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Auf der Suche nach dem WM-Fieber in Selm

WM-Vorbereitung

Die Fußball-Weltmeisterschaft ist in diesem Jahr das größte Sportereignis. Da sollte man meinen, Selm sei schon im WM-Fieber. Sollte man... Aber: Wo ist sie, die WM?

Selm

von Arndt Brede

, 12.06.2018
Auf der Suche nach dem WM-Fieber in Selm

Vereinzelt hängen Deutschland-Fahnen im Stadtgebiet. Ansonsten gibt es kaum einen Hinweis darauf, dass in Selm das Fußball-WM-Fieber ausgebrochen sein könnte. © Arndt Brede

Weltmeisterschaft ist ab Donnerstag. Deutschland ist Titelverteidiger, hat die Chance auf den fünften Stern für dann fünf WM-Titel. Spannend. Spannend? Eher nicht, wenn man sich mal zum Beispiel im Selmer Zentrum umschaut.


Keine Autos mit Deutschland-Fähnchen fahren durch Selm. WM-Dekorationen oder -Fanartikel? Fehlanzeige. Jedenfalls fast. In einem Schaufenster hängen Schuhe in den Deutschland-Farben Schwarz, Rot und Gold. Und sonst? Von WM keine Spur.

Vorbereitung auf die WM

Mal einen Blick in die Nebenstraßen riskieren: Vereinzelt wehen Deutschland-Fahnen im Wind oder hängen schlapp an der Stange.


Na gut. Aber in den Selmer Wohnungen und Häusern bereitet man sich doch bestimmt auf die Weltmeisterschaft vor. Zumal die Spiele im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gezeigt werden. Führt das zu vermehrten Anfragen nach neuen Fernsehgeräten? Kopfschütteln im Selmer Geschäft Euronics Krampe: „Reparaturen gibt es. Aber dass viele Kunden sich extra zur WM einen neuen Fernseher kaufen, das ist nicht so“, sagt ein Mitarbeiter. „Ein, zwei Leute haben sich im Vorfeld der WM, aber auch im Vorgriff auf künftige Bundesligaübertragungen, Beamer gekauft.“

Ist ja vielleicht gut möglich, dass zumindest öffentliche Übertragungen der WM-Spiele außerhalb der eigenen vier Wände boomen werden. Anruf bei Stephan Suer, Chef des Gasthauses Suer: „Übertragen Sie überhaupt Fußballspiele der WM im Gasthaus Suer?“ Antwort: „Ja, ein Fernseher steht in der Bierstube.“ Zeigt Suer alle Spiele? „Das kommt darauf an, was die Gäste wünschen.“

Gäste ändern Verhalten nicht

Nach Abpfiff der Spiele könnte dann aber doch der Run auf die Gaststätten einsetzen. „Also einen Ansturm wird es nicht geben“, sagt Stephan Suer. Auch zu den WM-Spielen oder nach deren Abpfiff werden sich die Gäste auf die Bierstube und den Biergarten verteilen. „Die Gäste ändern ihr Verhalten wegen der WM nicht.“

Spiele, das ist immerhin ein Rechercheergebnis, übertragen einige Gaststätten wenigstens. Die anBar zum Beispiel zeigt Partien „nach Bedarf“.

Eine der kleinsten Gaststätten Selms, das C‘est la vie am Willy-Brandt-Platz, ist da eine der größten für Fußballliebhaber: „Das war auch schon während der vergangenen Weltmeisterschaften so. Wir zeigen die Spiele“, heißt es aus der Gaststätte. Jeder Tag sei im C‘est la vie WM-Tag. Außer donnerstags. „Da haben wir geschlossen.“


Geschlossene Gesellschaften – zum Beispiel Mitarbeiter-Veranstaltungen innerhalb des Unternehmens – in Sachen WM-Übertragungen gibt es bei Unternehmen, Einrichtungen und Behörden inSelm offenbar auch nicht. „Interne Fernsehübertragungen für die Mitarbeiter sind bei uns kein Thema“, sagt Martin Potschadel, Vorstand der Volksbank Selm-Bork. Was er nicht ausschließen kann: „Dass in der einen oder anderen Filiale der Fernseher im Hintergrund läuft, ohne dass der Geschäftsbetrieb gestört wird.“

Lässt sich bei der Sparkasse an der Lippe das Leben während der Geschäftszeiten wegen der WM umwerfen? „Interne Viewings sind nicht geplant“, sagt Mitarbeiter Nils Klausen.

WM in den Unternehmen

Wie sieht es bei Saria, einem der großen Arbeitgeber in Selm, aus? „Es wird kein gemeinsames Public Viewing der Mitarbeiter geben“, sagt Sprecher Marcel Derichs.

Auch bei der Stadtverwaltung Selm ist WM Privatsache und gehört nicht zur Arbeitszeit. Immerhin: „Die Mitarbeiter, die keinen Kundenkontakt haben, können die Möglichkeit innerhalb der bestehenden Gleitzeit nutzen, früher Feierabend zu machen, um die WM am heimischen TV-Gerät zu schauen“, teilt Stadtsprecher Malte Woesmann mit. Extra frei für die Begegnungen der deutschen Elf sei nicht geplant.

Man mag es kaum glauben, aber noch nicht einmal im Sportgeschäft Intersport Angersbach sorgt die WM für erhöhten Puls: „Es ist noch kein Boom zu erkennen“, sagt Chef Werner Angersbach.

Das war auch 2014 vor WM-Beginn so. „Das wird sich erst mit Beginn der WM und dann vor allem abhängig vom Erfolg der deutschen Mannschaft ändern.“ Das sei früher anders gewesen: „Da haben die Leute schon zu Weihnachten Trikots gekauft und es gab ab Herbst Vorbestellungen.“