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Süße Liebeserklärung

Stadtlohn Die kleine evangelische Pauluskirche wurde zum Konzertsaal für die großen Stimmen des St. Petersburger Kosaken-Chores, in dem vom höchsten Tenor bis zum tiefsten Bass alle Stimmen vertreten waren.

Süße Liebeserklärung

<p>Stimmgewaltig: So präsentierten sich die St. Petersburger Kosaken als Solisten und im Chor. Meisel-Kemper</p>

Tony Tchakarov leitete den Chor und brillierte im Programm des Abends immer wieder mit seiner strahlenden Tenorstimme. Mühelos schwang er sich über mehrere Oktaven in ungewohnte Höhen der Sangeskunst. Jeder der acht Sänger hatte wie Tchakarov seinen Auftritt als Solist, der nicht minder die Besucher der voll besetzten Kirche verzauberte.

Der Tradition der Kosakenchöre entsprechend war ihr Programm zweigeteilt. Im ersten Teil sangen sie die geistlichen Lieder, die als Zeugnis ihres tiefen Glaubens berührten. Im zweiten Teil stimmten sie Lieder an, die sich mit ihrer russischen Heimat befassten. Den Glauben haben sie gerettet, während durch Verfolgungen und Vertreibungen die Heimat in weite Ferne gerückt ist. Wehmut schwingt in allen Liedern mit, transportiert durch einfühlsame Stimmen.

Hingabe

Das Lied "Panis angelicus", dass zur Eucharistie gesungen wurde, ist ein Standardstück für die Tenöre dieser Welt. Tchakarov sang es als Solist mit Hingabe. Ein Verdienst der Kosakenchöre ist es auch, dass sie die liturgische Tradition des altslawischen Liedgutes bewahren. Lieder aus diesem Bereich ihrer Kultur gehören zu jedem Konzert dazu.

Viele dieser Lieder wurden durch Dimitrij Bortnjanskij komponiert. "Ich bete an die Macht der Liebe" und "Vater unser", dass sie in altslawischer Sprache sangen, stammen aus der Feder dieses Komponisten. In beiden Liedern präsentierten sich Solisten aus dem Chor als wahre Stimmwunder. Bei der Ankündigung des "Ave Maria" von Franz Schubert ging ein beglücktes Raunen durch das Publikum, dass durch einen weiteren Tenorsolisten aus dem Chor nicht enttäuscht wurde. Im zweiten Teil des Konzerts sangen sie Lieder über ihre russische Heimat und viele Weihnachtslieder auf Russisch und zum Mitsingen auch auf Deutsch. Der Baikalsee wurde besungen genauso wie der Don oder die Wolga.

Liebeserklärung

Die Liebeserklärungen an diese Gewässer, die das Leben der Menschen an ihren Ufern heute noch bestimmen, wurde versüßt durch die stimmliche Präsenz des Chores. Zum festen Programm des Chores gehört ebenso das Lied "Abendglocken" wie der Gefangenenchor aus der Oper "Nabucco". "Kalinka" war eine der aufputschenden Zugaben, die sich das begeisterte Publikum durch langanhaltenden Applaus verdient hatte. Elvira Meisel-Kemper

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