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In Schwerte fehlen bezahlbare Räume

Selbsthilfegruppen brauchen selbst Hilfe

Schwerte Selbsthilfegruppen haben in der Regel nur ein klitzekleines Budget. Und keine eigenen Räume. Kann die Stadt dieses Dilemma lösen?

Selbsthilfegruppen brauchen selbst Hilfe

Susanne Götz von der „Kiss“ kann ihren Gruppen diesen Raum kostenlos überlassen. Das Angebot reicht für 54 Gruppen unterschiedlicher Größe allerdings nicht aus. Foto: Foto: Manuela Schwerte

Allein bei der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen „Kiss“ sind 54 Selbsthilfegruppen in Schwerte, Fröndenberg und Holzwickede registriert. Koordinatorin Susanne Götz rechnet vor: „Wir können den Gruppen im Treffpunkt Gesundheit an der Kleppingstraße einen kostenlosen Multifunktionsraum zur Verfügung stellen. Wenn man die Wochenenden abzieht und davon ausgeht, dass die meisten Gruppen sich abends treffen wollen, sieht man schnell, dass es eng wird.“

Auch die Liste mit externen Räumen in Pfarr- oder Vereinsheimen sei schnell abgearbeitet, berichtet Susanne Götz. Deshalb sei man bei „Kiss“ dankbar für jeden Hinweis auf weitere Räume. Vor allem, wenn sie nichts oder nicht viel kosten. Denn die Gruppen hätten in der Regel kein Geld zur Verfügung. „Die Mitglieder zahlen vieles, was anfällt aus der eigenen Tasche. Deshalb wird immer versucht, die Kosten so gering wie möglich zu halten.“

Susanne Götz appelliert an Vereine und Verbände, ihr unter Tel. 2407022 freie Räume zu melden.

Antrag im Ausschuss

Hilfe ist möglicherweise auch in Form eines CDU-Antrags an den Ausschuss für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt in Sicht, der am 24. April beraten werden soll. Die Christdemokraten wollen die Verwaltung beauftragen zu prüfen, ob es geeignete städtische Räumlichkeiten gibt, die den Schwerter Selbsthilfegruppen entgeltfrei zur Verfügung gestellt werden können.


Für die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bianca Dausend „tragen Selbsthilfegruppen auf einem außerordentlich hohen Niveau dazu bei, dass Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Krisensituationen Hilfe und Gemeinschaft finden können. Dies wiederum trägt zu einer Bereicherung unseres Gemeinwesens bei.“

Finanzielle Mittel sind gering

Das verdiene Unterstützung, zum Beispiel durch die Bereitstellung kostenloser Räume. Denn in der Regel verfügten die Gruppen über keinerlei finanzielle Grundlagen. In dem Antrag heißt es weiter: „Zur Gruppenarbeit gehört in der Regel eine professionelle Begleitung, für die zum Teil Gelder bereitgestellt werden, sei es über Spenden oder von Selbsthilfeorganisationen. Bewilligte oder gespendete Gelder werden aber zur zweckentfremdeten Deckung von Raummieten verwendet, damit überhaupt Treffen ermöglicht werden, was wiederum dazu führt, dass die gewünschte professionelle Gruppenarbeit nicht stattfindet, da sie nicht mehr finanzierbar ist. Ein Effekt, der von niemandem so gewollt ist.“ Ein Raumangebot der Stadt könne da vielleicht Abhilfe schaffen.

Seit einigen Jahren ist AD(H)S als Verhaltensauffälligkeit oder Bewusstseinsstörung vor allem bei Kindern und Jugendlichen bekannt. Aber auch Erwachsene können unter AD(H)S leiden – deshalb soll jetzt in Schwerte eine Selbsthilfegruppe für Betroffene jenseits des jugendlichen Alters gegründet werden.

Die Abkürzung AD(H)S steht für eine Aufmerksamkeitsdefizit-Störung, die mit oder ohne Hyperaktivität einhergehen kann. Die Erscheinungen des Krankheitsbildes sind sehr unterschiedlich. Nicht unüblich sind besonders bei Erwachsenen depressive Verstimmungen, Zwangsstörungen, Essstörungen, Missbrauch von legalen und illegalen Suchtmitteln und Ängste.

Die Gründung der Selbsthilfegruppe für betroffene Erwachsene findet am Mittwoch, 25. April, um 19 Uhr im Treffpunkt Gesundheit an der Kleppingstraße 4 statt. Um Anmeldung wird gebeten.

Weitere Informationen und Anmeldungen bei Susanne Götz von der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen („Kiss“) unter Tel. 2 40 70 22 oder per E-Mail an susanne.
goetz@kreis-unna.de

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