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Musikfestival Schloss Cappenberg

Der Zauber des Festivals

Cappenberg Konstantin Heidrich ist einer der Künstler, die ab Pfingsten beim Musikfestival auf Schloss Cappenberg aufspielen.Der Cello-Professor aus Berlin, verrät, warum der Unterschied zwischen U- und E-Musik Quatsch ist und warum er sich immer wieder auf das Cappenberger Festival freut.

Der Zauber des Festivals

Konstantin Heidrich ist Cellist. Der Musik-Professor aus Berlin ist ab dem 20. Mai in Cappenberg zu Gast.

Ob er gerade Zigaretten rauche und einen dampfenden Becher Schokoladenmilch vor sich stehen habe? Konstantin Heidrich ist nur kurz irritiert, dann lacht der Professor für Violoncello an der Universität der Künste Berlin aber in den Telefonhörer. „Das ist aber schon lange her“, sagt er: nicht das Rauchen und Kakaotrinken – „ich mag lieber Tee und fasse keine Zigaretten an“ –, sondern das Einspielen von „Cigarettes and Chocolate“, einem Stück des Popsängers Rufus Wainwright im Jahr 2007. Heidrich, der vom 20. bis 27. Mai in Cappenberg musizieren wird, macht eben keine Unterschiede zwischen Unterhaltungsmusik und ernster Musik.

„Ich gehe da mit Leonard Bernstein“, sagt er am Telefon. Der habe auch nichts von den Schubladen U- und E-Musik gehalten. „Es gibt nur gute und schlechte Musik.“ Der 43-jährige Heidrich hat vor 23 Jahren zusammen mit drei Studienkollegen das Fauré Quartett gegründet: „Fauré wie der Komponist und nicht wie Wald“. Heute gilt es als eines der erfolgreichsten Kammermusik-Ensembles im Land. Zum Cappenberger Festival kommen gleich zwei seiner Mitglieder: neben Heidrich auch Geigerin Erika Geldsetzer.

Freude auf Cappenberg

„Ich freue mich wieder sehr auf Cappenberg“, sagt er. Damit meint er nicht nur die Idylle des Schlossgeländes und die Gemeinschaft mit langjährigen Künstlerkollegen, die inzwischen oft schon Freunde geworden sind. Die Mischung aus bekannten und eher unbekannten Stücken wie Robert Fuchs‘ Klarinettenquintett sei es, die ihm so an dem Festival gefalle. „Das Publikum vertraut Mirijam.“

Gemeint ist die Geigerin Mirijam Contzen, die 2005 das Festival gegründet hat und seit dem – bis auf die Zwangspause 2016/17 wegen der Bauarbeiten auf dem Schlossgelände – durchführt. Und die selbst mitspielt. „Da hat sie meinen Respekt.“ Wie groß diese Mehrfachbelastung ist, weiß Heidrich nämlich selbst. Seit 2017 ist er gemeinsam mit Markus Groh künstlerischer Leiter von „crescendo“, dem Musikfestival der UdK Berlin. Im Kreis „wirklich toller Musiker“ aber nicht selbst zum Instrument zu greifen – in seinem Fall zum Cello, dem Streichinstrument, das seiner Meinung nach „der menschlichen Stimme am ähnlichsten kommt“ – kann er sich nicht gut vorstellen. Dafür ist er mit zu großer Leidenschaft Musiker – genauso wie es Mirijam Contzen auch sei.


Alte Bekannte und Neuentdeckungen

Sie schaffe es immer wieder, nicht nur alte Bekannte, sondern auch Neuentdeckungen zusammen zu bringen. „Ganz unterschiedliche Typen“, die gar nicht viel Zeit hätten, die ausgewählten Stücke miteinander einzustudieren. Dabei entstehe durch Ideen und Adrenalin „immer etwas ganz Eigenes: der Zauber des Festivals, der selbst bekannte Stücke in neuen Klangfarben strahlen lasse. „Und im besten Fall Menschen für die Kammermusik begeistert, die damit noch gar nicht so viel zu tun hatten“, sagt er.

Das ist auch das Ziel des Fauré Quartetts, mit dem Heidrich gerade eine neue CD aufgenommen hat, die im Herbst erscheinen soll: dieses Mal keine Pop-Songs, sondern unter anderem eine eigene Bearbeitung von „Bilder einer Ausstellung“ von Mussorgsky. Er und seine drei Mitspieler arbeiteten stets nach dem selben Prinzip. „Wenn jemand etwas vorschlägt, probieren wir es stets erst einmal aus, auch wenn der eine oder andere Vorbehalte hat.“ Nichts sei schlimmer, als immer bequem einer Meinung zu sein und dadurch immer mehr oder weniger dasselbe zu spielen. Das kommt zum Glück bei uns nicht vor. Und beim Musikfestival Cappenberg auch nicht.

Selm Trotz der anhaltenden Umbau- und Renovierungsarbeiten gibt es eine Neuauflage des Musikfestivals Schloss Cappenberg. Von Pfingstsonntag an gibt es eine Woche lang klassische Musik zu hören. Wir geben einen Überblick über das Programm.mehr...

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