wenigen Sekunden ab. Per Greifarm packt sie sich einen einzelnen Stamm und zerrt ihn aus einem umgefallenen Baumhaufen. In einem Rutsch wird der Stamm von Ästen befreit und in transportable Stücke gesägt. Ist der Harvester in einem Gebiet fertig, rückt der Rückeschlepper an, sammelt die Stämme ein und platziert sie an der Straße, von wo aus sie abtransportiert werden.

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