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Vom Preisverfall bedroht

Situation der Milchviehhalter am Beispiel des Stadtlohners Georg Lensker

Danach geht es an die Büroarbeit, und wenn die erledigt ist, muss wieder Futter gemischt werden. «Auf einem Hof ist immer was zu tun», lacht er, «dass alles fertig ist - das gibt's überhaupt nicht.» So geht das 365 Tage im Jahr. Kühe feiern kein Weihnachten. Um das alles zu bewältigen, ist ein Bauernhof heute voll gestopft mit Hightech. Die Milch wird vom Melkautomaten in Tanks gepumpt, das Kraftfutter wird den Tieren computergesteuert zugeteilt. Vier bis fünf Tage Urlaub im Jahr kann er sich mit seiner Frau trotz der vielen Arbeit gönnen. Das aber auch nur, weil seine beiden Söhne und die Eltern dann die Arbeit übernähmen. «Ganz alleine würde ich das nicht machen wollen.» Trotzdem ist Lensker gerne Landwirt. «Es gibt immer wieder Teilerfolge zu feiern. Zum Beispiel wenn die Silage gut geworden ist, oder einfach alle Tiere gesund sind. Wenn alles läuft, bin ich zufrieden», erklärt er. Sein Beruf ist Berufung. «Man muss dazu gemacht sein», wie er sagt. Deswegen kämpft Lensker heute auch um seinen Beruf. «Vor 25 Jahren konnten wir noch von 13 Kühen leben.» Ein Betrieb mit 70 Kühen stehe dagegen heute bei plusminus Null. «Auf die Idee, dass ein fairer Milchpreis die Milchviehhaltung wieder rentabel macht, ist keiner gekommen.» Man sei, so erklärt Lensker, einfach daran gewöhnt gewesen, dass die Molkereien für die abgelieferte Milch den besten Preis bezahlen. «Außerdem wurde den deutschen Bauern erzählt: 'Wenn ihr das nicht macht, machen das die Franzosen.' Und den Franzosen hat man dasselbe mit den Deutschen erzählt. So kann es nicht weiter gehen.» Für den Widerstand gegen das Preisdumping steht der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), der sich zum Ziel gemacht hat, 40 Cent pro Liter für die Landwirte zu erreichen, um dadurch die Betriebe wieder rentabel zu machen. «Eine gute Sache», wie Lensker findet. Neben dem Preisdumping hätten die Bauern nämlich mit immer neuen Schwierigkeiten in den Rahmenbedingungen zu kämpfen, erklärt er. Besonders die steigenden Pachtpreise machten es immer schwieriger, zu bestehen. Der neue Angstgegner der Milchbauern sind dort die Biogasanlagen. «Hochsubventioniert» seien die und könnten daher Pachtpreise anbieten, die weit über dem lägen, was ein Milchviehhalter bezahlen könne. Matthias Finke Der Landwirtschaftliche Kreisverband lädt am Montag, 4. Juni, um 9.30 Uhr zu einer Infoveranstaltung und Podiumsdiskussion in die Stadthalle Ahaus ein.

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