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Dellen am Kreisel-Kunstwerk in Stadtlohn

Wenn Rasenmäher auf Kunst trifft

STADTLOHN Bei der Rasenpflege sind Schäden am Kunstwerk „Basket # 8“ im Lichtgitter-Kreisel entstanden. Ist ein Schutzstreifen die Lösung?

Wenn Rasenmäher auf Kunst trifft

Das Kunstwerk im Kreisverkehr bei Lichtgitter weist im unteren Bereich Schäden auf. (2) gehring Foto: Markus Gehring

Ist das Kunst, oder kann das weg? Ob die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs sich diese Frage gestellt haben, ist nicht bekannt. Fest steht allerdings, dass durch deren Arbeiten ein wertvolles Kunstwerk erheblich beschädigt wurde.

Ein Blick zurück: Es ist der 30. Oktober 2004. An diesem Tag bekommt die Stadt ein ungewöhnliches wie wertvolles Geschenk, 120.000 Euro soll es gekostet haben: eine metallene Skulptur des international renommierten Frankfurter Künstler-Duos Winter/Hörbelt. Damit stand Stadtlohn plötzlich in einer Reihe mit namhaften Städten wie Venedig, Liverpool, Okinawa.

Kunstwerk begrüßt die Autofahrer

Möglich wurde das durch den verstorbenen Chef von Lichtgitter, Dr. Hans Martin, der auf diese Weise das Unternehmen auch künstlerisch im Ort verankerte. Seinen Stammplatz bekam „Basket # 8“, so der Name des Kunstwerks, auf dem Kreisel unweit der Firma und erfreute seitdem Stadtlohner wie auswärtige Besucher. Besonders reizvoll, wenn durch die unterschiedlichen Lichteinwirkungen zu den verschiedenen Tageszeiten sich immer wieder neu zeigt.

Seit einiger Zeit schon ist der Blick aber nicht mehr so erfreulich: Am ganzen unteren Metallrand sind etliche Dellen zu erkennen. Hermann Terhörst, 41 Jahre lang leitender Mitarbeiter bei Lichtgitter, hatte bereits vor einem Jahr einen ersten kleinen Schaden bemerkt. „Beim Vorbeifahren musste ich schließlich feststellen, dass es immer mehr wurden“, bedauert Terhörst.

Künstler wollten keinen Schutzstreifen

Im Gespräch mit der Münsterland Zeitung stellt er Vermutungen über die Ursache des Schadens an: „Wahrscheinlich ist man mit dem Rasenmäher immer wieder dagegen gefahren.“ Er hat bereits eine Idee, wie künftige Schäden zu vermeiden sind: „Wenn man rundum einen Streifen frei ließe.“ Vor allem aber hat er den Wunsch , „dass sich die Stadt um dieses Geschenk kümmert, damit aus der teuren Skulptur nicht ein Schrotthaufen wird.“

Damit ist Stadtlohns Erster Beigeordneter Günter Wewers gerade befasst. Allerdings hat er erst durch unseren Anruf von dem Problem erfahren und sich dann auf Ursachenforschung begeben.

Dabei hat er herausgefunden, dass die beiden Künstler keinen Schutzstreifen wollten, und das auch bei Inkaufnahme möglicher Schäden durch Mäharbeiten zum Beispiel. Durch eine kleine Tür habe man Zugang ins Innere der Skulptur, erklärt Wewers. So könne man vielleicht kleinere Dellen ausbeulen. Das werde aktuell geprüft. Die Höhe des Schadens wird noch ermittelt.

Gemeinsam das Problem angehen

Von den Künstlern gab es trotz mehrfacher Anfragen keine Stellungnahme, wohl aber von der Geschäftsleitung von Lichtgitter. Geschäftsführer Dirk Schuchardt: „Selbstverständlich wäre die Firma Lichtgitter als entsprechende Fachfirma gerne bereit, die Stadt Stadtlohn bei der Instandsetzung des der Stadt Stadtlohn im Jahr 2004 anlässlich des 75-jährigen Lichtgitter Firmengeburtstages geschenkten Kunstwerks „Basket #8“ zu unterstützen. Die Initiative hierzu muss jedoch von dem Eigentümer, der Stadt Stadtlohn, und nicht von der Firma Lichtgitter ausgehen.“ Die Stadt werde sich, so Günter Wewers, gemeinsam mit dem Unternehmen um eine Problemlösung bemühen. Unabhängig davon hat er im eigenen Haus aber schon mal Schadensbegrenzung betrieben: „Der Bauhof wurde nochmals angewiesen, die Rasenmäharbeiten noch umsichtiger durchzuführen und Berührungen des Mähers mit dem Kunstwerk zu vermeiden.“

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