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Biohof Lesker in Stadtlohn

Hoch hinaus mit Gurken und Tomaten

Stadtlohn Franz-Josef Lesker setzt seit 25 Jahren auf Bio.

Hoch hinaus mit Gurken und Tomaten

Die Tomaten brauchen noch ein paar Tage Foto: Ronny von Wangenheim

Vor lauter großen Blättern sieht man keine Gurken mehr. Doch sie wachsen überall in den vielen Reihen im Gewächshaus, an denen Franz-Josef Lesker vorbeiführt. 540.000 hat er im vergangenen Jahr geerntet. Erst Schlangengurken, dann die Tomaten – mit ihnen beginnt die Saison so richtig in dem Biobetrieb am Heideweg 52.

Draußen haben die Mitarbeiter eine große Strohpuppe aufgebaut. 50 Jahre wird ihr Chef, Franz-Josef Lesker, in diesem Jahr. Und es gibt mehr zu feiern. Der Biohof besteht 25 Jahre. Deshalb wird am Sonntag, 1. Juli, 11 bis 18 Uhr, zu einem Hoffest eingeladen.

Nachhaltigkeit

„Wir sind ganz klein gestartet“, erinnert sich Franz-Josef Lesker. Die Eltern hatten damals nur einen Nebenerwerbsbetrieb. „Wenn ich weitermache, dann nur Bio“, so hat er damals beschlossen. Auf nachhaltige und ökologische Landwirtschaft zu setzen, da musste er bei den Eltern durchaus Überzeugungsarbeit leisten. „Aber es war die einzige Chance.“

Seitdem ist der Hof gewachsen, wurde viel investiert, seit 2003 ist er am jetzigen Standort. Ein großer Sprung war 2013, als er 50 Hektar Fläche in Coesfeld dazubekam. Die Familie Salm-Salm suchte die Kooperation und wollte eine nachhaltige Nutzung der Ackerflächen. „Das konnte ich mir erst nicht vorstellen, wir hatten gerade die Gewächshäuser gebaut“, erinnert sich Lesker. „Aber dass man 50 Hektar dazu bekommt, das kommt nur einmal im Leben.“

Hoch hinaus mit Gurken und Tomaten

Franz-Josef Lesker Foto: Ronny von Wangenheim


Heute bewirtschaftet er 57 Hektar Freiland. In Stadtlohn sind es die leichten Böden, in Coesfeld schwere Böden. Auf 32 Hektar wird Gemüse angebaut, auf den Rest kommt Gründüngung, also Pflanzen, die den Boden verbessern. Klee und Gras mäht ein Kollege aus der Nähe, der dann wiederum Mist für die Kohlkulturen an den Biohof zurückliefert.

Auf dem modernsten Stand sind die Gewächshäuser, in denen zurzeit die Gurken und Tomaten wachsen. Sie sind sehr hoch, voll heizbar und haben eine hohe Lichtdurchlässigkeit. Die Tomaten brauchen noch ein paar Tage. Könnte man sie nicht unter Glas auch schon im Winter pflanzen und ernten? Nein, sagt Franz-Josef Lesker. Der Aufwand wäre zu groß. „Die Ökobilanz jeder spanischen Gurke ist zu dem Zeitpunkt einfach noch besser.“

Hofladen

40 bis 50 Sorten Gemüse, Kräuter und Salate werden angebaut. Immer wieder kommt etwas Neues dazu. Weizengras, den viele für Smoothies wollen, ist einer der neuen Trends. Fester Partner, und das seit 20 Jahren, ist der Bio-Großhandel Weiling in Coesfeld. Der bezieht die meisten der Ernteerzeugnisse von Lesker. „Im kommenden Jahr werden wir der einzige Kräuterlieferant sein“, sagt Franz-Josef Lesker. Umgekehrt werden die Waren von Weiling im Hofladen angeboten. Anfangs war der noch in der elterlichen Garage untergebracht. Heute werden auf 150 Quadratmetern mehrere Tausend Produkte angeboten. Rund 700 Kunden nutzen den Lieferservice.

Neben den Festangestellten kommen in diesen Wochen etliche Saisonarbeiter auf den Biohof. Ökologische Landwirtschaft bedeutet eben auch viel Handarbeit. Neben den Kräften aus Rumänien, die oft über viele Jahre bei Lesker arbeiten, kommen in diesem Jahr auch vier Studenten für einige Monate nach Stadtlohn. Franz-Josef Lesker ist gespannt: „Sie studieren Agrarwissenschaft. Zwei kommen aus Russland, die anderen aus Tadschikistan und Aserbaidschan.“

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