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Konzert-Konzept könnte zum Vorbild für NRW-Schulen werden

JeKits Selm

Im Selmer Bürgerhaus wird am Samstag das Konzert der JeKits gezeigt – es ist aber nicht irgendein Konzert, sondern folgt einem besonderen Konzept. Wenn das gut läuft, wird es in ganz NRW gezeigt.

Selm

von Sabine Geschwinder

, 20.06.2018
Konzert-Konzept könnte zum Vorbild für NRW-Schulen werden

Ein Bild aus den vergangenen Jahren vom Konzert der JeKits. In diesem sind die Konzerte durch einen roten Faden, eine Geschichte, verbunden. © Beate Dorn

Es ändert sich etwas bei den JeKits-Konzerten in Selm. An diesem Samstag zeigen die Erstklässler der Overbergschule, der Ludgerischule und der Grundschule „Auf den Äckern“ im Selmer Bürgerhaus, was sie im JeKits-Programm (siehe Infokasten) gelernt haben. Doch in diesem Jahr tun sie das nach einem besonderen Konzept. Unter dem Titel „Auf der Suche nach den verlorenen Tönen“ gibt es eine feste Geschichte, die den dramaturgischen Rahmen für die Stücke liefert, die die Schüler spielen. Dazu sind Mitmachaktionen und Moderationen Teil des Programms. Entwickelt wurde dieses Rahmenprogramm von der Dortmunder Musikvermittlerin Anne Kussmaul, die solche Konzepte unter anderem auch schon für das Dortmunder Konzerthaus und die Dortmunder Philharmoniker geschrieben hat.

Nur in drei NRW-Städten

Für das JeKits-Programm ist das Konzert nach einem bestimmten Konzept ein Novum. Es wird zunächst nur in drei Städten in ganz NRW gezeigt. Selm ist eine davon – neben Dortmund und Stadtlohn. „Die Idee ist, diese drei Konzerte zu vergleichen und zu schauen, wie sie ankommen“, erklärt JeKits-Fachberater Martin Theile. Wenn die Idee auf positive Resonanz stößt, soll sie auf ganz NRW ausgeweitet werden. Und danach sieht es momentan aus. Die ersten beiden Konzerte in Dortmund und Stadtlohn fanden bereits statt und das Feedback von den Besuchern sei sehr positiv gewesen, so Theile: „Wir hatten bei beiden Konzerten, begeisterten, langen Applaus.“

Alle drei Konzerte werden von der JeKits-Stiftung im Nachgang nicht nur ausgewertet, sondern auch den Lehrern online zur Verfügung gestellt, die am JeKits-Programm teilnehmen. Die Aufnahmen, die am Samstag in Selm gemacht werden, werden also von mehreren Tausend Lehrern in NRW angesehen werden können.

Warum Selm?

Das ausgerechnet Selm zu den drei Städten gehört, die das Konzert nach dem neuen Konzept ausprobieren können, ist eine Kombination aus Zufall und dem Bestreben von Musikschullehrerin Verena Volkmer. Sie hatte in der Vergangenheit eine Fortbildung mit der Konzert-Konzeptschreiberin Anne Kussmaul besucht und war ohnehin interessiert an Wegen, Konzerte für ihre jungen Musikschüler und das Publikum spannender zu gestalten: „Wir hatten schon länger überlegt, wie man wegkommen kann von der klassischen Konzertsituation“, sagt Verena Volkmer. Der normale Ablauf ohne begleitende Geschichte könne schließlich „sehr langatmig“ sein, wie Volkmer sagt.

Musikkonzept enstand

Doch wie erstellt man eigentlich so ein Musikkonzept? „Wir haben uns getroffen und überlegt, welche Stücke gespielt werden sollen“, erklärt Anne Kussmaul. Danach galt es, einen roten Faden zu erarbeiten, zu bestimmen, in welcher Reihenfolge die Stücke gespielt werden und was an den verschiedenen Spielorten überhaupt umsetzbar ist.

„Man hat gesehen, dass sich die anderen beiden Schulen sehr stark an das Konzept gehalten haben“, sagt Kussmaul. Grundsätzlich sei das Konzept aber eher ein Rahmen, bei dem jede Musikschule auch etwas variieren könnte. Zum Beispiel beim Titel, oder dadurch, dass einzelne Songs weggelassen würden.

Musikschullehrerin Volkmer freut sich auf das Konzert: „Das gab es bei uns noch nie.“ Ihre jungen Musikschüler haben nun schon seit Ende des vergangenen Jahres ihren Auftritt geprobt. Am Samstag werden etwa 80 von ihnen auf der Bühne stehen.


Das JeKits-Konzert am Samstag, 23. Juni, geht um 12 Uhr im Bürgerhaus, Willy-Brandt-Platz, los. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Das steckt hinter JeKits:
Das Programm steht für „Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ und ist ein Bildungsprogramm des Landes NRW an Grundschulen. Dabei kommen Musiklehrer direkt an die Grundschulen und geben dort einmal die Woche Musikschulunterricht. Für die Klasse 1 ist der Unterricht kostenlos. In Klasse 2 erhalten Kinder aus sozial schwachen Familien den Unterricht kostenlos. Es geht darum, jedem Kind Zugang zu Musikunterricht zu ermöglichen. Das Programm wird von der NRW-Landesregierung gefördert.