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Umbau in Kindertagesstätte wird 640 Prozent teurer

Grundschule Ergste

Wie teuer wird der Umbau des Kindergartens in Ergste? Erst jetzt rückte die Bauverwaltung mit den wahren Kosten raus. Dennoch könnte die Stadt glimpflich davonkommen.

Ergste

von Heiko Mühlbauer

, 05.07.2018
Umbau in Kindertagesstätte wird  640 Prozent teurer

Die Bauarbeiten in der neuen Kita Wunderland an der Kirchstraße in Ergste – im ehemaligen Jugendzentrum – übersteigen die ursprüngliche Kostenschätzung um ein Vielfaches. © Jessica Will

Die Pannenserie der Bauverwaltung geht weiter. Am Mittwochabend musste der Rat 251.000 Euro nachschießen, damit die Kindertageseinrichtung Wunderland in Ergste pünktlich zum Beginn des neuen Kindergartenjahres fertig wird. Die Experten aus dem Bauamt hatten die Kosten bislang auf 39.200 Euro geschätzt.

Erst am Montag erfahren

Zu dieser Fehlkalkulation kommt noch ein Kommunikationsproblem. Denn die für die Kosten zuständige Kämmerei erfuhr erst am Montag durch die Überprüfung von Konten von der Kostensteigerung. „Die Person, die für das Projekt zuständig war, hatte die Kosten auf ein falsches Konto gebucht“, erklärte Kämmerin Bettina Brennenstuhl den Ratsmitgliedern.

Nicht die erste Panne bei Baumaßnahmen

Die waren darüber wenig erfreut, zumal es ja nicht die erste Baumaßnahme in Schwerte war, die kostenmäßig aus dem Ruder lief. Doch nicht nur die Fakten an sich riefen bei den Politikern Verärgerung hervor. Vor allem war man über die Kurzfristigkeit erbost. Denn das Thema wurde als Tischvorlage präsentiert. Das Thema sei am Montag aufgeploppt, und man habe die Vorlage erst am Dienstag verfasst, betonte Bürgermeister Dimitrios Axourgos. Der gab sich kämpferisch: „Wir nehmen das zum Anlass, auch andere große Bauprojekte zu überprüfen“, kündigte er an.

Wie die enorme Kostensteigerung zustande kam, ist eine Mischung aus Fehleinschätzung und Steigerung der Baukosten. Zum einen hatte man die Kosten 2016 ermittelt, als der Doppelhaushalt aufgestellt wurde. Zum anderen hatte man aber offensichtlich dabei schon wichtige Posten übersehen.

Räume eines ehemaligen Jugendzentrums

Der Kindergarten Wunderland in Ergste soll nämlich in die Räume des ehemaligen Jugendzentrums ziehen, das in der ehemaligen Grundschule an der Kirchstraße untergebracht war. Dazu musste nicht nur umgebaut werden, sondern auch aufwendige Arbeiten an der Elektrik und der Heizungsanlage gemacht werden. Die hatte man aber anfänglich gar nicht mit eingeplant.

Da die 60 Kindergartenplätze dringend gebraucht werden und ein Großteil der Arbeiten längst erledigt ist, blieb dem Stadtrat nichts anderes übrig, als die Zusatzkosten zu akzeptieren. Auch wenn man sich, wie FDP- Ratsfrau Goeke betonte, „erpresst fühle“. Und CDU-Ratsmitglied Egon Schrezenmaier vermutete gar eine Methode dahinter, den Rat mit niedrigen Kostenprognosen hinters Licht zu führen.

„Erst Projekt dann Fördermittel“

Ein Problem der derzeitigen Bautätigkeit in Schwerte liegt nach Ansicht von Axourgos auch in einer gewissen Beliebigkeit. „Wir müssen dazu kommen, erst ein Projekt festzulegen, das wir brauchen, und uns dann um Fördermittel kümmern“, so der Bürgermeister. Wenn man nach Fördermitteln Ausschau halte und dann oft noch unter Zeitdruck ein Projekt dazu konzipiere, sei das wenig erfolgversprechend.

Zumindest was die Kosten für den Kindergarten betrifft, kann sich die Stadt vermutlich entspannt zurücklegen. Denn normalerweise werden 90 Prozent der Baukosten durch den Landschaftsverband gefördert. Dann würden aus den 250.000 Euro 25.000 Euro. Allerdings müssen die Fördermittel auch bewilligt werden.