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Mehr Entschlussfreude und Rücksicht

SCHWERTE Hoesch möchte die vierte Schicht einführen, die Zapp-Gruppe investiert in die Region und selbst der Arbeitsmarkt zeigt positive Tendenzen. Schwertes oberster Wirtschaftsförderer Dr. Jürgen Schnellmann sprach mit Redakteur Heiko Mühlbauer über Chancen und Risiken der Entwicklung.

Mehr Entschlussfreude und Rücksicht

Wirtschaftsförderer Dr. Jürgen Schnellmann.

Die Wirtschaft boomt, was kommt in Schwerte an?Dr. Schnellmann: Gewerbeimmobilien in Schwerte verkaufen sich gut. Bis auf einige Reste ist bald alles weg. Selbst am Nattland tut sichmittlerweile was.Und darüber hinaus?Dr. Schnellmann: Mittlerweile müssen sich manche Branchen wie Metall oder IT schon um geeignete Auszubildende bemühen. Das ist immer ein Indikator, dass es den Branchen gut geht. Denn die Wirtschaft brummt gerade in Bereichen, in denen Schwerte ohnehin stark ist, wie dem Metallsektor. Und wenn es zum Beispiel Hoesch Schwerter Profile gut geht, profitieren davon auch die nachgelagerten Unternehmen.Was macht denn die Wirtschaftsförderung, wenn ohnehin alles läuft?Dr. Schnellmann: In erster Linie müssen wir uns drum kümmern, dass wir passgenaue Gewerbeflächen anbieten können. Hier setzen wir zukünftig auf das Gelände des Gartenbads und auf die Umstrukturierung des TechnoParks. Für das Gartenbadgelände in Westhofen wird derzeit der Bebauungsplan aufgestellt. Denn die Nachfrage besteht nach Grundstücken von bis zu 1500 Quadratmetern.Und was wird außer der Vermarktung von Immobilien getan?Dr. Schnellmann: Wir haben uns in der letzten Zeit speziell um die Förderung der Metallindustrie und des Handwerks in Schwerte gekümmert. Da galt es, vorhandene Strukturen zusammen zu bringen. Derzeit planen wir eine regionale Metallmesse. Außerdem ist natürlich die Förderung von Gründungen eine unserer Kernaufgaben."Wer heute nur Internetseiten programmiert, hat einen schweren Stand" Welche Unternehmensideen sind denn derzeit erfolgreich?Dr. Schnellmann: Unternehmensnahe Dienstleistungen. Also spezielle IT-Produkte rund um die Produktion. Wie zum Beispiel ein Strahlenschutz für Metallverarbeiter. So eine Firma hat sich erfolgreich in Schwerte gegründet. In dieser Branche gibt es nur zwei Unternehmen bundesweit. Wer heute allerdings nur Internetseiten programmiert und ausschließlich Service um Microsoft-Produkte anbietet, hat einen schweren Stand.Ist Wirtschaftsförderung nicht in erster Linie das Abwerben von Unternehmen?Dr. Schnellmann: Kaum! Im Gegenteil, man ruft oftmals die Kollegen in der anderen Stadt sogar an und fragt, warum eine Firma umziehen will. Manchmal hat das ja vernünftige Gründe. Ich sehe uns eher als Sprachrohr der Wirtschaft in die Kommune.Wäre es da nicht besser, die Wirtschaftsförderung als Amt zu betreiben und nicht als Tochter-Unternehmen der Stadt?Dr. Schnellmann: Nein, als Behörde hat man zusätzliche rechtliche Schranken und Hürden, als Unternehmen kann man da schneller und leichter reagieren. Außerdem sehen wir uns zu 50 Prozent gegenüber der Stadt, aber zu 50 Prozent auch gegenüber der Wirtschaft verpflichtet."Manchmal würde ich mir mehr Entschlussfreude wünschen" Würden Sie sich mehr politischen Einfluss wünschen?Dr. Schnellmann: Persönlich nicht. Manchmal würde ich mir mehr Entschlussfreude wünschen und dass im Rat mehr Rücksicht auf wirtschaftliche Zusammenhänge genommen wird.Ist das ein Schwerter Problem?Dr. Schnellmann: Nein, kein spezielles. Aber man muss schon sehen, dass Investoren, die Geld in die Hand nehmen, nicht öffentlich demontiert werden. Das muss man demokratisch diskutieren, aber hinter verschlossenen Türen.Was fehlt dem Wirtschaftsstandort Schwerte?Dr. Schnellmann: Vor allem ein Hotel. Außerdem eine verlässliche Entwicklung am Bahnhof, aber da sind wir auf einem guten Weg. Und für die Zukunft eine Verkehrslösung. Denn welche Autolawine mit dem Weiterbau der B 236 auf uns zu kommt, ist vielen gar nicht klar.Und die Stärken der Ruhrstadt?Dr. Schnellmann: Die geografische Lage, fast in der Mitte NRWs, die beiden Autobahnen und natürlich die für das Ruhrgebiet ungewöhnliche mittelständische Prägung. Außerdem sind die Leute hier toleranter und offener als in vielen anderen Regionen.

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