Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Geburtshilfe kämpft ums Überleben

LÜDINGHAUSEN Nicht leicht hatten es die fünf Kuratoriumsmitglieder des St. Marien-Hospitals Lüdinghausen sowie ihre neuen Partner der St. Franziskus-Stiftung und der Vestischen Caritas-Kliniken, um ihre unpopuläre Entscheidung zur Schließung der Gynäkologie und Geburtshilfe argumentativ darzulegen.

/
Im St. Marien-Hospitals Lüdinghausen erläuterte das Kuratorim die unpopuläre Entscheidung zur Schließung der dortigen Gynäkologie und Geburtshilfe.

Auf dem Podium (v.l.): Franz-Bernhard Tenberge, Dr. Peter Nölke, Dr. Klaus Waldt, Christoph Schlütermann, Dr. Klaus Goedereis, Richard Borgmann und Heinz Rüter.

Rund 200 Bürger waren in die Aula des Gymnasiums Canisianum zur Informationsveranstaltung erschienen, zu der Christoph Schlütermann, Vorsitzender des Kuratoriums des St. Marien-Hospitals, eingeladen hatte.

Er war es, der als erster die Entscheidung zur Schließung begründete. Zunächst stellte er heraus, wie schwer das Überleben eines kleinen Krankenhauses sei, da die Pauschalen die Krankenhausfinanzierung auf den Kopf gestellt hätten. So würde nur noch der Fall bezahlt, aber nicht mehr die Verweildauer.

Überleben steht auf dem Spiel    

      "Da für uns die Arbeitsplatzsicherheit an erster Stelle stand, haben wir nun zwei neue starke Partner gefunden, die bereit sind, mit uns den Weg zu gehen, eine optimale Versorgung im ländlichen Bereich zu gewährleisten", sagte Schlütermann und verwies auf die Notwendigkeit des Zusammenschlusses. Das Überleben der gesamten Einrichtung stände sonst auf dem Spiel.

Des Weiteren hätte man zwei unabhängige Experten beauftragt, die beide zu dem gleichen Ergebnis gekommen seien, dass die Schließung der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe unumgänglich sei.

Dr. Klaus Goedereis vom Vorstand der Franziskus-Stiftung Münster beteuerte, dass der schmerzliche Einschnitt, die Abteilung zu schließen, notwendig sei. "Wir können ein Krankenhaus nicht führen, wenn wir es nicht wirtschaftlich führen. Wir müssen Gewinne erwirtschaften, um neu investieren zu können. Das Haus hat nicht mehr lange Zeit, diese Entscheidung musste getroffen werden", fügte Goedereis hinzu.

Bürger waren anderer Meinung

Dass die versammelten Bürger da ganz anderer Meinung waren, wurde an den Fragen an das Kuratorium deutlich. "Wir geben ein Krankenhaus ab und bekommen ein Altersheim", formulierte Rainer Voss salopp Bezug nehmend auf die Eröffnung einer Geriatrie. Auch die Frage nach der Motivation, sich mit einem nicht wirtschaftlich arbeitenden Krankenhaus zusammen zu schließen, wurde laut. Die Hebamme Maria Kolve-Wilde fragte, ob es keine Möglichkeit gebe, die Geburtshilfe zu bezuschussen und machte deutlich, dass es nicht für alle Mitarbeiter neue Arbeitsplätze geben wird.

Eine Frage, die für die Bürger weiterhin unbeantwortet blieb ist, wie groß das Minus der Abteilung sei. Hierzu sagte Goedereis, dass man ganz bewusst nur von einer sechsstelligen Zahl spräche, damit der Zusammenhang zwischen der Zahl und der Leistung der Abteilung nicht gezogen werden könne. Die Bürger hingegen hoffen immer noch auf eine Wende, um die Gynäkologie und Geburtshilfe für Lüdinghausen zu erhalten.

  

/
Im St. Marien-Hospitals Lüdinghausen erläuterte das Kuratorim die unpopuläre Entscheidung zur Schließung der dortigen Gynäkologie und Geburtshilfe.

Auf dem Podium (v.l.): Franz-Bernhard Tenberge, Dr. Peter Nölke, Dr. Klaus Waldt, Christoph Schlütermann, Dr. Klaus Goedereis, Richard Borgmann und Heinz Rüter.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Marktplatz in Bork

Aufbruch beginnt mit Abbruch

Bork Ein 30-Tonnen-Bagger verwandelt gerade die Häuser am Borker Marktplatz in einen Berg Schutt. Das Zentrum wird Seniorenzentrum. Gleichzeitig läuft die Suche nach einem neuen Marktplatz – noch ohne Ergebnis.mehr...

Selm Wie alltagstauglich ist ein E-Auto? Eine Familie aus Olfen und Redaktionsleiterin Sylvia vom Hofe testen zwei Wochen lang den Nissan Leaf. Kann das Elektro-Auto überzeugen? In Teil 4 ihres Video-Tagebuchs geht es darum, dass leise zwar schön ist, aber auch gefährlich. mehr...

11. Selmer Kneipennacht

Musik gibt es sogar im Bus

Selm. Zwei Bands, neun Veranstaltungsorte und ein Preis: Das ergibt die 11. Selmer Kneipennacht. Die in diesem Jahr mit Neuerungen aufwartet. Hier sind alle Bands und alle Standorte im Überblick.mehr...