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Schützende Schildkröte

SCHWERTE Der Airbag ist ein blauer Ballon, das Visier eine Sperrholzplatte – doch die Idee hinter „Turtle“, dem ultimativen Fahrradhelm, ist preiswürdig. Erfunden haben den „Schildkröten“-Helm die beiden Sechstklässlerinnen Katharina Ruck und Luisa Siegel vom Friedrich-Bährens-Gymnasium.

Schützende Schildkröte

Noch ist es nur ein Modell: Mit einem aufgeschnittenen, alten Fahrradhelm, einem Visier aus Holz und einem Luftballon als Airbag demonstieren Katharina (l.) und Luisa ihren „Schildkröten“-Helm.

Patentiert ist die Idee schon, am kommenden Sonntag erhalten die Mädchen in Nürnberg beim bundesweiten Erfinderwettbewerb „iHoch3“ den dritten Preis in der Kategorie Kinder.Trotz Fahrradhelm schwer verletzt Das Schicksal eines Sechsjährigen brachte die Elf- und Zwölfjährige auf die Idee für ihr Visier. Trotz Fahrradhelm hatte der Junge einen Schädelbasisbruch erlitten, weil sich der Helm in seine Stirn gebohrt hatte. „Er durfte sich drei Wochen lang nicht bewegen, nicht spielen und nicht fernsehen“, erzählt Katharina. Diese Vorstellung fanden die Beiden schrecklich. Sie wollten etwas erfinden, dass auch das Gesicht bei einem Sturz schützt.Ein halbes Jahr getüftelt Ein halbes Jahr lang tüftelten die Schülerinnen einmal in der Woche im Erfinderclub des FBG, geleitet von Burkhard Althöfer. Mit einer Zeichnung bewarben sie sich auf den letzten Drücker für den Wettbewerb. Vor Ort sollen die Schülerinnen ihre Erfindung am Modell erklären. In einen aufgeschnittenen Fahrradhelm haben sie das Holzvisier mit einer Feder unter Spannung eingeklemmt. Ausgelöst wird manuell. In der realen Variante wird das Schutzschild ausgefahren, wenn der Bewegungssensor eine Mini-Druckluftpatrone aktiviert hat. Sie soll dafür sorgen, dass sich der Airbag – zurzeit ein blauer Luftballon – aufbläst, damit das Gesicht sanft in ihn eintauchen kann. Einen Hersteller suchen Wie ein Schildkrötenpanzer soll das Schild bei Gefahr den Kopf schützen – daher der Name der Erfindung. Lehrer Burkhard Althöfer ist von der Idee überzeugt: „Das kann man auf den Fall weiterentwickeln“, betont er. Allerdings müsste man sich nun auf die Suche nach einem Hersteller machen. 500 Euro haben Luisa und Katharina bisher mit ihrer Erfindung eingenommen: Von ihrem Preisgeld wollen sie Roboter-Bausätze für den Erfinderclub am FBG kaufen. 

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